Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist der Verbraucherpreisindex für Deutschland im Januar 2006 gegenüber Januar 2005 um 2,1% gestiegen. Im Vergleich zum Vormonat Dezember 2005 verringerte sich der Indexstand um 0,5%. Im Dezember 2005 hatte die Jahresveränderungsrate ebenfalls bei + 2,1% gelegen. Die Schätzung für Januar 2006 auf Grund der Ergebnisse aus sechs Bundesländern wurde damit bestätigt.
Die hohe Jahresteuerungsrate im Januar 2006 ist immer noch – inzwischen seit fast zwei Jahren in Folge – von überdurchschnittlichen Preiserhöhungen der Mineralölerzeugnisse geprägt. Ohne Einrechnung von Heizöl und Kraftstoffen hätte die Teuerungsrate nur bei 1,3% gelegen. Leichtes Heizöl verteuerte sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um 31,9%, für Kraftstoffe waren 15,4% mehr zu zahlen. Auch die Preise für andere Haushaltsenergien stiegen deutlich (darunter Strom: + 4,2%; Gas: + 19,0%; Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme: + 22,6%). Gegenüber dem Vormonat Dezember 2005 sanken die Heizölpreise um 1,8%, dagegen war erneut ein Anstieg der Kraftstoffpreise um 2,3% zu beobachten. Ohne Heizöl und Kraftstoffe wäre der Verbraucherpreisindex von Dezember 2005 auf Januar 2006 noch etwas stärker, nämlich um 0,6% zurückgegangen.
Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke erhöhten sich gegenüber dem Januar 2005 im Schnitt um 1,3%. Während Brot und Getreideerzeugnisse (+/- 0,0%) sowie Fleisch und Fleischwaren (+ 0,1%) nahezu preisstabil blieben, verteuerte sich vor allem Gemüse um 5,1% (darunter Salatgurken: + 65,7%; Lauch: + 20,9% und Speisekartoffeln: + 13,9%) auf Grund der gegenüber dem Januar des Vorjahres deutlich niedrigeren Wintertemperaturen. Auch für Obst mussten die Verbraucher deutlich mehr als vor einem Jahr zahlen (+ 3,8%; darunter Kiwi: + 10,7%; Apfelsinen: + 7,4% und Bananen: + 5,3%). Die Preisentwicklung bei alkoholfreien Getränken ist nach wie vor geprägt von den steigenden Kaffeepreisen: Bohnenkaffee war im Januar 2006 um 21,3% teurer als im entsprechenden Vorjahresmonat und sein Preis ist binnen Monatsfrist erneut um 0,6% gestiegen. Im Vergleich zum Vormonat Dezember 2005 erhöhten sich die Lebensmittelpreise im Schnitt um 1,0%; insbesondere wurde saisonbedingt Obst und Gemüse teurer (+ 2,0 beziehungsweise + 8,0%).
Der Preisrückgang von 0,5% gegenüber Dezember 2005 ist vor allem auf Verbilligungen bei Pauschalreisen (- 23,7%) und Beherbergungsdienstleistungen (- 17,9%) zurückzuführen. Diese Preise fielen saisonüblich mit dem Ende der Weihnachtsferien. Die entsprechenden Teuerungsraten zum Vorjahr lagen bei + 0,5% und – 0,6%.
Verbraucherfreundlich blieb im Jahresvergleich die Preisentwicklung unter anderem für Informationsverarbeitungsgeräte (- 6,9%), Foto- und Filmausrüstungen (- 10,4%) sowie Telefon- und Telefaxgeräte (- 17,4%). Aufgrund des bevor stehenden Saisonwechsels im Bereich Bekleidung und Schuhe gab es binnen Monatsfrist hier deutliche Preisrückgänge: Im Schnitt sanken die Preise in diesem Bereich um 2,7%.
Der für europäische Zwecke berechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex für Deutschland hat sich im Januar 2006 gegenüber Januar 2005 um 2,1% erhöht. Im Vergleich zum Vormonat ging der Index um 0,6% zurück. Die Schätzung vom 25. Januar 2006 wurde damit leicht nach unten korrigiert. Der harmonisierte Verbraucherpreisindex wird mit dem Januarergebnis erstmals nach dem neuen Indexbasisjahr 2005 = 100 (früher 1996 = 100) ausgewiesen.
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