Ökologie Umwelt- Naturschutz

Deutschland weist erste Meeresschutz-Gebiete aus

Deutschland wird der Europaeischen Union voraussichtlich noch in diesem Jahr die ersten Meeresschutzgebiete ausserhalb der Kuestengewaesser melden. Mit diesen in der Ausschliesslichen Wirtschaftszone (AWZ) liegenden Naturschutzflaechen leiste die Bundesrepublik einen grossen Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt von Nord- und Ostsee, sagte Trittin auf einer heute beginnenden internationalen Meeresschutzkonferenz in Bremen.

Die Mitgliedstaaten der Europaeischen Union sind im Rahmen der Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie “zur Erhaltung der natuerlichen Lebensraeume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen” verpflichtet, ein zusammenhaengendes Netz von Schutzgebieten zu schaffen. Diese Gebiete gemeinschaftlicher Bedeutung bilden zusammen mit den Europaeischen Vogelschutzgebieten das Schutzgebietsnetz “Natura 2000”. Die Pflicht zur Ausweitung des Netzes “Natura 2000” auf die 12 Seemeilen vor der Kueste beginnende AWZ ist seit 2002 auch im neuen Bundesnaturschutzgesetz rechtlich verankert.

“Da die bisherige europaweite Ausweisung vorrangig ,Natura 2000`-Gebiete an Land bzw. in den kuestennahen Gewaessern umfasst, uebernimmt Deutschland mit der erstmaligen Ausweisung von Meeresschutzgebieten in kuestenferneren Gewaessern eine Schrittmacherrolle,” sagte Trittin.

Die vom Bundesamt fuer Naturschutz (BfN) erarbeiteten Gebietsvorschlaege fuer die neuen Meeresschutzgebiete sind im Internet unter www.HabitatMareNatura2000.de abrufbar. Innerhalb der deutschen AWZ sind je ein EU-Vogelschutzgebiet in der Nord- und Ostsee sowie drei FFH-Gebiete in der Nordsee und fuenf FFH-Gebiete in der Ostsee vorgesehen.

Die Vogelschutzgebiete dienen dem Schutz wichtiger Vogelarten, etwa Seetaucher, Seeschwalben und Meeresenten. In den FFH-Gebieten werden sowohl Lebensraumtypen wie wasserbedeckte Sandbaenke und Riffe als auch Meeressaeugerarten wie Schweinswal, Kegelrobbe und Seehund sowie sechs wandernde Fischarten geschuetzt. Auswahl und Abstimmung der Gebietsvorschlaege werden transparent gestaltet: Nach den fachlich betroffenen Bundesministerien und den Kuestenlaendern wird in den kommenden Wochen auch die interessierte Oeffentlichkeit beteiligt, etwa durch Anhoerungstermine.



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