Während des zweitägigen Kurses, der von Siemens Medical Solutions in Forchheim bei Nürnberg angeboten wird, vermitteln Experten den Teilnehmern das Know-how einer Koronarangioplastie, also der Erweiterung verengter oder verschlossener Herzkranzgefäße mittels eines Katheters. In dem Simulator kann ein Arzt einen Führungsdraht unter nahezu realistischen Bedingungen navigieren. Das Simulationsprogramm namens Cathi erfasst dazu eine Verengung der Herzkranzgefäße = angiographisch mit simulierten Röntgenstrahlen an einem Dummy. Der Kursteilnehmer muss dann ein verstopftes Herzkranzgefäß identifizieren und das richtige Kathetermaterial auswählen. Unter Anleitung eines erfahrenen Kardiologen schiebt er den Draht zur Engstelle. Dessen Position und Bewegung werden vom Simulations-PC berechnet und auf einem Monitor originalgetreu in einer Arterie oder Vene dargestellt. Der Arzt spürt sogar die Reibung des Drahtes innerhalb des Gefäßes und die Herzbewegung, was das Training besonders realistisch macht.
Der Kursleiter kann auch den Einsatz von Kontrastmitteln simulieren und den Schwierigkeitsgrad ändern: Der angehende interventionelle Kardiologe könnte dann bei seinem virtuellen Eingriff plötzlich mit einer Komplikation wie einer Kontrastmittelunverträglichkeit konfrontiert sein. Die Kursteilnehmer können so die notwendige Routine erlangen, wenn später bei einem echten Eingriff nicht alles glatt läuft. (IN 2006.06.4)



