Wirtschaft Finanzen

Hohe Effizienz der ERP-Wirtschaftsförderung durch wissenschaftliche Untersuchung bestätigt

Das ERP-Sondervermögen hat sich in den letzten Jahren zum zentralen Element der finanziellen Mittelstandsförderung entwickelt. Die ERP-Förderprogramme richten sich schwerpunktmäßig an Existenzgründer und an dynamisch wachsende, investierende Unternehmen.

Im Rahmen einer empirischen Untersuchung hat die Prognos AG im Auftrag des BMWi die ERP-Förderprogramme auf ihre Zielgenauigkeit und Effizienz hin systematisch durchleuchtet und sehr positiv beurteilt.

Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Prognos bewertet die ERP-Programme als ordnungspolitisch unbedenklich, da sie nichtleistungsbedingte Wettbewerbsnachteile bei der Fremdkapitalbeschaffung und die geringere Selbstfinanzierungskraft, vor allem kleinerer Unternehmen ausgleichen. Die unterschiedlichen Förderziele der einzelnen ERP-Programme werden erreicht.
  • Die ERP-Programme leisten einen hohen Beitrag zur Stärkung der Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit der Unternehmen. So wächst der Umsatz in den ERP-geförderten Unternehmen überdurchschnittlich mit 8,3 %. Bei den ERP-geförderten Unternehmen werden jahresdurchschnittlich 4,5 % zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Dabei wirkt die ERP-Förderung unterschiedlich je nach Unternehmensgröße. Tendenziell werden in größeren Unternehmen ab 50 Beschäftigten geringere Umsatz- und Beschäftigungswirkungen erzielt
  • Die besten Wachstumsaussichten gemessen am Umsatz, Beschäftigung und Gewinn haben Unternehmen, die in den ERP-Innovations- und Beteiligungsprogrammen gefördert wurden.
  • Die größte Arbeitsplatzeffizienz (Darlehensbetrag pro geschaffenem Arbeitsplatz) weisen das Eigenkapitalhilfe- und Existenzgründungsprogramm auf. Die Arbeitsplatzeffizienz zeigt sich weitgehend unabhängig vom Standort des Unternehmens.
  • Fast 58 % der befragten Existenzgründer hätten die Vorhaben ohne die günstige ERP-Existenzgründungsfinanzierung überhaupt nicht durchführen können. Die Förderung wirkt positiv, denn sie veranlasst die Gründer, sich intensiv auf ihr Vorhaben vorzubereiten.
  • Mit dem ERP-Beteiligungsprogramm werden vor allem Vorhaben finanziert, die bei der im Mittelstand üblichen Kreditfinanzierung an Grenzen stoßen und sich nur mit haftenden Mitteln realisieren lassen. Zudem werden erhebliche Innovationseffekte erzielt.
  • Mit dem ERP-Innovationsprogramm wird überwiegend die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen finanziert und weniger die Weiterentwicklung von Bestehendem. Über die damit ausgelösten Wachstumsprozesse in neuen Bereichen sichert und verbessert das ERP-Innovationsprogramm die künftige Ertragslage der Unternehmen.
  • Prognos empfiehlt die stärkere Beschränkung der Förderung auf kleine und mittlere Unternehmen. Dadurch sind höhere Wachstums- und Beschäftigungseffekte, geringere Mitnahmeeffekte zu erwarten und die Gefahr von Wettbewerbsverzerrungen sinkt.
  • Auch beim Ausbau der Beteiligungsfinanzierung sollten besonders kleine und risikoreiche Frühfinanzierungen stärker berücksichtigt werden.

Die Ergebnisse des Forschungsvorhabens bestätigen die Wirksamkeit der ERP-Wirtschaftsförderung. Die ERP-Darlehen stärken im Zusammenhang mit anderen öffentlichen Fördermitteln die Finanzierungs- und Ertragslage der kleinen und mittleren Unternehmen. Sie ermöglichen Investitionsvorhaben selbst bei unzureichender Kapitalausstattung zu realisieren. Das wirtschaftliche Wachstum und die Beschäftigungslage der Unternehmen werden durch die ERP-Darlehen erheblich verbessert. Positive Wachstumsaussichten sind vor allem bei den in den Innovations- und Beteiligungsprogrammen geförderten Unternehmen festzustellen.

Die Ergebnisse der Untersuchung und die Kurzfassung unter dem Titel “Evaluierung der ERP-Förderprogramme” kann auf der Internet-Seite des BMWi heruntergeladen werden.



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