Interdisziplinäre Forschung

Knochenzellen gegen Diabetes bedingte Erblindung

Scripps-Forscher regen Blutversorgung der Netzhaut an

Mit Stammzellen aus Mäuseknochen haben Forscher des Scripps Forschungsinstituts die Augen der Tiere vor möglichen Altersschäden bzw. den Folgen von Diabetes bewahrt. Die US-Wissenschaftler hoffen, dass das Verfahren auch am Menschen getestet wird, berichtet das Fachmagazin Nature Medicine in der aktuellen Ausgabe.

Das Team um Martin Friedlander vom Scripps Forschungs-Institut gewann aus dem Knochenmark von Mäusen zunächst Zellen, die normalerweise die Bildung von Blutgefäßen unterstützen. Spritzten sie die Zellen hinter die Netzhaut der Tiere, bildeten sich dort neue Blutgefäße, berichtet die Nachrichtenagentur ddp. Eine ähnliche Behandlung könnte aus Sicht der Wissenschaftler beim Menschen den Folgen von Diabetes vorbeugen: Ein Großteil der Diabetiker entwickelt im Laufe des Fortschritts der Erkrankung Sehschwierigkeiten, da die Blutversorgung der Netzhaut durch die Krankheit in Mitleidenschaft gezogen wird.

Allerdings ist nicht immer eine mangelnde Blutversorgung der Netzhaut die Ursache von Blindheit. Die so genannte Makulardegeneration, der häufigste Grund für Blindheit im Alter, entsteht durch ein zu starkes Gefäßwachstum im Auge. Friedlander und seinen Kollegen gelang es auch, Knochenzellen genetisch so zu verändern, dass sie im Auge von Mäusen Gefäßwachstum unterdrücken. Dieses Verfahren könnte nach Ansicht der Wissenschaftler ebenso eines Tages Menschen helfen.



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