Forscherinnen des Julius Kühn-Instituts (JKI) analysieren Wildarten der Genbanksammlung, geben Einblicke in die evolutionäre Entwicklung der Gattung und prognostizieren den Erfolg von Artkreuzungen für die Entwicklung neuer Sorten. (Quedlinburg) „Kaufen sie noch Geranien oder schon Pelargonien?“ Mit dieser Frage steigt Dr. Sylvia Plaschil vom Julius Kühn-Institut gerne ins Gespräch ein, wenn sie über ihr Forschungsobjekt, die Vertreter aus der Zierpflanzengattung Pelargonium, berichtet. Der Trivialname „Geranie“ hält sich hartnäckig, auch im Handel der sortenreichen und weitverbreiteten Beet- oder Balkonpflanzen. Zeit, eine…
• Schritt hin zu einer Optimierung von medizinischer Diagnostik • Zukünftige Nanoporen-basierte Analyse von Proteinen könnte einfacher, schneller und kostengünstiger als bisherige Analysemethoden sein • Studienleiter Behrends: „Wir konnten mit unseren Versuchen erstmals zeigen, dass die Nanoporen-Analytik es erlaubt, Moleküle nicht nur anhand ihrer Größe, sondern auch anhand ihrer Form zu unterscheiden.“ Als epigenetische Modifikationen bezeichnete Veränderungen spielen unter anderem bei der Krebsentstehung eine wichtige Rolle. Sie schnell und zuverlässig analysieren zu können, könnte zum Beispiel wesentlich dazu beitragen, die…
Ein nur fingernagelgroßer Chip ersetzt sperriges Labor-Equipment. An der TU Wien wurde ein Infrarot-Sensor entwickelt, der in Sekundenbruchteilen Inhaltsstoffe von Flüssigkeiten detektiert. Was machen die Moleküle gerade im Reagenzglas? In der chemischen Technologie ist es oft wichtig, exakt zu messen, wie sich die Konzentration bestimmter Substanzen verändert – oft auf einer Zeitskala von Sekunden. Gerade in der Pharmaindustrie müssen solche Messungen extrem präzise und zuverlässig sein. An der TU Wien wurde ein neuartiger Sensor entwickelt, der sich dafür hervorragend eignet…
– Prof. Katrin F. Domke ist neu an der UDE. Industrie und Gesellschaft brauchen Strom – aber nachhaltig soll er sein. Prof. Dr. Katrin F. Domke erforscht an der Chemischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE), wie die Umwandlung von Energie optimiert werden kann. Sie hat die Professur für Physikalische Chemie von Flüssig-Fest-Grenzflächen in heterogener Katalyse und chemischer Energiekonversion angenommen. Bei der Analyse chemischer Prozesse nimmt Domke die Atome und Moleküle in den Blick – und zwar im wahren Wortsinn: „Wir…
Die Oder ist der letzte große Fluss in Deutschland, den Fische und andere Tiere noch über weite Strecken barrierefrei durchwandern können. Seit 2006 ist sie auch das Schwerpunktgebiet zur Wiederansiedlung des Baltischen Störs. Er steht auf der Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation (IUCN); keine Tiergruppe ist heute stärker gefährdet als Störe. Theoretisch hätten in diesem Sommer in der Oder zum ersten Mal Jungstöre aus Eiern von in den Fluss zurückkehrenden Elterntieren schlüpfen können. Doch dann kam die menschengemachte Umweltkatastrophe. Wie geht…
Was wir in unserer Umwelt wahrnehmen ist manchmal das Ergebnis eines wertbasierten Entscheidungsprozesses, so eine aktuelle Literaturanalyse in der Fachzeitschrift Neuron. Für uns Menschen erscheint das, was wir sehen, ein unkomplizierter Vorgang zu sein. Tatsächlich aber sind die hierfür zugrunde liegenden Berechnungen unseres Gehirns überraschend komplex. Eine aufschlussreiche Möglichkeit, Wahrnehmungsprozesse wissenschaftlich näher zu untersuchen, besteht darin, Testpersonen visuellen Reizen auszusetzen, die ihnen nicht eindeutig interpretierbar erscheinen. Bei widersprüchlichen Wahrnehmungen, wie sie zum Beispiel von Kippbildern bekannt sind, tendiert das Gehirn…
Eine kurze Behandlung mit Rapamycin hat die gleichen positiven Auswirkungen auf die Lebenszeit und die Gesundheit im Alter, wie eine lebenslange Behandlung, zeigen Forschende vom Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns an Fruchtfliegen und Mäusen. Rapamycin ist das derzeit vielversprechendste Anti-Aging-Mittel. Allerdings wird es, um die maximale Wirksamkeit des Medikaments zu erzielen, oft lebenslang verabreicht. Doch selbst bei niedrigen Dosierungen, die zur Vorbeugung von altersbedingtem Verfall verwendet werden, können Nebenwirkungen auftreten. Daher könnte die kürzere Behandlungsdauer die Anwendung im Menschen wahrscheinlicher…
Die „Spanische“ Wegschnecke (Arion vulgaris) breitet sich in Europa immer weiter aus. Für ihr enormes Ausbreitungs- und Schädlingspotential könnte eine besonders hohe Anzahl sogenannter „springender“ Genabschnitte die Grundlage sein, vermuten SNSB Zoolog:innen. Die Forscher:innen veröffentlichten kürzlich die vollständige Entschlüsselung des Gesamtgenoms der Landschnecke in der Fachzeitschrift Scientific Reports. Die „Spanische“ Wegschnecke, die eigentlich Gemeine oder Gewöhnliche Wegschnecke heißt (Arion vulgaris), gilt als einer der größten Schädlinge in Europa. Sie richtet nicht nur in Haus- und Nutzgärten, sondern auch in der…
Effizienter Titankatalysator für die Produktion von PEF, der regenerativen PET-Alternative. Für Getränkebehälter lässt sich der Kunststoff PET sehr gut durch Polyethylenfuranoat (PEF) aus regenerativen Quellen ersetzen. Die Herstellung des Rohstoffs für PEF aus Biomasse ist jedoch bislang wenig effizient. Ein neuer Photokatalysator auf Titanbasis könnte die Rohstoffproduktion effizienter und damit sparsamer machen, schreibt nun eine Forschungsgruppe in der Zeitschrift Angewandte Chemie. Soll Biomasse weiterverarbeitet werden, wird aus dem Mix aus natürlichen Stoffen zunächst ein chemischer Grundstoff gewonnen, das 5-Hydroxymethylfurfural (HMF)….
Ist die geografische Geschichte des Sundalandes eng mit der Evolution der Sumatra-Kaskadenfrösche verknüpft? Diese Frage untersuchte ein internationales Team um Herpetologin Umilaela Arifin des LIB in ihrer neusten Studie, die im Fachmagazin „Nature Scientific Report“ erschienen ist. Sie vermuten, dass sich diese Frösche bereits ausbreiteten, bevor sich die Formation der Wassereinzugsgebiete im Pleistozän – also der Erdgeschichte vor etwa 2,5 Millionen bis vor 11.650 Jahren – gebildet hat. Diese Erkenntnisse stellen vorherige Annahmen der Fachwelt in Frage. Flüsse gelten als…
Molekulare Motoren sind komplexe Mikromaschinen, die in biologischen Zellen zahlreiche mechanische Aktionen ausführen. Um die Arbeitsweise dieser Winzlinge zu verstehen, muss man ihre genaue Struktur erkunden. Ein Forschungsteam um Thomas C. Marlovits vom Zentrum für Strukturelle Systembiologie (CSSB) bei DESY hat nun die Architektur, den kompletten Funktionszyklus und den Wirkmechanismus eines solchen molekularen Motors aufgeklärt. Das Team berichtet im Fachblatt „Nature“, wie der sogenannte RuvAB Branch Migration Complex chemische Energie in mechanische Arbeit umwandelt, um die Rekombination und Reparatur des…
Ein Team um Prof. Dr. Jörg Kudla der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster hat herausgefunden, dass Salzstress in einer speziellen Zellgruppe in der Pflanzenwurzel, die eine „natriumempfindliche Nische“ bilden, Kalziumsignale auslöst. Die Wissenschaftler identifizierten darüber hinaus einen Schaltermechanismus zur Anpassung an unterschiedliche Stärken von Salzstress in dem ein bestimmtes kalziumbindendes Protein (CBL8), besonders zur Salztoleranz unter starken Salzstressbedingungen beiträgt. Die Studienergebnisse sind nun im Fachmagazin „Developmental Cell“ erschienen. Für Pflanzen sind ungünstige Umweltbedingungen ein erheblicher Stress. Ein hoher Salzgehalt (Natriumchlorid, NaCl)…
Die Ernährungsweise des Filtrierens von Schwebteilen aus dem Wasser war bei Wasserinsekten bereits früher entwickelt als bisher vermutet. Dies zeigen Untersuchungen an fossilen Insektenlarven aus dem „Voltziensandstein“ der Vogesen durch Dr. Arnold Staniczek, Wasserinsekten-Spezialist am Naturkundemuseum Stuttgart, und seines Kollegen Dr. Pavel Sroka von der tschechischen Akademie der Wissenschaften in Budweis. Bisher waren die Lebensweise und die systematische Einordnung dieser Tiere umstritten. Die Wissenschaftler konnten anhand einer Merkmalsanalyse nachweisen, dass es sich bei den Fossilien um aquatische Larven von Eintagsfliegen…
Sterbende Riffe und ausgbleichte Korallenstöcke: Der Klimawandel setzt Korallen massiv zu. Die Korallenbleiche greift durch das wärmer werdende Wasser immer weiter um sich. Doch nicht alle Korallen reagieren darauf gleich empfindlich. Ein internationales Team um Cesar Pacherres und Moritz Holtappels vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven sowie Soeren Ahmerkamp vom Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie in Bremen hat nun eine mögliche Erklärung dafür: Mithilfe von winzigen Flimmerhärchen können Korallen die Strömungsverhältnisse in ihrer Umgebung beeinflussen und sich…
Beim Menschen und bei vielen anderen Arten beeinflussen sowohl die von der Mutter als auch die vom Vater vererbten Gene die Entwicklung des Embryos. Beim Lebermoos Marchantia polymorpha übernimmt die Mutter die totale Kontrolle, wie Forscher aus der Gruppe von Frédéric Berger am Gregor Mendel Institut jetzt herausgefunden haben. In ihrer neuen im Fachjournal eLife veröffentlichten Studie zeigt die Gruppe, dass die Mutterpflanze beim Lebermoos die väterlichen Gene in ihren Embryonen vollständig deaktiviert, damit deren Entwicklung fehlerfrei ablaufen kann. Der…
Selektiver Einschluss von Seltenerdmetall-Hydraten in Wirtsmoleküle. Metalle der Seltenen Erden sind unabdingbar für viele technische Produkte, von Smartphones, Notebooks über Akkus, Elektromotoren und Windräder bis zu Katalysatoren. Ein japanisches Team stellt in der Zeitschrift Angewandte Chemie einen molekularen „Käfig“ mit „Deckeln“ vor, mit sich bestimmte Seltenerdmetall-Ionen selektiv gewinnen oder recyclen lassen. Zu den Seltenen Erden zählen 17 Metalle: Scandium, Yttrium, Lanthan und die Lanthanoide, d.h. die 14 Elemente, die im Periodensystem auf Lanthan folgen, wie Neodym und Europium. Der Name…