Eine internationale Forschungsgruppe unter Beteiligung des Museums für Naturkunde Berlin hat ein überraschend komplexes Nervensystem bei Seeigeln entdeckt. Die Tiere verfügen über eine Art „Ganzkörper-Gehirn“, dessen genetische Organisation der des Wirbeltiergehirns ähnelt. Zudem fanden die Forschenden lichtempfindliche Zellen im gesamten Körper der Seeigel – vergleichbar mit Strukturen der menschlichen Netzhaut. Die Studie, gefördert vom Human Frontiers Science Program, wurde in Zusammenarbeit mit der Stazione Zoologica Anton Dohrn (Neapel), dem Laboratoire de Biologie du Développement de Villefranche-sur-Mer und dem Institut de…
Forschungsgruppe der TU Darmstadt entschlüsselt Mechanismus der Tumorkommunikation. Damit ein Tumor wachsen kann, müssen seine Zellen miteinander kommunizieren. Stört man die Kommunikation, kann dies den Tumor bekämpfen helfen. Die Arbeitsgruppe von Dr. Meike Saul an der Technischen Universität Darmstadt hat im Rahmen eines von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Forschungsprojektes einen Mechanismus entdeckt, der maßgeblich zur zellulären Kommunikation im Tumor beiträgt. Die Entdeckung könnte zum Grundstein für innovative Therapieoptionen bei Lungenkrebs werden. Die Ergebnisse der Studie wurden kürzlich in der hochrangigen…
Ob bei einer Krebs-Operation tatsächlich der gesamte Tumor entfernt worden ist, lässt sich mit derzeitigen Verfahren erst nach einem Eingriff mit Sicherheit feststellen. Ein interdisziplinäres Jenaer Forschungsteam hat nun ein neuartiges Faser-Endoskop vorgestellt, mit dem Tumorränder künftig bereits während der Operation direkt im Körperinneren sichtbar gemacht werden könnten. Die Sonde basiert auf einer eigens entwickelten multimodalen Faser und liefert Gewebebilder, die sowohl morphologische als auch biochemische Informationen enthalten. Bis Patientinnen und Patienten Sicherheit darüber haben, ob eine Krebs-Operation erfolgreich war,…
Am Department für Pharmazeutische Wissenschaften der Universität Wien hat ein Forschungsteam einen Therapieansatz entwickelt, mit dem ein Tumorwachstum gestoppt werden könnte. Das Immunsystem schützt den Körper vor dem Entstehen von Krebs. Damit sich die Immunzellen nicht gegen gesunde Zellen wenden, bilden diese einen eigenen Schutzschild: Das Protein CD47 ist ein “Friss mich nicht”-Signal und zeigt den Immunzellen damit an, sie nicht anzugreifen. Aber auch Tumorzellen machen sich dieses Signal zu Nutze, indem sie vermehrt CD47 an ihrer Zelloberfläche präsentieren. Am…
Mit einer Ganzkörper-Kernspinaufnahme (MRT) lässt sich Typ-2-Diabetes diagnostizieren. Das zeigt eine aktuelle Studie von Forschenden des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung, des Instituts für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen des Helmholtz Zentrums München an der Universität Tübingen, des Max- Planck-Instituts für Intelligente Systeme und der Universitätsklinik Tübingen. Sie nutzten Deep-Learning-Methoden* und Daten von mehr als 2000 MRTs, um Patienten mit (Prä-)Diabetes identifizieren zu können. Die Ergebnisse wurden jetzt im Fachjournal JCI Insight veröffentlicht. Übergewicht und viel Körperfett erhöhen das Risiko eines Diabetes….
Team der Universität Göttingen deckt Schlüsselrolle von Hülle-Zellen auf. Ein Forschungsteam der Universität Göttingen hat entdeckt, dass bestimmte Zellen, die die Fortpflanzungsstrukturen versorgen, die für die Überwinterung des Pilzes Aspergillus nidulans im Boden notwendig sind, eine weitere Aufgabe haben. Es fand heraus, dass diese sogenannten Hülle-Zellen eine Schlüsselrolle bei seiner chemischen Verteidigung haben, um hungrige Fressfeinde abzuwehren. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift eLife erschienen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten die Proteine, die für die Produktion von sogenannten Sekundärmetaboliten verantwortlich…
Ein neu implementiertes Laser-Mikrodissektions-System ermöglicht in der Forschung am Universitätsklinikum Jena genomische, proteomische und metabolomische Analysen mit höchster räumlicher Auflösung. Das System wurde von der Thüringer Aufbaubank mit 300.000 Euro gefördert. Krebszelle ist nicht gleich Krebszelle – selbst im Gewebe desselben Tumors können Zellen je nach Ort und Funktion unterschiedliche Mutationen, abweichende Genprofile und variierende Proteinmuster aufweisen. Für Analysen, die das gesamte Genom oder alle hergestellten Eiweiße erfassen, ist deshalb eine genaue Auswahl des Gewebebereiches oder sogar der einzelnen Zelle…
Bayreuther Forschungsarbeiten im Deutschen Museum Nürnberg. Im kürzlich eröffneten Deutschen Museum Nürnberg bietet die Universität Bayreuth Einblicke in ihre Kompetenzen auf dem Gebiet der Biofabrikation unter Einbeziehung einzigartiger Materialien, beispielsweise der Spinnenseide. Forschungsarbeiten unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Scheibel am Lehrstuhl Biomaterialien kombinieren natürliche Wachstumsprozesse und technische Systeme mit dem Ziel, zerstörtes Gewebe in Organen, Haut, Nerven oder Sehnen gezielt wiederaufzubauen. Im Ausstellungsbereich „Körper & Geist“ ist daher in einem der Exponate ein Bioreaktor vom Lehrstuhl Biomaterialien zu…
Ein Team von Neurowissenschaftlern an der Technischen Universität Dresden hat eine neuartige, nicht-invasive bildgebungsbasierte Methode zur Untersuchung des visuell-sensorischen Thalamus entdeckt. Der visuell-sensorische Thalamus ist eine Schlüsselregion im Gehirn, welche die Augen mit der Großhirnrinde verbindet und deren Schädigung mit vielen Störungen des Sehens einhergeht. Die neue Methode könnte in naher Zukunft ein vertieftes Verständnis der visuellen Sinnesverarbeitung ermöglichen. Ein Team von Neurowissenschaftlern an der Technischen Universität Dresden hat eine neuartige, nicht-invasive bildgebungsbasierte Methode zur Untersuchung des visuell-sensorischen Thalamus entdeckt….
COVID-19-Erkrankte können gefahrlos daheim telemedizinisch betreut werden – von Beginn der häuslichen Isolation bis zur Genesung oder, bei Problemen, bis zur Einweisung in die Klinik. Dies hat ein Team der Technischen Universität München (TUM) nun in einer Studie an 150 Patienten mit Risikofaktoren für einen schweren Verlauf erfolgreich unter Beweis gestellt. COVID-19-Patienten sind dazu verpflichtet, sich in häusliche Isolation zu begeben. Insbesondere für Risikopatienten kann dies aber gefährlich sein, wenn sie dort einen schweren Verlauf entwickeln. Ob sie früh genug…
Forschenden des Kiel Evolution Center gelingt erstmals der Nachweis, dass Veränderungen bestimmter Proteine in der Verpackung des Erbguts eine ursächliche Wirkung auf die Häufigkeit von Genmutationen haben. Die Veränderung von Erbinformationen über die Zeit ist ein Schlüsselfaktor für evolutionäre Anpassungen, mit denen Lebewesen auf Veränderungen ihrer Umwelt reagieren können. Einerseits entsteht genetische Variabilität im Zuge der Fortpflanzung, bei der Erbinformationen aufgeteilt und im entstehenden Nachwuchs neu kombiniert werden. Zusätzlich sind Mutationen eine weitere wichtige Quelle genetischer Variabilität. Diese genetische Vielfalt…
Die gezielte Manipulation einzelner Gene bei Fischlarven des Zebrabärblings verändert deren Verhaltensantworten auf optische Reize und hat dadurch Auswirkungen auf das Kollektivverhalten der Tiere, so eine aktuelle Studie mit Konstanzer Beteiligung. Zebrabärblinge (Danio rerio) zeigen in Antwort auf bestimmte visuelle Reize starre Verhaltensantworten, die ausreichen, um das Kollektivverhalten der Tiere zu erklären – und das bereits im Larvenstadium. Mutationen in Genen, die beim Menschen mit neurologischen Erkrankungen in Zusammenhang gebracht werden, verändern diese Verhaltensantworten und dadurch das Gruppenverhalten der Larven….
Dr. Gerti Beliu leitet seit September eine neue Forschungsgruppe am Rudolf-Virchow-Zentrum der Universität Würzburg. Er setzt neuartige Techniken ein um die Auflösung der Mikroskopie noch besser auszuschöpfen und neue Anwendungen für die Biomedizin zu entwickeln. Mit der Technologie der „Click-Chemie“ will Dr. Gerti Beliu am Rudolf-Virchow-Zentrum – Center for Integrative and Translational Bioimaging die Möglichkeiten der Mikroskopie verbessern und Details sichtbar machen, die momentan noch nicht erkennbar sind. „Diese Technik hat das Potential die Mikroskopie zu revolutionieren, ihre biomedizinische Anwendbarkeit…
Wie ein Protein für saubere Arbeitskopien von Genen sorgt. Auf dem Enzymkomplex, der Gene von der DNA abliest, fahren andere Proteine „Huckepack“ bis zu ihrem Einsatzort. Essentiell ist dafür das Protein BRD4, an das die Faktoren während einer Arbeitspause andocken. Das komplexe Zusammenspiel der Faktoren erlaubt es der Zelle auch, in den Prozess steuernd einzugreifen. Von der Erbinformation bis zu einem erkennbaren Merkmal ist es ein langer Weg. Denn damit Gene in Eiweißstrukturen münden oder sogar die Entwicklung eines ganzen…
Starke Müdigkeit, Muskelschwäche bis hin zu Blindheit – mitochondriale Erkrankungen haben verschiedenste Symptome. Aufgrund der hohen Mutationsrate ihrer DNA werden die meisten Erbkrankheiten durch Defekte in den Mitochondrien, den Kraftwerken unserer Zellen, verursacht. In einer soeben im Fachmagazin Nature veröffentlichten Studie zeigen Forscher_innen des Institute of Science and Technology (IST) Austria nun erstmals, die Struktur eines Proteinkomplexes, der für ihre Arbeit besonders wichtig ist. Damit legen sie den Grundstein für neue Behandlungsmethoden. Um ihre vielfältigen Aufgaben zu erfüllen, benötigen Zellen…
Li Zhaoping vom Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen erforscht anhand von Stereogrammen, wie verschiedene Gehirnareale bei der Verarbeitung visueller Reize zusammenwirken. Ihre neue Studie, die nun in der Fachzeitschrift Vision Research erschienen ist, zeigt, dass bestimmte widersprechende visuelle Signale für die Wahrnehmung von räumlicher Tiefe vom Gehirn unterdrückt werden, wenn es dafür genügend Zeit hat. Die Forschungsergebnisse liefern algorithmische Details für eine seit langem diskutierte Hypothese über die Zusammenarbeit der verschiedenen visuellen Zentren im Gehirn. Menschen sind gut darin,…
In der Waschmaschine wird nicht nur die Wäsche sauber, durch den Abrieb von Synthetikfasern gelangen mit dem Abwasser auch winzige Kunststoffpartikel in die Umwelt. Biologen der Universität Bonn wollen zusammen mit dem Fraunhofer UMSICHT und der Firma Hengst nach dem Vorbild von Fischkiemen einen effizienten, nachhaltigen und haltbaren Waschmaschinenfilter entwickeln. Das Projekt „FishFlow“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für ein Jahr mit rund 500.000 Euro gefördert, davon fließen rund 300.000 Euro an die Universität Bonn. Mikroplastik kann…