Ein Gen, das dafür bekannt ist, dass es den Körper gegen schädliche Chemikalien abschirmt, könnte auch gegen Darmkrebs schützen. Wissenschaftler der University of Dundee haben nachgewiesen, dass das Entfernen eines einzelnen Gens bei Mäusen mit einer Prädisposition für Dünndarmkrebs zu einem 50-fachen Anstieg der Tumore führte. Der Anstieg der Adenome scheint mit einer verstärkten Entzündung des Darms zusammenzuhängen, schreibt das Team in PNAS.
GSTP wurde laut BBC bisher mit einer Verringerung von Lungentumoren in Zusammenhang gebracht. Mehrere Studien haben gezeigt, dass es die Lungen und die Haut gegen kanzeröses Wachstum zu schützen scheint. Die aktuelle Studie weist jedoch beim Darm in eine ganz andere Richtung. Bei den Versuchstieren zeigte sich nach der Entfernung des Gens im Dünndarm eine erhöhte Entzündung. Entzündungen wurden bereits mit einem erhöhten Polypen-Risiko in Verbindung gebracht. Manche Arten können wie Adenome kanzerös werden. Hier könnte das Gen jedoch eine Schutzfunktion übernehmen.
Neuer Ansatz der Krebsbehandlung denkbar
Es sind bereits zwei genetische Erkrankungen bekannt, die das Risiko eines Darmkrebses erhöhen und zwar die familiäre adenomatöse Polypose und das erbliche kolorektale Karzinom ohne Polyposis. Diese Erkrankungen sind bei nur rund einem von 20 Darmkrebs-Fällen verantwortlich. Die Ergebnisse der aktuellen Studie haben derzeit keine direkte klinische Anwendung.
Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass bestimmte Arten von Lebensmitteln wie zum Beispiel Broccoli die GSTP-Werte verbessern können. Sollten diese Forschungsergebnisse auch für den Menschen gelten, könnte laut Lesley Walker von Cancer Research UK http://www.cancerresearchuk.org ein neuer Ansatz zur Verringerung des Krebsrisikos gefunden werden. Die Wohltätigkeitsorganisation hat die Studie der University of Dundee finanziell unterstützt.



