Dazu wurde eine Kombination von hochgenauen Messungen des Erdmagnetfelds vom Geoforschungssatelliten CHAMP mit den Daten des dänischen Satelliten Ørsted und Messungen aus Observatorien über einen Zeitraum von neun Jahren verwendet.
Dieses ermöglichte den Wissenschaftlern aufzuzeigen, was in einer Tiefe 3000 Kilometern unter unseren Füßen vor sich geht. Erstmals gelang es Nils Olsen und Mioara Mandea, ein Modell der Fließbewegungen zu erstellen, die sich in der oberen Schicht des Erdkerns abspielen.
Diese erzeugt die neueren schnellen Änderungen des Magnetfelds und stimmt mit beobachteten Tageslängenvariationen überein. Die Fließbewegung im Erdkern ist räumlich begrenzt und schließt schnelle, nahezu plötzliche Veränderungen über wenige Monate ein – ein bemerkenswert kurzer Zeitraum im Vergleich zum Alter unseres Planeten oder zur Zeitspanne seit der letzten Magnetfeldumkehr vor über 780000 Jahren.
Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ) und anderer Einrichtungen sind derzeit an der ESA-Satellitenmission Swarm beteiligt, die CHAMP fortsetzen soll. Die Swarm-Konstellation besteht aus drei CHAMP-ähnlichen Satelliten, die das Erdmagnetfeld genauer als jemals zuvor messen werden.
* “Rapidly changing flows in the Earth's core”, Nils OLSEN and Mioara MANDEA, Nature Geoscience 1, 390 – 394, doi: 10.1038/ngeo203
Franz Ossing
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