Eine ernüchternde, aber realistische Einschätzung der wirtschaftlichen Stärke Deutschlands
„Eine ernüchternde, aber realistische Einschätzung der wirtschaftlichen Stärke Deutschlands“ – dies ist die Einschätzung des Bundesverbandes deutscher Banken zur Wachstumsprognose der sechs Forschungsinstitute für 2005. Demnach wird Deutschland mit einer erwarteten Zunahme des Bruttoinlandsprodukts von 1,5 % auch im nächsten Jahr wieder das Schlusslicht im Euroraum sein.
„Um die Perspektiven wieder zu verbessern, muss der eingeleitete Reformprozess mit Nachdruck weitergeführt werden“, sagte Prof. Dr. Manfred Weber, Hauptgeschäftsführer und Mitglied des Vorstandes des Bundesverbandes deutscher Banken. „Im Mittelpunkt sollten dabei die Reform der Sozialversicherungssysteme und die Konsolidierung der Staatshaushalte stehen“, so Weber weiter. Vor allem die Gesundheitsreform dulde keinen Aufschub. Sie sei eine wesentliche Voraussetzung für die Senkung der Lohn-nebenkosten und damit für eine Rückkehr zu mehr Wachstum.
Oberstes Gebot für die Regierung müsse es nun sein, den Stabilitäts- und Wachstumspakt im Jahr 2005 wieder einzuhalten. Es sei nicht akzeptabel, die Vorgaben des Paktes viermal in Folge zu verfehlen. Die Konsolidierung des Staatshaushaltes habe daher Priorität und gehe, richtig angepackt, auch nicht zu Lasten der Konjunktur. Allerdings dürfe dies nicht auf Kosten von staatlichen Investitionen in Bildung und Forschung geschehen.
Der Bankenverband wies nachdrücklich darauf hin, dass auch die Forschungsinstitute feststellen, dass der Investitionsprozess in Deutschland in den letzten Jahren nicht durch eine restriktive Kreditvergabe der Banken gebremst wurde. Die Institute bestätigen vielmehr die Ansicht der Banken, dass es sich in erster Linie um rückläufige Kreditnachfrage bei den Unternehmen handelt, die ihre Ursache in der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung habe.




