Wissenschaftler der Universität Athen haben die Ausbreitung von HIV in Europa auf einer Karte abgebildet. Das Team um Dimitrios Paraskevis hat nachgewiesen, dass vor allem Urlauber, die sich im Ausland infiziert haben, verantwortlich für die Verbreitung der Krankheit sind.
Durch die Analyse von Proben aus 17 europäischen Ländern konnte die Wanderung des Virus über den Kontinent nachgezeichnet werden. Die HIV-Landkarte zeigt, dass Griechenland, Portugal, Serbien und Spanien große Exporteure des Virus sind. Viele Reisende in diese Länder und Migranten verlassen sie mit einer Infektion. Großbritannien gilt als Importeur aber auch als Exporteur. Details der Studie wurden in dem Fachmagazin Retrovirology veröffentlicht.
Auch Israel, Norwegen, die Niederlande, Schweden und die Schweiz sind Exporteure und Importeure. Länder wie Österreich, Belgien, Dänemark, Deutschland und Luxemburg sind laut Studie vor allem Importeure. In Polen ist HIV in sich abgeschlossen. Seine Ausbreitung innerhalb des Landes findet vor allem über die von Drogensüchtigen benutzten Nadeln statt. Für die Erstellung der Landkarte konzentrierten sich die Wissenschaftler auf die in Europa am meisten verbreitete HIV-Form, auf den HIV-1 Subtyp B.
Die Wissenschaftler zeichneten seine Verbreitung durch einen Stammbaum des Virus nach. Dabei konzentrierten sie sich auf die detaillierten genetischen Charakteristiken, die zeigen, wie sich das Virus im Laufe der Zeit entwickelt hat. Paraskevis erklärte, dass sich Viren mit den Reisenden weiter verbreiten. Aus diesem Grund sollten die Gesundheitsprogramme in diesen Ländern sich nicht nur auf die lokale Bevölkerung konzentrieren. Präventionsprogramme sollten auch Migranten, Reisende und Touristen erfassen. Sie seien Hauptquellen und Hauptziele des Virus.



