Agrar- Forstwissenschaften

Erschaffung eines Modells für die Verbreitung des Westlichen Maiswurzelbohrers

Der Westliche Maiswurzelbohrer ist ein Schädling mit invasionsartigem Befall, der eine Bedrohung für die europäische Maisproduktion darstellt. Um diesem Problem den Kampf anzusagen, wurde ein Simulationsmodell für mögliche Verbreitungsszenarien entwickelt.

In den frühen neunziger Jahren trat der Westliche Maiswurzelbohrer (WMWB) erstmals in Serbien auf. Daraufhin wurde die Untersuchung seiner Verbreitungsgeschwindigkeit in Europa angeregt. Um das Simulationsmodell entsprechend anzupassen, mussten bestimmte Parameter aufgestellt werden, unter anderem auch die jährliche Verbreitungsgeschwindigkeit der Populationen sowie der Einfluss eventueller Eindämmungsmethoden, der Maiskonzentration und der Topographie.

Die Ergebnisse zeigten, dass die Verbreitungsgeschwindigkeit des WMWB von Jahr zu Jahr unterschiedlich ist. Ohne Bekämpfungsmaßnahmen betrug die Verbreitungsgeschwindigkeit beispielsweise zwischen 60 und 100 Kilometern pro Jahr. Wurden entsprechende Maßnahmen ergriffen, betrug die jährliche Verbreitungsgeschwindigkeit 0 bis 37km. Ein weiterer wichtiger Faktor im Simulationsmodell betrifft den Maisanteil beim Fruchtwechsel. Die Auswertung von Gebieten mit hohem Risiko zeigte, dass die Fortpflanzung und Verbreitung des WMWB bei niedrigem Maisanteil relativ gering ist. Auch die Höhenlage ist ein wichtiger Faktor, da das Simulationsmodell zeigte, dass der WMWB in Höhen über 900m nicht fliegen kann. Nur bei Höhenwinden ergab sich der seltene Fall, dass einzelne Tiere in größeren Höhen als 900m flogen. Die einzige natürliche Höhenbarriere in Europa sind demzufolge die Alpen.

Das Modell wurde genutzt, um die Verbreitungsgeschwindigkeit in vielen europäischen Ländern zu simulieren, u.a. in Frankreich, Deutschland, Italien, Österreich, Belgien und der Schweiz. Für jedes Land wurden Szenarien mit und ohne Bekämpfungsmaßnahmen aufgestellt. Außerdem wurde der Forstschritt der natürlichen Ausbreitung auf das nächste betroffene Land von den Grenzgebieten aus sowie ohne Eindämmungsmaßnahmen untersucht.

Eine Kosten-Nutzen-Analyse der Ergebnisse wird gerade erarbeitet. Diese wird auf farbigen Karten darstellen, wie sich der WMWB mit bzw. ohne die Ergreifung eindämmender Maßnahmen ausbreitet.



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