Eine internationale Forschungsgruppe unter Beteiligung des Museums für Naturkunde Berlin hat ein überraschend komplexes Nervensystem bei Seeigeln entdeckt. Die Tiere verfügen über eine Art „Ganzkörper-Gehirn“, dessen genetische Organisation der des Wirbeltiergehirns ähnelt. Zudem fanden die Forschenden lichtempfindliche Zellen im gesamten Körper der Seeigel – vergleichbar mit Strukturen der menschlichen Netzhaut. Die Studie, gefördert vom Human Frontiers Science Program, wurde in Zusammenarbeit mit der Stazione Zoologica Anton Dohrn (Neapel), dem Laboratoire de Biologie du Développement de Villefranche-sur-Mer und dem Institut de…
UFZ-Studie deckt Wirkmechanismus mit neuer Testmethode auf. Einige Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) sind schwer abbaubar und werden deshalb auch als “Ewigkeitschemikalien” bezeichnet. Sie beeinträchtigen die Gesundheit und können zu Leberschäden, Übergewicht, hormonellen Störungen und Krebs führen. Ein Forschungsteam des UFZ hat die Auswirkungen von PFAS auf das Gehirn untersucht. Mit einer Kombination aus modernen molekularbiologischen Methoden und dem Zebrafischmodell deckten sie den Wirkmechanismus auf und identifizierten die beteiligten Gene. Diese Gene sind auch beim Menschen vorhanden. Das am UFZ entwickelte…
Wie können Computermodelle dabei helfen, mikrobielle Gemeinschaften zu designen? Im Rahmen des von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) koordinierten Sonderforschungsbereichs SFB1535 „MibiNet“ untersuchte ein Forschungsteam aus Aachen, Düsseldorf und East Lansing / USA die Entwicklungsperspektiven der sogenannten Synthetischen Biologie. In der Fachzeitschrift Synthetic Biology erläutern sie, warum sie der rechnergestützten Biologie dabei eine besondere Rolle beimessen. Biologie: Veröffentlichung in Synthetic Biology Gemeinschaften von Mikroorganismen – Bakterien, Pilzen und Viren – finden sich überall, auch und gerade in Organismen. Sie erfüllen dort…
Das Team um Misha Kudryashev am Max Delbrück Center hat ein molekulares Zwischenprodukt eines Serotoninrezeptors identifiziert. Es ist an Krankheiten wie Depressionen und Schizophrenie beteiligt und könnte ein Hinweis auf neue Therapieansätze sein, schreiben die Forscher*innen im „EMBO Journal“. Eine neue, im „EMBO Journal“ veröffentlichte Studie könnte potenziell neue Therapiestrategien für psychiatrische und gastrointestinale Leiden ermöglichen, die mit den derzeit verfügbaren Medikamenten nicht gut behandelbar sind. Dr. Bianca Introini und ihre Kolleg*innen der Arbeitsgruppe „In situ Strukturbiologie“ von Professor Misha…
Forschungsteam publiziert neue Ergebnisse des MOSAiC-Projekts. Photosynthese kann in der Natur auch bei extrem niedrigem Lichteinfall stattfinden, zeigt eine Studie, die die Entwicklung von arktischen Mikroalgen zum Ende der Polarnacht untersucht hat. Die Messungen fanden im Rahmen der MOSAiC-Expedition statt und ergaben, dass Mikroalgen in der Arktis schon Ende März durch Photosynthese Biomasse aufbauen. Zu diesem Zeitpunkt steht die Sonne kaum über dem Horizont, sodass es im Lebensraum der Mikroalgen noch nahezu komplett dunkel ist. Die Ergebnisse der Nature Communications-Studie…
Forschende entdecken, wie Kooperation zwischen verschiedenen Mikroorganismen entstehen kann. Marburger Max-Planck-Forschende haben anhand einer synthetischen Mikrobengemeinschaft untersucht, wie sich schrittweise ein gegenseitiger Nutzen herausbildet. Die Studie zeigt erstmals im Detail, wie es in Lebensgemeinschaften verschiedener Organismengruppen zu einem evolutionären Verlust der Unabhängigkeit kommen kann. Mutualismus ist eine Beziehung zwischen Organismen zweier verschiedener Arten, von der beide profitieren. Er ist bei Tieren und Pflanzen bekannt, spielt aber auch in der mikrobiellen Welt eine wichtige Rolle, wo verschiedene Arten auf engstem Raum…
Forschende der ETH Zürich haben ultraflexible Hirnsonden entwickelt. Damit lässt sich die Hirnaktivität genau und gewebeschonend messen. Das eröffnet der Therapie verschiedener neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen neue Möglichkeiten. In Kürze Mit neuartigen ultraflexiblen Hirnsonden können Forschende die Aktivität einzelner Hirnzellen präzise und über lange Zeit messen. Die Elektroden ähneln Tentakeln und bestehen aus sehr dünnen Goldfasern, die das Hirngewebe schonen. Künftig soll die Technologie Menschen mit neurologischen oder psychiatrischen Krankheiten helfen. Ausserdem wollen die Forschenden damit studieren, wie das Gehirn…
MHH-Studie untersucht, wie wirksam hypertone Kochsalzlösung bei unheilbarer Atemwegserkrankung PCD ist. Bei der Primären Ciliären Dyskinesie (PCD) funktioniert die Selbstreinigung unserer Lunge nicht mehr. Ursache ist eine angeborene Störung der Flimmerhärchen (Cilien) in den Bronchien. Ähnlich wie bei Mukoviszidose lagert sich dadurch zäher Schleim in den Atemwegen an. PCD-Betroffene leiden von klein auf an chronischer Bronchitis, Lungenentzündung oder Erweiterung der unteren Atemwege (Bronchiektasen). Eine Heilung gibt es nicht. Behandelt wird PCD unter anderem mit sogenannter hypertoner Kochsalzlösung, die im Vergleich…
Weltweit erster Nachweis unter Atmosphärenbedingungen stellt Lehrbuchmeinung in Frage. Wieder einmal verblüfft uns die Atmosphäre mit ihren mannigfaltigen chemischen Prozessen. Erstmals haben Forscher am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) in Leipzig die Existenz der schwefligen Säure (H2SO3) unter Atmosphärenbedingungen in der Gasphase nachgewiesen. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Angewandte Chemie veröffentlicht. Im Gegensatz zur bekannteren Schwefelsäure (H2SO4) gilt schweflige Säure (H2SO3) als schwer oder nicht zugängliche (herstellbare) Verbindung. In Lehrbüchern wird die mögliche Bildung von H2SO3 in wässriger Schwefeldioxid (SO2)-Lösung vorgeschlagen,…
Forschende des KIT und der Voxalytic GmbH entwickeln Verfahren, mit dem sich die räumliche Anordnung von Atomen einfach bestimmen lässt – Werkzeug für Medikamenten-Suche. Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Voxalytic GmbH haben eine neue Methode entwickelt, mit der sich erstmals die chirale Struktur eines Moleküls – die exakte räumliche Anordnung der Atome – direkt durch Kernspinspektroskopie aufklären lässt. Dieser wichtige Schritt für die Entwicklung neuer Medikamente war bisher ein zeitaufwändiges Verfahren. Nun könnte die neue Methode…
Leben retten mithilfe von künstlicher Intelligenz: Wissenschaftler der Universität Siegen haben im Rahmen des KIRETT-Projektes ein tragbares Gerät entwickelt, das bei Rettungseinsätzen praktische Handlungsempfehlungen zur Erstversorgung gibt. Es vereint alle bisher bekannten Einsatzdaten der Leitstelle und des Teams vor Ort, misst die Vitaldaten der Patient*innen und führt alle Informationen auf einem kleinen Gerät zusammen, das Einsatzkräfte am Handgelenk tragen. Besonders bei speziellen Einsatzszenarien wie einem Massenanfall von Verletzten oder einem Schlangenbiss spart das Wearable wertvolle Zeit und gibt konkrete Hilfestellungen….
Für die Erforschung der Ursachen von angeborenen Herzfehlern erhält ein Forschungsteam der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum Fördermittel von der Deutschen Stiftung für Herzforschung. Die Gruppe etablierte den Hühnerembryo als Modellorganismus für die pränatale Stressforschung, um die Auswirkungen von Stress auf die Herzentwicklung während der Schwangerschaft zu untersuchen. Die Stiftung fördert die Forschung mit 40.000 Euro für zwei Jahre. In dem Projekt möchte das Bochumer Team genauer herausfinden, welchen Einfluss chronischer Stress auf eine bestimmte Gruppe von Stammzellen hat, die…
Wissenschaftler*innen des Fritz-Haber-Instituts, der Sorbonne-Universität und der Universität Uppsala haben eine bahnbrechende Entdeckung gemacht, die unser Verständnis des Verhaltens von Ionen in Lösungen verbessern kann. Ihre Arbeit mit dem Titel „The solvation shell probed by resonant intermolecular Coulombic decay” wurde in der Zeitschrift Nature Communications veröffentlicht. Die Geheimnisse der Solvathüllen enthüllen Wenn sich Stoffe in einer Flüssigkeit lösen, bildet sich eine „Solvathülle” – eine Schicht von Lösungsmittelmolekülen, die die gelösten Teilchen umgibt. Die Lösungsmittelmoleküle, die diese Solvathüllen bilden, können völlig…
Forschende aus Bonn und Japan klären wie benachbarte Synapsen ihre Reaktion auf Plastizitätssignale koordinieren: Nervenzellen im Gehirn empfangen Tausende von synaptischen Signalen über ihre „Antenne“, dem sogenannten dendritischen Ast. Dauerhafte Veränderungen in der synaptischen Stärke korrelieren dabei mit einer veränderten Größe dendritischer Dornfortsätze, den Spines. Doch wie die Neuronen diese Stärkeänderungen über mehrere, nahe beieinanderliegende und gleichzeitig aktive Synapsen hinweg umsetzen, war bislang unklar. Forschende des Universitätsklinikums Bonn (UKB), der Universität Bonn, der Okinawa Institute of Science and Technology Graduate…
NCT/UCC Dresden: Millionenförderung der Chan Zuckerberg Initiative für hochmoderne Bildgebung zur präzisen Erkennung kleinster Tumore. Eine internationale Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unter der Leitung von Prof. Oliver Bruns (NCT/UCC Dresden), Dr. Andriy Chmyrov (NCT/UCC Dresden), Prof. Ellen Sletten (UCLA) und Prof. Christopher Rowlands (Imperial College London) erhält erneut eine hochkarätige Förderung der Chan Zuckerberg Initiative. Das Team will mit seiner Forschung die Bildgebung in tieferen Gewebeschichten verbessern. Prof. Oliver Bruns (links) und Dr. Andriy Chmyrov (beide NCT/UCC Dresden). Foto:…
Ein Team um Holger Gerhardt und Norbert Hübner vom Max Delbrück Center hat herausgefunden, wie sich neue Arterien bilden. Das könnte Therapien zur Regeneration des Herzmuskels nach einem Infarkt oder Schlaganfall verbessern. Die Ergebnisse wurden in „Circulation Research“ veröffentlicht. Über welchen Mechanismus sich neue Arterien im Herzen bilden, hat ein Team unter Leitung von Dr. Elena Cano aus der Arbeitsgruppe „Integrative Vaskuläre Biologie“ von Professor Holger Gerhardt am Max Delbrück Center in Berlin entschlüsselt. Die in „Circulation Research“ publizierte Studie…
UMG baut Zentrum für robotische Chirurgie aus. Die Unimedizin Greifswald bekommt im September zusätzlich zum bereits eingesetzten Da Vinci Xi einen zweiten OP-Roboter: den Da Vinci SP. Es ist das modernste Operationssystem, mit dessen Hilfe über nur einen einzigen Zugang (SP: Single Port) operiert werden kann. Damit ist die Greifswalder Unimedizin die dritte Uniklinik in Deutschland, die diesen Roboter einsetzt. „Für die Weiterentwicklung der robotischen Chirurgie stellt der Da Vinci Single-Port einen Meilenstein dar“, betont Prof. Richard Hummel, Stellvertretender Direktor…