Ein Forscherteam des Dipartimento di Ingegneria Elettronica ed Informazione am Mailänder Polytechnikum hat ein neues Überwachungssystem für Kranke und Behinderte entwickelt. Mit dem Localization and Ubiquitous Monitoring of Patients for Health Care Support (LAURA) können Patienten ohne aufwändige Kamerainstallationen betreut werden.
“Die Funktionsweise beruht auf einem Netz winziger Sensoren, die auf dem Körper des Probanden und in dessen gewöhnlicher Umgebung angebracht sind”, erklären Matteo Cesare und Marco Tagliasacchi. “Mit Hilfe einer Drahtlosverbindung werden die ermittelten Daten an eine zentrale Monitoringstelle weitergeleitet.” Damit können Befinden und örtliche Position des Patienten rund um die Uhr direkt kontrolliert werden, ohne dabei seinen Alltagsablauf zu beeinflussen. Das System könne auch im Freien eingesetzt werden, sodass der Betroffene nicht nur an die Räumlichkeiten des Behindertenheims gebunden sei.
Kein zusätzliches Personal nötig
Die Vorteile gegenüber den derzeit in Entwicklung befindlichen “intelligenten” Kamerasystemen seien eindeutig, da diese mit zahlreichen Standortproblemen wie Positionierung und wechselnden Lichtverhältnissen zu kämpfen haben. Neben der relativ einfachen Implementierung komme außerdem zum Tragen, dass weder Ärzte noch das übrige medizinische Personal zusätzlich beansprucht werden.
LAURA ist vor allem zur Überwachung von Epilepsiekranken geeignet . Um bei einem Anfall sofort einschreiten zu können, sei die genaue Kenntnis des örtlichen Aufenthaltes entscheidend. In Frage kämen aber auch ältere Menschen, die nach einem Sturz oder einer Aggression auf fremde Hilfe angewiesen sind. Das System ist in Zusammenarbeit mit der Stiftungsgesellschaft Eleonora e Lidia und deren Pflegeheim in Figino Serenza bei Como entstanden.




