Wirksamkeit von Medikamenten wird nachweisbar
Forscher der New York University School of Medicine haben ein Verfahren zur Messung der Schwere der Erkrankung bei Multipler Sklerose entwickelt. Mit Hilfe der MR-Spektroskopie wurde die so genannte Whole Brain N-acetylaspartate (WBNAA) entwickelt. Dieses Verfahren ermöglicht zusätzlich eine Bewertung der Wirksamkeit der verabreichten Medikamente. Diese neuen Möglichkeiten zur Messung der Virulenz von Multipler Sklerose können Ärzte bei der exakteren Behandlung dieser Erkrankung unterstützen. Die Forschungsergebnisse wurden auf der 89. Jahreshauptversammlung der Radiological Society of North America (RSNA) der Öffentlichkeit präsentiert.
WBNAA misst laut dem leitenden Wissenschaftler Oded Gonen die Menge von N-acetylaspartate (NAA) im Gehirn, einer Chemikalie, die nur in Gehirnzellen vorkommt. “Multiple Sklerose führt zu einer Verringerung dieser Chemikalie im Gehirn. Dieses Defizit ist wie die Geschwindigkeit des Verlustes proportional zur Schwere der Erkrankung.” Das neue Verfahren wird gleichzeitig mit der Kernspinresonanztomografie (MRI) durchgeführt. Der Radiologe hängt die MR-Spektroskopie an, die chemische Informationen auf zellulärer Ebene liefert. Für die Durchführung werden zusätzlich zur MRI zehn Minuten benötigt.
Das Team untersuchte 42 Patienten, 30 Frauen und 12 Männer, mit einem Durchschnittsalter von 38 Jahren. Die Teilnehmer litten zwischen null und zwölf Jahren an schubförmig verlaufender Multipler Sklerose. Es zeigte sich, dass der Grad der Gehirnatrophie und NAA mit der Dauer der Erkrankung jährlich einen deutlichen Rückgang von 0,5 respektive 1,8 Prozent aufwies. Basierend auf dieser Ungleichheit in der Verlustrate wurde festgestellt, dass die Schädigung der neuralen Zellen vor dem Schwund und nicht als Resultat stattfindet. Da diese Veränderungen stattfinden, bevor Symptome sichtbar werden, ermöglicht WBNAA eine frühere, empfindlichere und spezifischere Messung des Krankheitsverlaufes.



