Indem sie Nichtschwimmer mit sich ziehen, bestimmen schwimmende Bakterien die Struktur gemischter Mikrobenverbände. Bakteriengemeinschaften sind für den Menschen von großer Bedeutung. Doch wie entsteht die komplexe Struktur, die für das Funktionieren der Arten entscheidend ist? Wie ein Forscherteam um Dr. Remy Colin vom Max-Planck-Institut in Marburg herausgefunden hat, reichen dafür im Prinzip rein physikalische Wechselwirkungen zwischen schwimmenden und nicht schwimmenden Bakterien aus. Das Bild zeigt das Dichtemuster von unbeweglichen Zellen (in grün), das in der Nähe einer Oberfläche entsteht, wenn…
Uni Osnabrück untersucht Herzklappen von Fruchtfliegen… Gerade einmal zweieinhalb Millimeter messen die Fruchtfliegen (Drosophila melanogaster), an denen die Arbeitsgruppe der Zoologie und Entwicklungsbiologie der Uni Osnabrück forscht. Für die Untersuchung der Herzklappe der Insekten, die nur unter dem Mikroskop erkennbar ist, ist also Fingerspitzengefühl gefragt. Im von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit jüngst erneut einer Postdoc-Stelle und Sachmitteln geförderten Projekt „Entwicklung und Funktion von Herzklappenzellen bei Drosophila melanogaster“ (DFG PA 517/13-2), gehen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Physiologie und Morphologie…
Borstenwürmer bilden Borsten Stück für Stück. Besseres Verständnis dieses natürlichen Entstehungsprozesses bietet Potenzial für technische Entwicklungen. Eine neue interdisziplinäre Studie der Gruppe um den Molekularbiologen Florian Raible von den Max Perutz Labs an der Universität Wien gibt spannende Einblicke in die Borsten des Meeresringelwurms Platynereis dumerilii. Spezialisierte Zellen, so genannte Chaetoblasten, steuern die Entstehung der Borsten. Ihre Arbeitsweise ähnelt verblüffend der eines technischen 3D-Druckers. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit mit Forscher*innen der Universität Helsinki, der Technischen Universität Wien und der…
Freiburger Forscher*innen haben einen Weg gefunden, wie die Wirkung der zellbasierten CAR-T-Zell-Therapie bei einer Leukämie verstärkt und die Nebenwirkungen reduziert werden könnte / Veröffentlichung in Nature Cancer. Körpereigene Immunzellen im Labor gegen den Krebs aktivieren: Das ist das Prinzip der sogenannten CAR-T-Zelltherapie, die bei bestimmten Krebsformen, wie der Akuten lymphatischen Leukämie (ALL) sehr erfolgreich eingesetzt wird. Allerdings tritt teilweise der Krebs wieder auf und einige Patient*innen haben neurologische Beschwerden. Wissenschaftler*innen der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg haben nun im Tiermodell…
TU Berlin stellt Tandem-Elektrolyseur für eine Kreislaufwirtschaft mit Kohlendioxid vor. Wissenschaftler*innen der TU Berlin haben eine Kombination aus zwei Elektrolysezellen vorgestellt, die Kohlendioxid zusammen mit Wasser unter Zuhilfenahme von Strom direkt in Grundchemikalien für die chemische Industrie umwandeln kann. Dabei wird bei der ersten Elektrolyse aus Kohlendioxid zunächst Kohlenmonoxid hergestellt, was dann in der zweiten Elektrolysezelle zusammen mit Wasser Kohlenwasserstoffe bildet. Im Gegensatz zu den sonst üblicherweise verwendeten teuren Metallkatalysatoren wird hier eine mit wenigen Nickelatomen und Stickstoff dotierte Kohlenstoffelektrode…
… löst großes Rätsel des Meeres. Forschende des Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie haben im Meer eine bisher unbekannte Partnerschaft zwischen einer Kieselalge und einem Bakterium gefunden, die für große Teile der Stickstofffixierung in weiten Ozeanregionen verantwortlich sein kann. Der neu beschriebene, bakterielle Symbiont ist eng verwandt mit stickstofffixierenden Rhizobien, die mit vielen Kulturpflanzen zusammenleben. Diese Entdeckung könnte neue Wege für die Entwicklung von stickstofffixierenden Pflanzen eröffnen. Stickstoff ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Lebens. Er steuert zudem das Wachstum von Nutzpflanzen…
Ein verbessertes Verfahren zur Isolierung zirkulierender Tumorzellen ebnet den Weg für maßgeschneiderte Therapien in der personalisierten Onkologie: Wissenschaftlerinnen vom DKFZ-Hector Krebsinstitut an der Universitätsmedizin Mannheim zeigen in einer aktuellen Studie, dass es möglich ist, über eine Anreicherungstechnik von Blutzellen (Diagnostische Leukapherese) ausreichend zirkulierende Tumorzellen zu gewinnen, um den Tumor und dessen Heterogenität umfassend analysieren zu können. Dies ist ein wichtiger Schritt hin zur personalisierten Onkologie: „Damit können wir zukünftig minimal invasiv – mittels Blutprobe – tiefe Einblicke in das Ansprechen…
Zwei Arten von Meeresbakterien aus der Nordsee pflegen eine ungewöhnliche und teils zerstörerische Beziehung, um gemeinsam das wichtige Vitamin B12 herzustellen. Das berichten Forschende aus Oldenburg und San Diego im Wissenschaftsmagazin „Nature“. Die Experimente des Teams decken auf, dass die beiden Mikrobenarten eine koordinierte Strategie entwickelt haben, um an das knappe, aber essentielle Vitamin zu kommen. Die komplexe Interaktion von Kleinstlebewesen im Meer besser verstehen: Diesem Ziel ist ein deutsch-amerikanisches Forschungsteam um den Oldenburger Mikrobiologen Dr. Gerrit Wienhausen ein Stück…
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die Einrichtung eines neuen Graduiertenkollegs (GRK) in der Biologie an der Universität Göttingen. Das GRK mit dem Titel „Evolutionary Genomics: Consequences of Biodiverse Reproductive Systems (EvoReSt)“ verfolgt einen interdisziplinären Ansatz, der die Evolution von Genomen unter verschiedenen Reproduktionsformen an Organismen aus dem gesamten „Tree of Life“ untersucht. Die DFG fördert das GRK in den kommenden fünf Jahren mit insgesamt rund 6,6 Millionen Euro. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen die Evolution des Kerngenoms mit asexueller und…
Forschende der Uni Würzburg haben herausgefunden: Das Onkoprotein MYCN lässt Krebszellen nicht nur stärker wachsen, sondern macht sie auch resistenter gegen Medikamente. Für die Entwicklung neuer Therapien ist das ein Durchbruch. Die Würzburger Forschenden Stefanie Ha (1.v.l.), Leonie Uhl, Dimitrios Papadopoulos (3.v.l.) und Daniel Fleischhauer sind Teil des Teams, das die RNA-Bindung des Onkoproteins MYCN entdeckt hat. (Bild: Stefanie Ha/JMU) Eigentlich sind Onkoproteine für Menschen überlebenswichtig: Tausendfach sorgen sie in unseren Körpern dafür, dass Zellen wachsen und sich teilen. Sie…
Marburger Forschungsteam beleuchtet, wie Nervenzellen Netzwerke bilden. Ein Molekülpaar zu trennen, hat Auswirkungen auf das Networking im Hirn: So lässt sich zusammenfassen, was eine Marburger Forschungsgruppe jetzt über die Vernetzung von Nervenzellen herausgefunden hat. Diese hängt demnach davon ab, wie die Proteine CAP1, SRF und dessen Bindungspartner MRTF miteinander interagieren. Wie genau der Steuerungsprozess vor sich geht, berichtet das Team in der Fachzeitschrift „Science Signaling“. Um Netzwerke im Hirn zu knüpfen, ist der Umbau von Nervenzellen nötig; er umfasst insbesondere…
Prof. Dr. Diana Dudziak erforscht als neue Direktorin des Instituts für Immunologie am Universitätsklinikum Jena die Rolle der dendritischen Zellen in der Immunantwort. Die dendritischen Zellen sind nach den Verästelungen ihrer Zellmembran benannt, mit denen sie Gewebe abtasten und Krankheitserreger erkennen können. Die deshalb auch als Wächterzellen des Immunsystems bezeichneten Zellen binden solche körperfremde Strukturen oder auch Teile von Tumorzellen, verarbeiten sie und bewegen sich zum nächsten Lymphknoten. Dort alarmieren sie weitere Immunzellen wie zum Beispiel T-Zellen und lösen damit…
Forscher aus China und Regensburg kooperieren seit 12 Jahren, um gemeinsam die Rollen von sekretierten Peptiden während der Befruchtung zu entschlüsseln. In den beiden aktuellen Studien berichten sie über die Entdeckung eines Schloss und Schlüssel-Prinzips wie RALF-Peptide nur das Einwachsen eigener Pollenschläuche ermöglichen und über eine Doppelrolle als Zellwandkomponenten und extrazelluläre Sensoren der Zellwandintegrität von Pollenschläuchen. „Als Prof. Dr. Li-Jia Qu von der Peking Universität in China mich vor 12 Jahren angesprochen hat, um gemeinsam die Rolle von allen Cystein-reichen…
Unser menschliches Gehirn ist nicht nur größer und enthält mehr Nervenzellen als die Gehirne anderer Arten, sondern ist auf eine ganz besondere Weise vernetzt: Dicke Nervenbündel verbinden Gehirnregionen über weite Strecken, etwa die linke und die rechte Gehirnhälfte. Ein ForscherInnenteam des IMBA, rund um Catarina Martins-Costa, Nina Corsini und Jürgen Knoblich, präsentierte nun das erste Organoidmodell, in dem diese Informations-Autobahnen untersucht werden können. Die Ergebnisse erschienen am 7. Mai im Fachmagazin Cell Stem Cell. Unser Gehirn ähnelt dem Straßennetz: Wie…
Erstes Gewebe-Modell der Leber völlig ohne Materialien tierischer Herkunft hergestellt. Wissenschaftler*innen der TU Berlin haben mit Hilfe von 3D-Biodruck erstmals ein Modell der Leber aus menschlichen Zellen hergestellt, ohne dabei auf Materialien tierischen Ursprungs zurückgreifen zu müssen. Dieser Erfolg ist ein wichtiger Schritt hin zu biomedizinischer Forschung und Lehre, die vollständig auf Methoden ohne Tierleid aufbaut. Bisher ist es nämlich so, dass auch Ersatzmethoden für Tierversuche zum Beispiel Nährlösungen verwenden, die aus den Föten von Kälbern gewonnen werden. Und unter…
Forschende entwickeln eine neue Variante des besonders schnell wachsenden Bakteriums Vibrio natriegens. Vibrio natriegens, das Bakterium mit der höchsten bisher bekannten Teilungsrate, verteilt sein Erbgut auf zwei Chromosomen. Ist das der Grund für sein schnelles Wachstum? Nein, sagen Forscherinnen und Forscher des Max-Planck-Instituts für terrestrische Mikrobiologie und des Zentrums für Synthetische Mikrobiologie der Philipps-Universität Marburg. Sie haben mit Hilfe der Synthetischen Biologie einen neuen Stamm mit nur einem Chromosom entwickelt. Er könnte in Zukunft Forschung und Anwendung vereinfachen und ist…