Ein neuer Weg mit Potential für die Insulinsyntheseinduktion und die Behandlung von Diabetes
Es gibt 2 Arten von Diabetes. Beide gehen auf Störungen der Insulinproduktion oder der Insulinnutzung zurück. Insulin ist ein Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse produziert und abgesondert wird, den Zuckergehalt des Blutes reguliert und die Nutzung des Zuckers durch die Organe ermöglicht.
Die Diabetes vom Typ 1 ist die sogenannte insulinabhängige Diabetes. Der Typ 1 Diabetiker ist sein Leben lang auf Insulinspritzen angewiesen.
Die Diabetes vom Typ 2 wird durch Fettleibigkeit begünstigt und ist eine Krankheit, die sich wie eine Seuche in den entwickelten Ländern ausbreitet. Im Typ 2 Diabetes wird die Regulierung und Stabilisierung des Zuckergehalts durch eine nicht ausreichende Insulinabsonderung von der Bauchspeicheldrüse und/oder durch eine verminderte Tätigkeit des Insulins in den Zielzellen gestört. Eine Zeit lang können Arzneimittel helfen, nach mehreren Jahre jedoch spricht der Körper auf diese nicht mehr an und eine Insulinbehandlung wird nötig. Um diese Krankheit zu bekämpfen, werden neue therapeutische Strategien benötigt.
Ein Team des Instituts für Genetik und Molekular- und Zellbiologie in Straßburg zeigte vor kurzem, dass der sogenannte E2F1 Transkriptionsfaktor (ein Transkriptionsfaktor ist ein Protein, das den Ausdruck der Gene kontrolliert) für das Wachstum und die Regulierung der Aktivität der Bauchspeicheldrüse eine Rolle spielt. E2F1 war bereits aufgrund seiner Rolle bei der Kontrolle des Zellzyklus und der Vermehrung durch Zelleilung bekannt. Die Forscher haben auch beobachtet, dass Mäuse ohne E2F1 eine kleinere Bauchspeicheldrüse haben, da das Wachstum der Bauchspeicheldrüse nach ihrer Geburt stagniert. Des Weiteren kommt es zu einer Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüsenzellen: sie produzieren kein Insulin mehr.
Eine Aktivierung von E2F1 (z. B. durch Arzneimittel) könnte es deshalb ermöglichen, die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse zu erhöhen und Diabetes zu behandeln.
Kontakt:
Johan Auwerx
Institut Clinique de la Souris, Génopole Strasbourg
F-67404 Illkirch, Frankreich
E-Mail: auwerx@igbmc.u-strasbg.fr
Tel: 0033/3886-53425



