US-Forscher: Ein Wirkstoff wird nicht ausreichen
Der Parasit, der für die Malariaerkrankung verantwortlich ist, ist wesentlich älter als bisher angenommen und genetisch anders, als es sich die Wissenschaftler wünschen. Das ergab eine Analyse von Forschern der Universität von South Carolina in Columbia. Demnach wird es nahezu unmöglich sein, ein einzelnes Medikament zu entwickeln, das die Erkrankung weltweit erfolgreich bekämpfen kann, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature in seiner jüngsten Ausgabe.
Nach Ergebnissen des Molekularbiologen Austin Hughes von der Universität von South Carolina in Columbia und Xin-Zhuan Su vom National Institute of Allergy and Infectious Deseases in Bethesda, Maryland, haben sich die Malaria-Parasiten vor 100.000 bis 180.000 Jahren verschiedenartig entwickelt. In diesem Zeitraum gab es auch eine Bevölkerungsexplosion des Menschen, die zu einer großen Migration um den Globus führte. Die Malariaerreger sind wahrscheinlich mit den Menschen mitgewandert.
Die Forscher haben den Malariaerreger Plasmodium falciparum von fünf Kontinenten genauer untersucht. Beim Scanning fanden die Wissenschaftler im dritten Chromosom unterschiedliche SNPs (so genannte Single-Nucleotide Polymorphisms). Diese sind ein Hinweis auf zufällige Mutationen, die ein Lebewesen hinter sich hat und geben daher Aufschluss darüber, wie nahe Lebewesen der gleichen Spezies miteinander verwandt sind.
Doch auch zu dieser These gibt es bereits kritische Stimmen. Die Analyse ist nach Aussagen von Francisco Ayala von der University of California in Irvine mangelhaft. Ayala arbeitet seit fünf Jahren an einer Malaria Prophylaxe, die sowohl in Thailand als auch in Afrika wirken soll. Seiner Meinung nach sind die meisten der Parasiten vor 3.000 bis 5.000 Jahren ausgestorben. Nur eine kleine Population hat damals überlebt. Diese war genetisch mehr oder weniger homogen. Daher könne ein neuer Wirkstoff kaum Resistenzen entwickeln.



