Für die deutschen Messen ist trotz erster Zeichen eines Aufhellens der Konjunktur kein rasches Ende der Durststrecke in Sicht. Nach erneuten Rückgängen bei der Zahl der Aussteller und Besucher in diesem Jahr sei 2004 mit einer Stabilisierung zu rechnen, teilte der Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (Auma) am Mittwoch mit. Eine «durchgreifende Wende in den Plusbereich» sei aber nicht absehbar. Trotz sinkender Ausgaben für Messeauftritte würden die Schauen als Marketinginstrument für viele Firmen sogar wichtiger.
Angesichts der Wirtschaftsschwäche steuern die Messen 2003 das zweite Mal in Folge auf Einbußen zu, die aber nicht mehr so stark sein dürften wie 2002. Bei den 142 internationalen Messen zeichnet sich ein Rückgang der Ausstellerzahlen um 1,5 Prozent auf 161.000 ab. Dabei steige die Zahl der ausländischen Firmen um drei Prozent, während aus dem Inland sechs Prozent weniger Aussteller kämen. Die vermietete Fläche dürfte um vier Prozent auf 6,3 Millionen Quadratmeter zurückgehen. Bei der Zahl der Besucher wird im Vergleich zu den jeweils vorherigen Messen ein Minus von vier Prozent auf 9,6 Millionen erwartet.
Für die 149 im nächsten Jahr geplanten Messen sei bei einer bald anziehenden Konjunktur mit positiven Impulsen zu rechnen, sagte der Geschäftsführende Auma-Vorstand Hermann Kresse. Wegen der längeren Vorlaufzeiten für Messebeteiligungen sei die Ausstellerentwicklung aber eher ein Spätindikator für einen Aufschwung. Die Lage der Messen sei nach Branchen unterschiedlich. So scheine bei Konsumgütern die Talsohle durchschritten. Messen der Informationstechnologie oder der Baubranche liefen dagegen schwächer.
Bei den durchschnittlichen Messebudgets der Unternehmen sei 2004 und 2005 mit Einsparungen um 3,5 Prozent auf 245.000 Euro zu rechnen, wie eine Befragung ergab. Dennoch behaupteten sich Messen im Mix der Verkaufskanäle. Erstmals würden sie wichtiger als der Außendienst eingeschätzt.




