Agrar- Forstwissenschaften

Feuerbrand im Obstbau: Praxisreife Bekämpfungsstrategien entwickelt

Der Feuerbrand-Erreger (Erwinia amylovora) kann im Obstbau große wirtschaftliche Schäden verursachen. Die Bekämpfung ist nur durch Rückschnitt betroffener Äste, Rodung von Bäumen oder – im Extremfall – ganzer Obstanlagen möglich. In Ausnahmefällen wird Streptomycin zur Erregerbekämpfung eingesetzt.

Trotzdem kann es während der Blüte zu einer starken Vermehrung und Ausbreitung des Erregers und damit zu flächendeckendem Befall kommen. Um solche drastischen Maßnahmen zu vermeiden, benötigt der ökologische Obstbau Präparate oder Strategien, die Blüteninfektionen eindämmen. Der Fokus liegt dabei auf kulturtechnische Maßnahmen und den vorbeugenden Einsatz verschiedener Präparate.

Erste Erfolge erzielt
Wissenschaftler der Universität Konstanz erzielten in einem fast dreijähriges BÖLN-Forschungsprojekt erste Erfolge. Dabei zeigten die Präparate „BlossomProtect“ und das Gesteinsmehl „Myco-Sin“ die besten Ergebnisse.

Drei bis vier Anwendungen von BlossomProtect führten allerdings bei empfindlichen Apfelsorten wie Golden Delicous, Jonagold und Elstar zu einer verstärkten Berostung der Früchte. Deshalb empfehlen die Forscher, die Behandlungen bei diesen Sorten auf zwei Anwendungen zu begrenzen; auch Kupfer sollte hier zurückhaltend eingesetzt werden.

Sind aufgrund der Witterung weitere Behandlungen notwendig, empfiehlt es sich, BlossomProtect im Wechsel mit Myco-Sin auszubringen. Die Kombination mit schwefelhaltigen Mitteln gegen Apfelschorf wie Schwefelkalk und Netzschwefel beeinflusste die Wirksamkeit von BlossomProtect nicht. Die Mischung mit anderen Präparaten reduzierte die Wirkung dagegen deutlich.

Als gute Alternative gegen Feuerbrand und Schorf bewährte sich in den mehrjährigen Versuchen auch eine Kombination aus Myco-Sin und Netzschwefel. Diese Strategie erwies sich als ähnlich wirksam gegen Feuerbrand wie der alleinige Einsatz von BlossomProtect. Gleichzeitig ließ sich durch die Kombination beider Wirkstoffe die Zahl der Anwendungen verringern. Beide Strategien werden bereits in der Praxis umgesetzt.



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