Ökologie Umwelt- Naturschutz

Schilfprojekt am Bodensee

Überflutungen gefährden Uferzonen

Im Rahmen eines Forschungsprojektes wurden die Auswirkungen des Extremhochwassers 1999 auf die Uferröhrichte des Bodensees von Wissenschaftlern der Universitäten Hohenheim und Konstanz untersucht. Die Luftbildauswertung zeigte, dass alleine auf dem zu Baden-Württemberg gehörenden Uferbereich 30 Hektar, das entspricht 24 Prozent der gesamten Schilfbestände abgestorben waren. Höher gelegene Flächen erholten sich in den Jahren 2000-2002 zwar wieder, die tief liegenden, seeseitigen Absterbeflächen sind jedoch längerfristig verloren.

Beim Schilf handelt es sich nicht um eine Wasserpflanze. Es kann unter Wasser keine Photosynthese betreiben. Die Pflanzen sind daher gerade im Frühjahr, wenn neue Halme wachsen, durch Überflutungen gefährdet. Weitere Gründe führen zu lokalem Rückgang des Schilfes. Dazu gehören der Schilfkäfer, die negativen Auswirkungen der Uferverbauungen und massenhaftes Auftreten von Schilftreibgut. Durch den Wegfall des tief liegenden Röhrichts nahm die für Unterwasserbakterien besiedelbare Fläche um 47 Prozent ab. Da gerade diese Gebiete sich besonders schlecht erholen, werden negative Folgen für die Uferstabilität und die Selbstreinigungskraft der Flachwasserzone befürchtet.



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