Die Blaue Süßlupine ist eine heimische Eiweißpflanze, die die heimischen Fruchtfolgen bereichern könnte und eine Alternative zu importiertem Soja in Fütterung und Ernährung sein könnte.
Allerdings wird diese Lupinenart von dem Pilz Colletotrichum lupini befallen, dem Erreger der Anthraknose. Diese Erkrankung führt zu Ertragseinbußen bis hin zu Totalverlust. Wissenschaftler der Bundesanstalt für Züchtungsforschung in Groß Lüsewitz haben daher gezielt nach Resistenzgenen gesucht, die die Anfälligkeit gegen den Pilz reduzieren könnten. Allerdings fehlte ein entsprechender Resistenztest.
Erst durch Kontakt mit einem australischen Forschungsinstitut konnte ein solcher Test gefunden werden. Die in Australien wirksame Methode eignet sich auch unter hiesigen Bedingungen. Mit Hilfe des Tests konnte nachgewiesen werden, dass es bei den heimischen Süßlupinenarten keinerlei Resistenz gegen Anthraknose gibt. Die Züchtungsforscher haben daraufhin andere Resistenzquellen gesucht und wurden bei einer australischen Blauen Süßlupinensorte fündig.
Es ist gelungen, dieses Resistenzgen mit Hilfe eines molekularen Selektionsmarkers auch in deutsche Süßlupinen einzukreuzen. Ein Kooperationsprojekt mit dem einzigen Züchter von Blauen Süßlupinen in Mecklenburg-Vorpommern zeigt, dass dieser Ansatz viel versprechend ist. Inzwischen wurden zwei Süßlupinenlinien gefunden, die auch nach massivem Kontakt mit dem Erregerpilz keine Krankheitssymptome zeigen.
Die bisherigen Ergebnisse der Groß Lüsewitzer Züchtungsforscher eröffnen die Perspektive, dass innerhalb der nächsten zehn Jahre erstmals blaue Süßlupinen mit hoher Widerstandskraft gegen die Anthraknose in Deutschland gezüchtet und angebaut werden könnten, heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Senats der Bundesforschungsanstalten.




