Internationale Forscherteams sequenzieren und beschreiben Farn-Genom – Team der Justus-Liebig-Universität Gießen an Publikation in Nature Plants beteiligt. Farne sind Überlebenskünstler und gelten als „Zeugen der Urzeit“. Seit Millionen von Jahren besiedeln Farnpflanzen die Erde. Lange führten sie – auch sprichwörtlich – ein Schattendasein, heute gilt das wissenschaftliche Interesse den Farnpflanzen vor allem deshalb, weil sie für ihre riesigen Mengen an DNA bekannt sind. Eine Farnpflanze, die man in einem Topf mit dem Durchmesser eines Suppentellers ziehen könnte, hält den „Weltrekord“…
Wien weist im Vergleich zu anderen Städten eine sehr hohe Wildbienen-Diversität auf. Grund dafür sind die klimatischen Bedingungen, die geographische Lage und ausreichend vorhandene naturnahe Lebensräume. Nun wird im Rahmen eines aktuellen Forschungsprojekts auch das Gelände des Verschiebebahnhofs Breitenlee untersucht, in dem sich seltene Wildbienen-Arten aufhalten. In Wien wurden bisher über 450 Arten von Wildbienen nachgewiesen, was 66% der gesamten Artenzahl in Österreich darstellt. Ein hinsichtlich Wildbienen-Diversität bisher wenig untersuchtes Gelände stellt der Verschiebebahnhof Breitenlee dar, ein zu Beginn des…
Quietschbunt, wolkenförmig oder kugelrund – Elektronenorbitale zeigen, wo und wie sich Elektronen um Atomkerne und Moleküle bewegen. In der Chemie und Physik werden sie für die quantenmechanische Beschreibung und Vorhersage chemischer Reaktionen eingesetzt. Nur wenn sich die Orbitale räumlich und energetisch nahe sind, lassen sie sich kombinieren – dies geschieht, wenn zwei Stoffe miteinander chemisch reagieren. Daneben gibt es aber noch eine weitere Voraussetzung, die erfüllt sein muss, wie Forschende des Forschungszentrums Jülich und der Universität Graz nun herausgefunden haben:…
Im Garten gehören Blattläuse zu den eher ungeliebten Gästen. In der Landwirtschaft können die kleinen Insekten umso größeren Schaden anrichten. Aber wie wählen sie eigentlich ihre Wirtspflanzen aus? Welche grundlegenden Mechanismen stecken dahinter? Forscher der Universitäten Bonn und Kassel stellen jetzt zwei neuartige Modelle vor, mit denen das Farbsehen und somit die Reaktion der Blattläuse auf Pflanzen analysiert werden kann. Das eröffnet neue Möglichkeiten für die zukünftige Forschung zu diesem Thema – kann aber auch für landwirtschaftliche Anwendungen relevant sein….
Heidelberger Forscher weisen nach, wie auf molekularer Ebene Verletzungen in Regenerationssignale umgewandelt werden. Das Phänomen der Regeneration wurde vor mehr als 200 Jahren beim Süßwasserpolypen Hydra entdeckt. Weitgehend unklar blieb aber, wie die geordnete Neubildung von zerstörtem Gewebe oder verlorenen Organen aktiviert wird. Ein interdisziplinäres Forschungsteam an der Universität Heidelberg konnte nun mit seinen Untersuchungen an Hydra zeigen, auf welche Weise bei einer Verletzung freiwerdende Signale für die Wundheilung in spezifische Signale für Musterbildung und Zelldifferenzierung überführt werden. Wesentliche Bestandteile…
Menschen bilden ein eigenes Oxidationsfeld und verändern die Chemie der Raumluft. Wir verbringen typischerweise 90 Prozent unserer Zeit in Innenräumen. Dort sind wir von einem unsichtbaren Molekülcocktail umgeben: Wände, Böden und Möbel gasen aus, beim Kochen oder Putzen entweichen chemische Stoffe in die Luft und je nach Umgebung gelangen auch Schadstoffe von außen nach innen. Außerdem geben wir ständig selbst beim Atmen und über die Haut diverse Moleküle an die Umgebung ab. Doch wie verschwinden die Chemikalien wieder? In der…
TWINCORE-Forschende beschreiben, wie Birkenpollen Immunzellen beeinflussen. Birkenpollen sind nicht nur für Allergiker lästig. Sie beeinflussen die Zellen des angeborenen Immunsystems und machen anfälliger für Virusinfektionen. Bisher war nicht bekannt, welcher Mechanismus diesem Phänomen zugrunde liegt. Ein Team von Forschenden am TWINCORE in Hannover hat jetzt gemeinsam mit Kooperationspartnerinnen von der Universität Augsburg aufgeklärt, wie Birkenpollen die Immunabwehr verändern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten Sie in der Fachzeitschrift Allergy. In den Monaten März bis Mai machen die Pollen der Birke vielen Menschen zu…
Künstliche Intelligenz (KI) kann so trainiert werden, dass sie erkennt, ob ein Gewebebild Tumor enthält. Wie sie ihre Entscheidung trifft, bleibt bislang jedoch verborgen. Ein Team des Forschungszentrums für Protein-Diagnostik, kurz PRODI, der Ruhr-Universität Bochum entwickelt einen neuen Ansatz: Mit ihm wird die Entscheidung einer KI erklärbar und somit vertrauenswürdig. Den Ansatz beschreiben die Forschenden um Prof. Dr. Axel Mosig in der Zeitschrift „Medical Image Analysis“, online veröffentlicht am 24. August 2022. Für die Arbeiten kooperierte Bioinformatiker Axel Mosig mit…
Wissenschaftler scannen mit Hilfe von Mikrocomputertomografie rund 20 Millionen Jahre alten Bernstein. Ein Team von Wissenschaftlern der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der Universität Rennes in Frankreich, der Universität Gdansk in Polen sowie des Helmholtz-Zentrums Hereon in Geesthacht hat eine bisher unbekannte ausgestorbene Ameisenart entdeckt. Das Team hatte mit der Röntgenlichtquelle PETRA III am Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg die entscheidenden fossilen Überreste von 13 individuellen Tieren untersucht und erkannt, dass sie keiner bekannten Art zugerechnet werden können. Die neue Art und Gattung…
Im ersten Moment klingt die Aussage fast kurios, ist aber wahr: Die Steppen Osteuropas beherbergen ähnlich viele Pflanzenarten wie Regionen des Amazonasregenwaldes. Das zeigt sich aber nur, wenn Forschende die Arten nicht nur auf großen Flächen von vielen Hektar zählen. Warum sich das Zählen auch auf viel kleineren Flächen im Bereich von wenigen Quadratmetern bis einigen Hundert lohnt, zeigt jetzt ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig im Fachjournal…
Internationale Forschungskooperation mit Bielefelder Physikern veröffentlicht Studie in Nature. Physiker der Universität Bielefeld haben zusammen mit Wissenschaftler*innen der Queen Mary University of London, des Imperial College London (beide Großbritannien) und der Northwestern University in Evanston (Illinois, USA) eine neue Methode zur Herstellung von ultradünnen Nanomembranen entwickelt. Durch die Verwendung maßgeschneiderter Porenmoleküle, die sich zu einem dichten Netzwerk aus winzigen Kanalstrukturen vernetzen lassen, entsteht ein neuartiges, ultradünnes Filtermaterial, das in der Umwelt-, Lebensmittel-, Medizin- oder chemisch-pharmazeutischen Industrie angewendet werden kann. Die…
Schmerz ist ein Alarmsignal, das uns auf Verletzungen aufmerksam macht. Viele Patient/innen leiden jedoch noch lange nach dem Abheilen einer Wunde unter anhaltenden Schmerzen. Eine neue Studie, erschienen im Fachjournal Science Translational Medicine, fand nun neue mögliche Behandlungsmethoden für chronische Schmerzen, die in einem überraschenden Zusammenhang mit Lungenkrebs stehen. Die Arbeit wurde von einem Team von Forscher/innen des IMBA – Institut für Molekulare Biotechnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, der Harvard Medical School und des Boston Children’s Hospital durchgeführt. Akuter…
Fehlerhaft gebaute Mitochondrien-Membranen können zu neurodegenerativen und muskulären Erkrankungen führen. Doch wie bewahren die „Kraftwerke“ der Zelle normalerweise ihre typische Form? Molekulare Einblicke liefert nun das MDC-Team um Oliver Daumke im Journal „Science Advances“. Mitochondrien sind die Zellkraftwerke nahezu aller Lebewesen, die einen Zellkern besitzen. Sie produzieren den universellen Energiespeicher der Zelle: Adenosintriphosphat (ATP). Je nach Energiebedarf kann eine einzelne Zelle bis zu einigen Tausend Mitochondrien enthalten. Besonders viele dieser winzigen Organellen finden sich in Nerven-, Muskel- und Eizellen. Man…
Besenderungsprojekt weist nach, dass Jungtiere sich weit außerhalb bestehender und geplanter Schutzgebiete aufhalten. Junge Kaiserpinguine aus der Atka-Bucht nahe der deutschen Neumayer-Station III in der Antarktis schwimmen in ihrem ersten Lebensjahr bis weit über den 50. südlichen Breitengrad nach Norden hinaus. Somit sind sie durch bestehende und geplante Schutzgebiete und -maßnahmen nur unzureichend geschützt, berichten Forschende unter Beteiligung des Alfred-Wegener-Instituts in einer aktuellen Studie im Fachmagazin Royal Society Open Science. Kaiserpinguine stehen für die Antarktis wie kaum eine andere Art…
Sauerstoffarme Meeresregionen wurden in vergangenen Warmzeiten offenbar kleiner. Eine paläoklimatologische Studie eines internationalen Teams um Forschende des Max-Planck-Institutes für Chemie kommt zu dem Schluss, dass sauerstoffarme Gebiete in den Meeren in langen Warmzeiten der Vergangenheit schrumpften. Wenn der Sauerstoff knapp wird, hat es das Leben schwer. Das gilt für Bergregionen über 7.000 Meter genauso wie für umgekippte Gewässer. So können in tropischen Küstenregionen Westamerikas und Westafrikas, aber auch im Golf von Bengalen und Arabischen Meer nur spezialisierte Mikroben oder Organismen…
Forscher*innen der TU Dortmund und der Freien Universität Berlin haben gemeinsam ein Verfahren entwickelt, mit dem man neue Seifen für die Medikamentenforschung herstellen kann. Die neuen Seifen sollen empfindliche Proteine aus Biomembranen herauslösen, damit diese für ihren Einsatz in der Wirkstoffforschung genau untersucht werden können. Die Erkenntnisse wurden kürzlich in den renommierten Fachzeitschriften Chemical Science und Current Opinion in Chemical Biology veröffentlicht. Proteine, die in Biomembranen verankert sind, sind wichtige Ansatzpunkte für die Entwicklung neuer Medikamente. Forscher*innen nutzen Seifen, um…