Im weiteren Jahresverlauf werde diese Dynamik aber etwas nachlassen. Kemmer verweist vor allem auf die hohen Energie- und Rohstoffpreise, die weltweit zu anziehenden Inflationsraten fuehren.
“Der hoehere Preisauftrieb wird die Kaufkraft der privaten Haushalte belasten und tendenziell den privaten Konsum daempfen”, so Kemmer. “Aber auch geaenderte Zinsen durch die Notenbanken zur Minderung der Inflationsrisiken werden die Konjunktur kuenftig zuegeln.” Der Bankenverband rechnet fuer dieses Jahr mit einem niedrigeren globalen Wirtschaftswachstum: gut 4 bis 4,5 Prozent nach 5 Prozent im vergangenen Jahr.
Die deutsche Wirtschaft werde sich dieser Entwicklung nicht entziehen koennen. “Fuer ernsthafte Konjunktursorgen besteht in Deutschland dennoch kein Anlass”, sagt Kemmer. Gut gefuellte Auftragsbuecher, optimistische Geschaeftserwartungen und der sich fortsetzende Beschaeftigungsaufbau sollten hierzulande in diesem Jahr fuer ein Wirtschaftswachstum von knapp 3 Prozent sorgen.
Das Hilfspaket der Euro-Staaten und des Internationalen Waehrungsfonds fuer Portugal bewertet Kemmer als einen wichtigen Schritt. Damit werde einem hoch verschuldeten Mitglied der Waehrungsunion Zeit gegeben, die dringend erforderlichen Finanz- und Wirtschaftsreformen durchzufuehren. “Portugal muss die Chance nun nutzen und mit den notwendigen Reformen den Weg aus der Schuldenfalle einschlagen”, erklaerte Kemmer. Er warnte vor Ueberlegungen, die Reformen aus Ruecksicht auf die konjunkturelle Entwicklung auf die lange Bank zu schieben.
Aehnliches gelte auch fuer die im Falle Griechenlands diskutierte Moeglichkeit einer Schuldenrestrukturierung. Sie wuerde das Land auf keinen Fall von der Notwendigkeit entbinden, mit grundlegenden Strukturreformen die oeffentlichen Finanzen auf eine tragfaehige Basis zu stellen und die internationale Wettbewerbsfaehigkeit der griechischen Wirtschaft wieder zu steigern. Unabhaengig davon koenne die Restrukturierung der Staatsschulden eines Euro-Landes wegen der vielschichtigen und nur schwer abschaetzbaren Folgen nur am Ende einer langen Massnahmenkette stehen.
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