Wirtschaft Finanzen

Verlage planen Allianz im Briefgeschäft

Marktführer bleibt vorerst die Deutsche Post

Die großen deutschen Zeitungsverlage planen gemeinsam mit der holländischen Post TPG und Hermes Logistik eine Allianz im Briefgeschäft. Damit könnte der erste nationale Konkurrent der Deutschen Post entstehen. Das berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Branchenkreise.

Offenbar streben die Verlage Axel Springer, Waz und die Holtzbrinck-Gruppe eine Beteiligung an EP Europost an, dem Joint Venture von TPG (71 Prozent der Anteile) und Hermes (29 Prozent). Laut dem Hamburger Post-Experten und Unternehmensberater Horst Manner-Romberg müsste ein privater Wettbewerber seine Leistungen rund 20 Prozent günstiger als die Deutsche Post anbieten, um überhaupt ins Geschäft zu kommen.

Hermes-Geschäftsführer Hanjo Schneider sagte, Europost werde 2004 rund 50 Mio. Sendungen zustellen. Diese Menge solle sich jährlich verdoppeln. Wegen der hohen Investitionen rechnet er erst 2005 mit dem Erreichen der Gewinnschwelle im Briefgeschäft von Hermes. Grundsätzlich bleibt der Wettbewerb im Postmarkt ein Kampf vieler kleiner Anbieter gegen den Goliath Deutsche Post. Im Jahr 2003 hatte der Postmarkt ein Volumen von 23 Mrd. Euro. Der Umsatz im Briefmarkt beträgt 10,1 Mrd. Euro. Obwohl dieser Markt bereits für den Wettbewerb geöffnet wurde, hält die Deutsche Post einen Marktanteil von 96 Prozent.



Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar