Lichtempfindliche Silikonlinse wird auf Bedürfnisse des Patienten eingestellt
Forscher der University of California, San Francisco (UCSF) haben in Zusammenarbeit mit dem US-Unternehmen Calhoun Vision eine neuartige Linse entwickelt, die kurz nach einer Operation von Grauem Star auf die Bedürfnisse des Patienten eingestellt werden kann. Bei Grauem Star, einer Trübung der Augenlinse, wird die getrübte Linse entfernt und durch eine Kunststofflinse ersetzt. Ein Großteil der Patienten muss nach einer derartigen Operation Brillen tragen, um scharf zu sehen, da eine Anpassung der Linsen vor dem Eingriff nicht möglich ist. Die “Light Adjustable Lens” (LAL) soll 2003 in Europa erhältlich sein. US-Bürger müssen noch bis 2006 warten.
“Mit Hilfe der neuen Technologie können wir nach der Einpflanzung der Linse und abgeschlossener Wundheilung bzw. nach einer zwei- bis vier2003 öchigen Regeneration des Auges die Brechkraft der Linse verändern”, erklärte Daniel Schwartz, Direktor der Netzhaut-Abteilung an der UCSF und Co-Entwickler der LAL. Die lichtempfindliche Silikonlinse wird zwei Wochen nach dem Eingriff mittels einer schwachen Lichtquelle an die gewünschte Stelle platziert.
Die Feineinstellung basiert auf einer Interaktion zwischen Licht und photoempfindlichen Materialen, so genannten Macromeren, die sich in der Linse befinden. Diese Macromere verbinden sich bei Lichteinstrahlung zu Polymeren. In der Folge verändert sich die Wölbung der Linse und somit ihre Brechkraft. Die Brechkraft der Linse kann in Abhängigkeit davon, auf welchen Bereich das Licht gerichtet wird, verringert oder erhöht werden. Forscher rechnen damit, dass die Linse auch zur Behandlung von Kurz- und Weitsichtigkeit eingesetzt werden kann.



