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Internationale Klimaschutzprojekte lohnen sich für deutsche Unternehmen

Deutsche Unternehmen, die im Rahmen des EU-Emissionshandels CO2-Emissionen reduzieren müssen, können Teile ihrer Verpflichtung erfüllen, wenn sie in Klimaschutzprojekte im Ausland investieren. Interessant ist das für Energieerzeuger und energieintensive Unternehmen, zum Beispiel aus den Branchen Zement, Glas, Eisen, Stahl oder Öl, und für Hersteller von klimafreundlichen Technologien.

Bei der Suche nach Projekten, die den internationalen Standards Joint Implementation (JI) und Clean Development Mechanism (CDM) entsprechen, hilft jetzt eine neue Vermittlungsstelle, die die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) im Auftrag des Bundesumweltministeriums eingerichtet hat. Vermittelt werden Projekte in Ost-, Mittel- und Südosteuropa – insbesondere in Russland, der Ukraine und Bulgarien –, in Zentralasien und der Kaukasusregion.

„Klimaschutz im Ausland bietet deutschen Unternehmen attraktive Investitionsmöglichkeiten“, sagte Stephan Kohler, Geschäftsführer der dena. „Denn die Reduktion von CO2-Emissionen rechnet sich vor allem in den Ländern, in denen große Energieeffizienzpotenziale vorhanden sind. Deutsche Unternehmen können auf diesem Weg günstig Emissionszertifikate erwerben. Wenn dabei auch Klimaschutztechnologien made in Germany eingesetzt werden, profitiert gleichzeitig die Exportwirtschaft.“

Potenzielle Klimaschutzprojekte werden von der dena anhand ausgewählter Qualitätskriterien identifiziert, hinsichtlich ihrer Plausibilität und Genehmigungsfähigkeit beurteilt und nach internationalen Standards aufbereitet. In den Projekten kommen Technologien zum Einsatz, die besonders hohe CO2-Einsparungen ermöglichen, zum Beispiel bei der Nutzung von Abwärme durch Kraft-Wärme-Kopplung, von Deponie- oder Grubengas, von erneuerbaren Energien oder in industriellen Prozessen. Interessierte Unternehmen und Investoren können sich über die dena registrierten lassen. Sie werden regelmäßig über aktuelle JI/CDM-Möglichkeiten informiert. Wer sich für ein bestimmtes Projekt interessiert, erhält nach Unterzeichnung einer Absichtserklärung nähere Angaben. Darüber hinaus wird die dena Informationsveranstaltungen für Unternehmen organisieren.

Die JI/CDM-Projektvermittlungsstelle der dena ist Teil der JI/CDM-Initiative des Bundesumweltministeriums. Deutsche Unternehmen sind bislang auf dem internationalen Kohlenstoffmarkt noch unterrepräsentiert. Das Bundesumweltministerium will daher den Marktzugang zu Investitionen in JI/CDM-Projekte über verbesserte Rahmenbedingungen erleichtern. Hierzu soll das bestehende Netzwerk von Kontakten zu Projekteignern und -entwicklern in den Gastländern ausgebaut werden und die Entwicklung von marktfähigen Projektideen gefördert werden.

Die im Kyoto-Protokoll vereinbarten Verfahren JI und CDM ermöglichen es Unternehmen aus Industrieländern wie Deutschland, ihre Klimaschutzinvestitionen im Ausland für den Emissionshandel anrechnen zu lassen. JI steht für Kooperationen zwischen Industriestaaten und zielt insbesondere auf Einsparungen in osteuropäischen Staaten ab. CDM bezieht sich auf Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Mehr Informationen zur JI/CDM-Projektvermittlungsstelle im Internet unter: www.carbonprojects.de



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