Übergang von Drogenkonsum zu Sucht wird sichtbar
Ratten können drei Schlüsselsymptome menschlicher Sucht nachbilden. Damit ist es Wissenschaftlern des Bordeaux Neurosciences Institut erstmals gelungen, an einem Tiermodell den Übergang von Drogenkonsum zur Drogenabhängigkeit zu zeigen. Bereits in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts war bekannt, dass Tiere eine Vorliebe für Drogen haben. Unklar war jedoch, ob sie auch süchtig werden. Die Ergebnisse der Studie wurden in Science veröffentlicht.
Das Team um Pier Vincenzo Piazza ermöglichte, sich frei bewegenden Ratten Kokain zu konsumieren, in dem sie ihre Nasen in ein Loch steckten. Nach drei Monaten waren die Ratten nicht nur sehr widerwillig bereit ihren Drogenkonsum zu reduzieren. Sie hatten auch ein ungewöhnlich starkes Verlangen nach Kokain und auch ein Elektroschock in das Bein konnte sie nicht von der Suche nach der Droge abhalten. Piazza erklärte gegenüber NewScientist, dass damit klar sei, dass Sucht kein soziales Phänomen, sondern eine Gehirnerkrankung sei.
Der Prozentsatz der Ratten, die alle drei Symptome von Sucht aufwiesen, lag mit 17 Prozent gleich hoch wie beim Menschen. Wie der Mensch kehrten auch die süchtigen Ratten nach eine Abstinenz von 30 Tagen am ehesten wieder zur Droge zurück. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass ein anhaltender Kokainkonsum und eine angeborene Prädisposition manche Ratten süchtig werden ließ. Es ist nicht bekannt, was diese Prädisposition verursacht. Es wird aber angenommen, dass es sich um eine Kombination von Stress, schlechtem sozialen Umfeld und genetischen Ursachen handelt.



