Thomas Frölicher verbindet seine Freude an Mathematik mit der Liebe zur Natur und entwickelt Klimamodelle, um Auswirkungen von Treibhausgasen auf die Ozeane zu berechnen. Was macht das Plakat zum Kinderbuch «Globi und die Energie» an der Türe zum Büro von Thomas Frölicher? «Die Autoren haben mich für ein Fact-Checking angefragt. Natürlich habe ich zugesagt.» Der Professor für Klima- und Umweltphysik, der auch als leitender Autor an den Uno-Klimaberichten beteiligt ist, ist sich für die Mitarbeit an Kinderbüchern nicht zu schade….
Rund 150 Millionen Arztbriefe werden pro Jahr in Deutschland geschrieben. Das kostet Zeit, die an anderer Stelle fehlt. Abhilfe könnte der »Arztbriefgenerator« schaffen. Ein Prototyp soll bereits im kommenden Jahr an der Universitätsmedizin Essen im Rahmen des KI.NRW-Flagship-Projekts SmartHospital.NRW getestet werden. Welche Möglichkeiten sich insgesamt durch das sogenannte Natural Language Processing für den medizinischen Bereich ergeben, haben Wissenschaftler*innen des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS in einem Whitepaper zusammengefasst. Gesundheitsdaten zählen zu den derzeit am stärksten wachsenden Datenmengen. »Wie…
Können Tiny Forests die grüne Infrastruktur in Berlin ergänzen? Eine Masterarbeit gibt Antworten. Das Wiederaufforstungskonzept Tiny Forest stammt ursprünglich von dem japanischen Pflanzenbiologen Akira Miyawaki. Auf kleiner Fläche ab 100 qm werden sogenannte Miniwälder dicht mit standortgerechten Baum- und Straucharten bepflanzt. Durch die hohe Pflanzdichte treten die Pflanzen in Konkurrenz und wachsen sehr schnell in die Höhe, sodass in sehr kurzer Zeit ein kleines Ökosystem entsteht. Sina Franke hat an der TU Berlin Stadtökologie studiert und in ihrer Masterarbeit untersucht,…
Neues Projekt für eine nachhaltige Ernährung kleiner Wiederkäuer in Zeiten des Klimawandels. Im Rahmen des neuen Agroforst-Demonstrationsvorhabens „FuLaWi“ entwickelt ein multidisziplinäres Konsortium aus Wissenschaft, Praxis und Beratung Nutzungskonzepte für Laub aus Agroforstsystemen. Ziel des Projektes ist es, eine ganzjährige, artgerechte Ernährung für kleine Wiederkäuer zu ermöglichen, um die Verdaulichkeit und Mineralstoffversorgung zu verbessern sowie die Methanemissionen zu reduzieren. Das Projekt mit dem vollen Titel „Nutzungs- und Konservierungsverfahren für Futterlaub aus Agroforstsystemen zur Verbesserung der Nährstoffversorgung und Reduktion von Methanemissionen bei…
Nanobänder aus Graphen haben aussergewöhnliche Eigenschaften, die sich präzise steuern lassen. Forschenden der Empa, der Universität Peking und der University of Warwick ist es erstmals gelungen, einzelne atomar genaue Nanobänder mit Elektroden zu versehen. Damit ebnen sie den Weg für eine genaue Charakterisierung der «Wunderbänder» und ihre mögliche Anwendung in der Quantentechnologie. Sie ist vielversprechend, aber auch verblüffend und verwirrend: Quantentechnologie soll uns in den nächsten Jahrzehnten technologische Durchbrüche verschaffen, etwa kleinere und präzisere Sensoren, hochsichere Kommunikationsnetzwerke und leistungsstarke Computer,…
Körperfremde Immunzellen können das geschwächte Immunsystem von schwerkranken Menschen unterstützen. Eine multizentrische Untersuchung unter Führung der MHH hat das jetzt auch für schwere Infektionen mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV) nachgewiesen. Wenn bei Erkrankungen wie schweren Virusinfektionen oder damit assoziierten Krebserkrankungen herkömmliche Behandlungsmöglichkeiten versagen, kommt die sogenannte adoptive Immuntherapie ins Spiel. Bei diesem Verfahren werden lebende Immunzellen von Gesunden isoliert, gegebenenfalls vermehrt, bei Bedarf behandelt und dann transplantiert. Vor allem T-Zellen sind vielversprechende Kandidaten, da sie die krankmachenden Antigene passgenau erkennen und…
Forschungsteam der Universität Gießen entwickelt neues System zur maßgeschneiderten Kontrolle der Genexpression. Viele Bakterien haben ein großes Potenzial für die Biotechnologie, zum Beispiel bei der Produktion von Biokunststoffen oder anderen industriell nutzbaren Materialien. Doch es ist oft schwierig, die Wildtypen dieser biotechnologisch interessanten Bakterien zu „zähmen“, also sie dazu zu bringen, die gewünschte Substanz zu produzieren. Der Schlüssel zur Zähmung von Bakterien liegt in der Kontrolle ihrer Genexpression, insbesondere derjenigen Gene, die für die Produktion und den Abbau der gewünschten…
Elektronische Geräte und Computer werden immer kleiner. Die in den Geräten verbauten Chips benötigen bei wachsenden Anwendungswünschen hingegen immer mehr Leistungsdichte, erwärmen sich stärker und verbrauchen somit mehr Energie. Deshalb werden Technologien für Hochleistungscomputer mit extrem niedrigem Stromverbrauch immer relevanter. In einem von der EU geförderten Projekt will ein Konsortium aus Forschung und Industrie Änderungen der magnetischen Eigenschaften in Halbleitern nutzen, um den Energieverbrauch von Computern um das 100-Fache zu verringern. Forschende des Fraunhofer IZM klären dabei, wie die winzigen…
Rezessionswahrscheinlichkeit weiterhin im roten Bereich. Die Wahrscheinlichkeit, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden drei Monaten eine Rezession durchläuft, ist in den letzten Wochen zwar leicht gesunken, aber weiterhin so hoch, dass der IMK-Konjunkturindikator wie im Juli „rot“ anzeigt. Das Frühwarninstrument des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung bündelt die neuesten verfügbaren Daten zu den wichtigsten wirtschaftlichen Kenngrößen. Für den Zeitraum von August bis Ende Oktober weist der Indikator eine Rezessionswahrscheinlichkeit von 71,5 Prozent aus, nachdem sie im…
… für fortschrittliche Zellkulturen und personalisierte Medizin. Das Team um Dr. Elisha Krieg am Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden hat eine dynamische DNA-vernetzte Matrix (DyNAtrix) entwickelt, indem es klassische synthetische Polymere mit programmierbaren DNA-Vernetzern kombiniert. Die hochspezifische und vorhersagbare Bindung der DNA verleiht den Materialien eine unvergleichliche Kontrolle über wichtige mechanische Eigenschaften. Die am 7. August in Nature Nanotechnology veröffentlichten Ergebnisse sind von hoher Relevanz für In-vitro-Zellkulturmaterialien für die biologische Forschung. Die In-vitro-Kultur von biologischen Zellen ist für die biologische Forschung…
Anaerobes „Rosten“ von Eisen durch Bakterien mit stromleitenden Pili Eisen rostet nicht nur durch Kontakt mit Sauerstoff und Wasser. Bestimmte Bakterien können Eisen auch anaerob, also unter Sauerstoffausschluss zersetzen. Das Sedimentbakterium Geobacter bedient sich dafür elektrisch leitender Proteinfäden, hat nun ein Forschungsteam herausgefunden. Das oxidierte Eisen verstärkt die Korrosion dann durch positive Rückkopplung weiter, heißt es in der Studie, die in der Zeitschrift Angewandte Chemie veröffentlicht wurde. Bakterielle Biofilme sind Ursache für die sogenannte mikrobiell induzierte Korrosion, einen gefürchteten Metallfraß,…
In dem gerade abgeschlossenen Forschungsprojekt »DNAguss: durchgängige numerische Auslegung entlang der Prozesskette von Gussbauteilen« hat ein Konsortium unter Leitung des Fraunhofer-Instituts für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF in Darmstadt mehrere Softwaretools in eine einzige Softwarekette verknüpft, in der Gießbarkeit, Leichtbau, Betriebsfestigkeit und zerstörungsfreie Prüfbarkeit von Bauteilen optimal aufeinander abgestimmt werden. Dies ermöglicht eine verbesserte Strukturgestaltung, Gewichtsreduzierung – im Projektbeispiel um 34 Prozent – und Senkung der Herstellungskosten bei gleichzeitiger Sicherstellung der Betriebsfestigkeit. Situationsanalyse im Fokus Einer der wichtigsten Schritte bei der…
Land der Ideen: Zum neunten Mal unterstützt die Vector Stiftung mit ihrer Ausschreibung „MINT-Innovationen“ unkonventionelle und risikoreiche Forschungsideen aus den Themenfeldern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Auch in diesem Jahr können 15 innovative MINT-Projekte an Baden-Württembergs Hochschul- und Forschungsstandorten mit Mitteln der Vector Stiftung ihre Arbeit aufnehmen. Mit einer Anschubfinanzierung von je 100 TEUR sollen die wissenschaftlichen Ideen innerhalb von 24 Monaten so weit vorangebracht werden, dass sie sich in die gängige Förderlandschaft eingliedern lassen. Die Förderprojekte im Einzelnen: •…
Die Universität Hamburg ist gemeinsam mit dem Forschungszentrum DESY Gastgeberin der diesjährigen Konferenz für Hochenergiephysik der Europäischen Physikalischen Gesellschaft. Das öffentliche Rahmenprogramm startet am 20. August 2023, die einwöchige Konferenz einen Tag später. Vorträge, Ausstellungen und ein Konzert im Hamburger „Michel“ sind für alle Interessierten kostenlos. Auf der Konferenz für Hochenergiephysik der Europäischen Physikalischen Gesellschaft (EPS HEP 2023) treffen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt, um die neuesten Erkenntnisse aus den verschiedensten Bereichen der Hochenergiephysik zu präsentieren und…
Ein neues Modell hilft bei der Bewertung. Simulationen des Deutschen GeoForschungsZentrums zeigen, wie sich die chemische Qualität des Grundwassers im ghanaischen Pra-Becken entwickelt. Der Ansatz kann auf andere Gebiete übertragen werden. Das hydrogeochemische Modell für das Einzugsgebiet nutzt kombinatorische inverse geochemische Simulationen, um die chemische Entwicklung des Grundwassers entlang eines hypothetischen Fließweges zu erklären. Damit konnte eine Mineralzusammensetzung ermittelt werden, die sehr gut mit den Feldbeobachtungen übereinstimmt. Aufgrund zunehmender Verschmutzung der Flüsse spielen die Grundwasserressourcen eine entscheidende Rolle in der…
Mithilfe einer neu entwickelten Mikroskopiemethode konnten Forschende aus Freiburg und Cambridge erstmals kleine, dynamische Molekülaggregate in lebenden Zellen quantifizieren, die eine wichtige Rolle bei der Signalverarbeitung spielen Spezielle Molekülansammlungen in Zellen, sogenannte Kondensate, regulieren lebenswichtige biochemische Prozesse. Aufgrund technischer Limitationen hat sich die Forschung bisher auf große Kondensate aus mehreren Tausend Molekülen beschränkt. Wissenschaftler*innen der Universität Freiburg sowie der University of Cambridge/Großbritannien haben eine Analysemethode entwickelt, mit der sich auch kleine und dynamische Molekülaggregate quantifizieren lassen. In Zellen laufen viele…