Siemens ermöglicht eine bislang unerreichte Präzision bei der Behandlung von Herzkrankheiten: Die Lösung „Interventional Cardiac 3D“ (IC3D) stellt Herzkranzgefäße während einer so genannten Kardangiographie dreidimensional dar. Auf diese Weise kann der behandelnde Arzt Länge und Durchmesser von Verengungen oder Verkalkungen der Arterien bei der Behandlung von Herzkranzgefäßen besser erkennen und beurteilen. Damit wird die Diagnose sicherer, die Therapie genauer planbar und die Behandlungszeit kürzer, da der Arzt Größe und Art von Gefäßstützen (Stents) besser an die Verengung im Gefäß anpassen kann.
Zur Darstellung von Herzkranzgefäßen mit IC3D werden zwei Standard-Röntgenaufnahmen genutzt. Das errechnete dreidimensionale Bild kann sofort am Monitor im Untersuchungsraum begutachtet werden. Die Gefäßverengung kann virtuell von allen Seiten betrachtet und gedreht werden. Im Gegensatz zu flachen Abbildungen sind Fehleinschätzungen der Längenverhältnisse von Gefäßen und Engpässen damit praktisch ausgeschlossen. In der bislang üblichen zweidimensionalen Darstellung erscheinen Gefäße abhängig vom Aufnahmewinkel oftmals verkürzt. Die Folge davon können zusätzliche Eingriffe sein.
Am Herzkatheterlabor des Methodist DeBakey Heart Centers in Houston im US-Staat Texas ist die IC3D-Technologie bereits im Einsatz. Die Experten sprechen von einer Revolution bei der interventionellen Kardiologie durch die digitale Bildgebung. Ihrer Aussage zufolge sind die Behandlungen schonender. Zusätzliche Eingriffe, zum Beispiel wenn der Stent zu kurz war und ein zweiter eingesetzt werden muss, können verhindert werden. (IN 2004.01.2)



