Siemens hat ein multifunktionales Lithotripsiesystem entwickelt, eine Kombination aus Steinzertrümmerer (Lithotripter) und Diagnostik-Tisch. Mit dem Lithoskop genannten System können Urologen Röntgen- oder Ultraschallbildgebung zur Untersuchung einsetzen, Diagnosen erstellen, endoskopische- oder lasergeführte Eingriffe durchführen und Steine zertrümmern. Zudem ist die integrierte Stoßwelle für orthopädische Anwendungen oder eine Schmerztherapie geeignet.
Der größte Vorteil des Systems ist, dass sich der Stoßkopf auf einem isozentrischen C-Bogen befindet und somit höchst beweglich ist. Wegen dieser Flexibilität dreht sich das System komplett um den Patienten, der somit während der Therapie nicht mehr umgelagert werden muss. Für Patienten bedeutet dies wesentlich kürzere Wartezeiten. Zusätzlich haben der Arzt und sein Team einen besseren Zugang zum Untersuchungstisch. So kann beispielsweise der Narkosearzt am Kopfende des Tisches arbeiten, was zur zusätzlichen Sicherheit und Optimierung der Behandlung beiträgt.
Das Lithoskop arbeitet mit dem neuen Stoßwellensystem Pulso, das eine um 50 Prozent verlängerte Betriebsdauer gegenüber vergleichbarer Geräte besitzt. Mit einer Eindringtiefe von 16 Zentimetern ist Pulso auch für beleibte Patienten geeignet. Es verfügt zudem über einen großen Stoßwellenfokus, wodurch die Trefferwahrscheinlichkeit für die Zerkleinerung der Steine enorm steigt. So können nahezu alle Steine innerhalb einer Sitzung zerstört werden. Die Stoßwellen haben dank eines großen Fokus eine geringere Energiedichte, was die Nebenwirkungen für Patienten reduziert: Umliegendes, empfindliches Gewebe, vor allem in der Nierengegend, wird nicht geschädigt.
Das multifunktionale Lithoskop ist voll digital und vernetzt die Urologie mit dem Krankenhaus. Alle Patientendaten und Röntgen- sowie Ultraschallbilder werden digital archiviert und sind jederzeit und einfach für den Arzt abrufbar. (IN 2006.09.6)




