Vertriebs- und Anzeigenumsatz nähern sich an
Die deutsche Zeitungs-Branche hat das Geschäftsjahr 2004 mit einem Umsatzplus von einem Prozent abgeschlossen. Nach drei Jahren mit schweren Umsatzeinbußen ist es gelungen, die Einbrüche im Anzeigengeschäft zu stoppen. “Ein Grund zum Jubel ist das aber nicht”, erklärte Dietmar Wolff, der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger, heute, Dienstag, anlässlich der Jahrespressekonferenz in Berlin.
Die Gesamterlöse sind im Jahr 2004 um 88 Mio. Euro auf 8.995 Mrd. Euro gestiegen. Die Vertriebsumsätze sind mit einem Plus von 0,6 Prozent stabil geblieben. Das Anzeigen- und Beilagengeschäft ist um 1,3 Prozent auf insgesamt 4,74 Mrd. Euro gestiegen. Im Vorjahr war das Verhältnis von Vertriebsumsatz zu Anzeigenumsatz 47 zu 53. Bis zum Jahr 2000 hatte die Faustregel von einem Drittel Vertrieb zu zwei Drittel Anzeigen gegolten. In Ostdeutschland konnten die Zeitungsverleger nur mehr 45 Prozent des Umsatzes durch Anzeigen lukrieren. Als Grund dafür nannte Wolff die Strukturschwäche der Region sowie die unverändert schlechte Wirtschaftslage.
Auch am Lesermarkt zeigen sich strukturelle Veränderungen. Obwohl die Reichweite der Zeitungen stabil geblieben ist und weiterhin drei Viertel aller Deutschen täglich Zeitung lesen, bedauert der BDZV Auflagenverluste vieler Zeitungen. “Die Ursachen dafür sind die rückläufige Bevölkerungsentwicklung und die hohe Arbeitslosigkeit”, erklärt Wolff. Die Bürger geben demnach weniger Geld für Zeitungen aus, dafür wird jedes Exemplar von mehreren Personen gelesen. Im ersten Quartal 2005 hatten die Zeitungen eine Auflage von 27,4 Millionen. Das entspricht einem Rückgang von 3,27 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Erfolg versprechen sich die deutschen Zeitungsverleger von der Einführung der Tabloid-Zeitungen. Diese sollen, neben den Online-Ausgaben der Zeitungen, junge Leser ansprechen. Auch das Zusatzgeschäft mit Büchern, CDs, DVDs, Veranstaltungen und Reisen erweist sich als lukrativ.




