Indikatoren für landwirtschaftliche Bewässerung
Basierend auf Forschungen der OWZE hat die Universität von Cordoba dreizehn ökologische Indikatoren für die mit Bewässerung arbeitende Landwirtschaft aufgestellt, die Politiker unterstützen sollen.
Ökologische Indikatoren sind leistungsstarke Werkzeuge für die Ermittlung und Verwaltung von Ursache- und Wirkungsbeziehungen der Umwelt. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OWZE) hat verschiedene Indikatoren für die Thematik Wasser festgelegt, die auf dem Pressure-State-Response-Ansatz (Belastung-Zustand-Reaktion) basieren. Menschliches Einwirken, wie z.B. durch Landwirtschaft oder die Anwendung von Düngemitteln, stellen für die Umwelt eine Belastung dar. Diese Belastung führt zur Veränderung des Zustands der Umwelt, z.B. zur Eutrophierung der Wasservorräte. Das dritte Glied in dieser Kette ist die Reaktion der Gesellschaft, die durch die Einführung politischer Maßnahmen versucht, die ökologische Belastung zu verringern bzw. Auswirkungen zu beheben.
Im Rahmen des WADI-Projektes hatte die Universität Cordoba die Gelegenheit, bestehende Indikatoren erneut zu bewerten und neue zu entwickeln. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass es keine Standardindikatoren geben kann, die den Einfluss landwirtschaftlicher Bewässerung auf die Wasserqualität anzeigen können.
Ferner wurden mögliche Auswirkungen der neuen europäischen Wasserpolitik, wie beispielsweise der kürzlich herausgegebenen Wasserrahmenrichtlinie (WRR) und der überarbeiteten gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) untersucht. Im Rahmen des WADI-Projektes wurden die Mittelmeerländer (Griechenland, Italien, Spanien und Portugal) sowie Großbritannien betrachtet, um die jeweiligen Eigenheiten jedes einzelnen Gebietes berücksichtigen zu können.
Es wurden dreizehn Indikatoren festgelegt, die in fünf Kategorien eingeteilt werden können: 1) wirtschaftliches Gleichgewicht, 2) soziale Auswirkung, 3) Landschaft und Biovielfalt, 4) Wasserverbrauch sowie 5) Nähr- und Schadstoffe. Für jede Kategorie gibt es noch weitere Indikatoren, die jedoch zweitrangig sind. Viele der Indikatoren zeigen, wie komplex die Zusammenhänge bei der landwirtschaftlichen Bewässerung sind.
Die Universität Cordoba hat für die Nutzung dieser neuen ökologischen Indikatoren detaillierte Richtlinien erstellt. Die Verbreitungsmaßnahmen im Rahmen des WADI-Projektes sollen den Einsatz der Indikatoren in Schulungen, für Modellierungen und politische Zwecke vorantreiben. Außerdem sollen weitere Forschungsprojekte stattfinden, die diese Thematik erneut aufgreifen.
Kontakt:
Dr. Julio Berbel
Universidad de Cordoba
Menendez Pidal, s/n
14080 Cordoba, Spanien
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