Interdisziplinäres Forschungsteam der Uni Kiel entwickelt spezielle Materialstruktur für eine gezieltere Freisetzung von Wirkstoffen Glioblastome gehören zu den aggressivsten Gehirntumoren bei Erwachsenen. Durch ihr schnelles Wachstum und ihre Verschiedenartigkeit sind Glioblastome schwer zu behandeln. Operativ lassen sich die bösartigen Tumore in der Regel nicht vollständig oder dauerhaft entfernen. Im Anschluss folgt daher eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie, die allerdings mit Nebenwirkungen auf den gesamten menschlichen Körper verbunden sein kann. Als mögliche Alternative werden daher sogenannte lokale Therapieansätze erforscht. Diese wirken…
Was passiert im Gehirn, wenn wir eine Landkarte betrachten? Und wie können wir ihm helfen? Diese Fragen hat das Team eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Projekts unter Leitung von Prof. Dr. Frank Dickmann, Lehrstuhl Kartographie der Ruhr-Universität Bochum, untersucht. Das Projekt, das jetzt abgeschlossen ist, zeigte unter anderem, dass Gitterlinien über der Karte für eine bessere Orientierung sorgen, ohne störend zu sein. Daraus folgern die Forscherinnen und Forscher, dass Gitterstrukturen im Gehirn anders verarbeitet werden als Ortsinformationen. Beteiligt an…
Die Bandscheiben sind die Bindeglieder zwischen den Wirbelkörpern und geben der Wirbelsäule ihre Beweglichkeit. Die Scheibe besteht aus einem knorpeligen Faserring und einem Gallertkern als Puffer. Seit jeher wurde angenommen, dass nur Menschen und andere Säugetiere Bandscheiben haben. Ein Irrtum, wie nun eine Forscherteam unter Federführung der Universität Bonn herausgefunden hat: Selbst Tyrannosaurus rex hätte einen Bandscheibenvorfall erleiden können. Die Ergebnisse sind nun im Journal “Scientific Reports” veröffentlicht. Heutige Schlangen und andere Reptilien haben keine Bandscheiben, sondern ihre Wirbel sind…
Das Gehirn spielt eine wichtige Rolle bei der Kontrolle des Blutzuckerspiegels. Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes ist diese Regulation jedoch häufig gestört. Die genetische Ursache hierfür ist bislang noch nicht bekannt. Forschende des Helmholtz Zentrums München und des Deutschen Diabetes Zentrums (DZD) haben herausgefunden, dass bei Männern eine genetische Variante des Gens DUSP8 die Reaktion des Gehirns auf das Hormon Insulin beeinträchtigt und so das Risiko für Typ-2-Diabetes erhöhen kann. Die Ergebnisse wurden jetzt im `Journal of Clinical Investigations´veröffentlicht. Das Hormon…
Eine verblüffende Konstruktionsmethode für gekrümmte Strukturen wurde an der TU Wien entwickelt: Mit einem Handgriff werden flache Gitter zur 3D-Form. Wie kann man etwas Flaches zu etwas Dreidimensionalem machen? In der Architektur und im Design spielt diese Frage oft eine wichtige Rolle. Ein Mathematik-Team der TU Wien präsentierte nun eine Technik, die dieses Problem erstaunlich einfach löst: Man wählt eine beliebige gekrümmte Fläche und kann aus ihrer Form ein flaches Gitter aus geraden Stäben berechnen, das sich mit einer einzigen…
Das Institut für Solarenergieforschung in Hameln (ISFH), das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die centrotherm International AG bündeln im Projekt 27plus6 ihre Kompetenzen, um Leuchtturmwirkungsgrade für Solarzellen zu realisieren. Mit dabei ist das Institut für Materialien und Bauelemente der Elektronik der Leibniz Universität Hannover und die Anlagenbauer Singulus, Meyer Burger und von Ardenne. Durch den angestrebten Energie-Mehrertrag gegenüber heutigen Si-Solarzellen könnten die PV-Stromgestehungskosten unter den aktuellen Wert von 4 €ct/kWh in Deutschland sinken. Das Projekt wird vom Bundesministerium für…
Forschungsteam hilft bei Neubestimmung der Radiokarbon-Eichkurve Die Radiokarbondatierung ist die Standardprozedur wenn es darum geht, das Alter von beispielsweise archäologischen Funden wie Knochen zu bestimmen. Auch zurückliegende Klimaereignisse lassen sich damit datieren. Bei besonders alten Proben waren die Ergebnisse bislang oft ungenau und es gab große zeitliche Abweichungen von teils mehreren tausend Jahren. Ein internationales Projekt unter Beteiligung von Forschenden der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) hat die Eichkurven für die Radiokarbondatierung in der Nördlichen und Südlichen Hemisphäre und im Ozean…
Neurowissenschaftler zeigen, wie die Kommunikation zwischen Gehirnregionen besser funktionieren kann Selektive Kommunikation zwischen verschiedenen Hirnregionen ist entscheidend für die Hirnfunktion. Aber die schwache und spärliche Konnektivität beziehungsweise Vernetzung des Gehirns ist dafür eine große Hürde. In den vergangenen zehn Jahren haben Neurowissenschaftlerinnen und Neurowissenschaftler verschiedene Mittel identifiziert, mit denen dieser Einschränkung entgegengewirkt werden kann. Jetzt haben Wissenschaftler aus dem Iran, Deutschland und Schweden eine neue Rolle der bidirektionalen Verbindungen bei der Beschleunigung der Kommunikation zwischen Gehirnregionen identifiziert. Ihre Ergebnisse haben…
Im geheimnisvollen Alphabet der Schwarzen Löcher ist ein neuer Buchstabe gefunden. Zwei Astrophysiker teilen diese Entdeckung im Journal „Nature Communications“ mit. Schwarze Löcher befinden sich im Zentrum fast aller Galaxien, die bislang untersucht wurden. Sie haben eine unvorstellbar große Masse und ziehen darum Materie, Gas und sogar Licht an. Sie können aber auch Materie in Form von Plasmajets abgeben – das ist eine Art Plasmastrahl, der mit ungeheurer Energie aus dem Zentrum der Galaxie gestoßen wird. Ein Plasmajet kann mehrere…
Team unter Göttinger Leitung entwickelt neue Bildgebung Röntgenphysikerinnen und -physiker der Universität Göttingen haben zusammen mit Pathologen und Lungenspezialisten der Medizinischen Hochschule Hannover ein neues Bildgebungsverfahren entwickelt, mit dem geschädigtes Lungengewebe nach Erkrankung an Covid-19 hochaufgelöst und dreidimensional dargestellt werden kann. Dafür wird eine besondere Röntgenmikroskopietechnik genutzt, um die durch das Virus hervorgerufenen Veränderungen der Lungenbläschen, der so genannten Alveolen, und der Blutgefäße darzustellen. Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift eLife erschienen. Bei schweren Krankheitsverläufen von Covid-19 beobachten…
Forstwissenschaftler entwickeln für den 3-D-Druck neuartige Materialien auf Holzbasis Eine zähflüssige Biopaste, die sich gut verarbeiten lässt, schnell verfestigt und dafür eignet, selbst komplexe Strukturen im 3-D-Druck-Verfahren herzustellen: Ein Forschungsteam um Prof. Dr. Marie-Pierre Laborie von der Professur für Forstliche Biomaterialien der Universität Freiburg hat einen biologisch abbaubaren Kunststoff entwickelt, der auf Holz basiert und perspektivisch Anwendungsmöglichkeiten beispielsweise im Leichtbau eröffnet. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben ihre ersten Ergebnisse in den Fachzeitschriften Applied Bio Materials und Biomacromolecules vorgestellt. Lignin verstärkt…
Auch in früheren Warmzeiten gab es sprunghafte Erhöhungen der CO2-Konzentration in der Atmosphäre. Der heutige, vom Menschen verursachte CO2-Anstieg ist allerdings mehr als sechsmal grösser und fast zehnmal schneller als die damaligen Sprünge. Zu diesem Schluss kommt ein europäisches Forschungsteam unter der Leitung der Universität Bern. Eine an der Universität Bern entwickelte neue Messtechnologie ermöglicht einen ungeahnt detaillierten Einblick in die Klimavergangenheit. Dank hochauflösenden Messungen konnten die vergangenen CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre mit Hilfe von Eisbohrkernen aus der Antarktis so…
Wenn es darum geht, Gelerntes abzurufen, kommt es bei Babys auf die Stimmung an: Was sie in ruhiger Stimmung gelernt haben, ist nicht mehr zugänglich, wenn sie aufgebracht sind und umgekehrt. Das hat eine Studie gezeigt, die Entwicklungspsychologinnen der Ruhr-Universität Bochum (RUB) mit 96 Kindern im Alter von neun Monaten durchgeführt haben. Sie berichten in der Zeitschrift „Child Development“ vom 19. August 2020. Eben noch fröhlich, schon unzufrieden Die Stimmung von Babys ist unberechenbar: Spielen sie in einem Moment noch…
Erste Station ist das Internationale Maritime Museum Hamburg Das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) schickt die Ausstellung „Bunt, klein, überall. Mikroplastik – Vom Fluss ins Meer“ auf Reisen. Im Internationalen Maritimen Museum Hamburg wird sie vom 23. August bis 30. September zum ersten Mal präsentiert. Die Wanderausstellung entstand im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojekts MicroCatch_Balt, das über einen Zeitraum von drei Jahren die Mikroplastik-Belastung eines typischen norddeutschen Ostseezuflusses (Warnow) sowie den Transport in die Ostsee…
In Molekülen können sich Elektronen bewegen, zum Beispiel wenn sie von aussen angeregt werden oder im Verlauf einer chemischen Reaktion. Erstmals ist es nun Wissenschaftlern gelungen, die ersten paar Dutzend Attosekunden dieser Elektronenbewegung in einer Flüssigkeit zu untersuchen. Um zu verstehen, wie chemische Reaktionen beginnen, untersuchen Chemiker seit Jahren mit Superzeitlupenexperimenten die allerersten Momente einer Reaktion. Mittlerweile sind Messungen mit einer Auflösung von wenigen Dutzend Attosekunden möglich. Eine Attosekunde ist der 10^18-te Teil einer Sekunde, also ein Millionstel eines Millionstel…
Ein Großteil der Niederschläge in den Tropen fällt aus Zusammenschlüssen mehrerer Gewitterzellen zu einem großen Gewitterkomplex – in der Fachsprache mesoskalige Konvektivsysteme genannt. Eine neue Studie von Forschenden des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenforschung (ZMT), der Jacobs University und der Universität Kopenhagen gibt jetzt weitere Aufschlüsse über die Vorgänge bei der Entstehung großer Gewitteransammlungen. Die Ergebnisse der Modellsimulation sind kürzlich in der Fachzeitschrift npj Climate and Atmospheric Science erschienen. Mesoskalige Konvektivsysteme (kurz: MCSs von ‚mesoscale convective system‘) sind Gewitterkomplexe von mindestens…