Wie die Funktion von Muskelzellen der Blutgefäße durch eine Sepsis, oft auch Blutvergiftung genannt, gestört werden kann, zeigt eine aktuelle Studie der Universitätsmedizin Halle. Das Forschungsteam demonstrierte, dass erhöhte Laktatwerte und eine Übersäuerung, wie sie akut bei einer Sepsis durch einen entgleisten Stoffwechsel auftreten können, erst im Zusammenspiel schädlich auf die Gefäßmuskelzellen wirken. Die Studie im Journal of Biomedical Science liefert zudem eine Erklärung für die langanhaltenden Beeinträchtigungen von Sepsis-Überlebenden. Die Behandlung von Sepsis stellt Kliniken weltweit vor große Herausforderungen:…
Forschung der Kieler Physikerin Nahid Talebi wird von der VolkswagenStiftung mit rund 920.000 Euro gefördert. Mit Elektronenmikroskopen untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das Innere von Materialien mit ultrahoher räumlicher Auflösung. Möglichst umfassend zu verstehen, was im Inneren von Materialien passiert, kann zum Beispiel bei der Entwicklung von effizienteren Halbleitern oder langlebigeren Solarzellen helfen. Nahid Talebi, Professorin für Nano-Optik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), will eine nächste Generation von Elektronenmikroskopen entwickeln, mit denen sich auch ultraschnelle Prozesse auf der Nanoskala untersuchen…
Unter dem Motto »Water reuse for a sustainable future« stellt Fraunhofer UMSICHT auf der diesjährigen IFAT in München verschiedene Technologien zur Wasserkreislaufführung und Abwasseraufbereitung vor. Der Fokus liegt auf der verbesserten Abscheidung von Schadstoffen und einer höheren Ressourcen- und Energieeffizienz. Bedingt durch Klimawandel und Bevölkerungswachstum wird die Ressource Wasser immer knapper. Zudem werden durch Abwässer umweltrelevante Substanzen wie Spurenstoffe, Mikroplastik oder PFAS eingeleitet – mit teils kritischen Folgen für das Ökosystem. Bisherige Technologien zur Abwasseraufbereitung sind ressourcen- und kostenintensiv und…
Forscher*innen der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) und der Freien Universität Berlin haben erstmals den genauen Mechanismus des Simons-Prozesses entschlüsselt. Das elektrochemische Verfahren ist von großer Bedeutung für die Herstellung fluororganischer Verbindungen und wird u.a. in der Pharmazie, Agrochemie, Kunststoffherstellung und Elektronik angewandt. Der Simons-Prozess, benannt nach seinem Entdecker, dem amerikanischen Chemiker Joseph H. Simons, nutzt ein elektrochemisches Verfahren zur Synthese fluororganischer Verbindungen. Durch die Passage von Strom durch eine Elektrolytlösung mit Fluorwasserstoff an einer Anode und einer Kathode…
Forschende der Uni Würzburg haben herausgefunden: Das Onkoprotein MYCN lässt Krebszellen nicht nur stärker wachsen, sondern macht sie auch resistenter gegen Medikamente. Für die Entwicklung neuer Therapien ist das ein Durchbruch. Die Würzburger Forschenden Stefanie Ha (1.v.l.), Leonie Uhl, Dimitrios Papadopoulos (3.v.l.) und Daniel Fleischhauer sind Teil des Teams, das die RNA-Bindung des Onkoproteins MYCN entdeckt hat. (Bild: Stefanie Ha/JMU) Eigentlich sind Onkoproteine für Menschen überlebenswichtig: Tausendfach sorgen sie in unseren Körpern dafür, dass Zellen wachsen und sich teilen. Sie…
In fünf Jahren fliegt ein größerer Asteroid sehr nah an der Erde vorbei – eine einmalige Chance, ihn zu erforschen. An der Uni Würzburg werden Konzepte für eine nationale Kleinsatellitenmission geprüft, gefördert mit rund 300.000 Euro vom DLR / Bundeswirtschaftsministerium. Der Autor eines Katastrophenromans hätte es sich nicht schöner ausdenken können: Ausgerechnet an einem Freitag, dem Dreizehnten, wird der potenziell gefährliche Asteroid (99942) Apophis der Menschheit extrem nahekommen. Nur noch rund 30.000 Kilometer liegen am 13. April 2029 zwischen dem…
Marburger Forschungsteam beleuchtet, wie Nervenzellen Netzwerke bilden. Ein Molekülpaar zu trennen, hat Auswirkungen auf das Networking im Hirn: So lässt sich zusammenfassen, was eine Marburger Forschungsgruppe jetzt über die Vernetzung von Nervenzellen herausgefunden hat. Diese hängt demnach davon ab, wie die Proteine CAP1, SRF und dessen Bindungspartner MRTF miteinander interagieren. Wie genau der Steuerungsprozess vor sich geht, berichtet das Team in der Fachzeitschrift „Science Signaling“. Um Netzwerke im Hirn zu knüpfen, ist der Umbau von Nervenzellen nötig; er umfasst insbesondere…
Bei der Fertigung von Chips für Sensoren entstehen minimale, ungewollte Abweichungen, die den Chip einzigartig machen und als „Fingerabdruck“ zur Identifikation dienen können. Im DFG-Projekt NANOSEC2 untersuchen Forschende der Universität Passau, wie diese Fingerabdrücke verbessert werden können, sodass sie mehr Zufall und weniger Fehler enthalten. Ob Thermostat an der Heizung, Roboter in der Industrie oder Messgerät im Flugzeug: Viele Systeme unseres Alltags sind mit Sensoren ausgestattet, die mit Chips arbeiten. Besonders wenn die entstehenden Sensordaten sicherheitsrelevant sind, müssen die Chips…
»Mehr als nur ein grünes Image«: Hochschule Aalen und Fraunhofer IGCV forschen gemeinsam an nachhaltigen Lösungen für Faserverbundwerkstoffe im Leichtbau. Immer häufiger sollen nachwachsende Rohstoffe in Verbundstoffen für technische Anwendungen eingesetzt werden. Bisher stoßen die sogenannten Bio-Composites für anspruchsvolle Produkte noch an ihre Grenzen. Dies soll sich ändern: In einer neu gegründeten, gemeinsamen Forschungsgruppe untersuchen die Hochschule Aalen und das Fraunhofer-Institut für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik IGCV die Eigenschaften biogener Werkstoffe und entwickeln diese weiter. Das Ziel der »AG BioComposites«…
Forscher*innen aus Kiel und Dänemark arbeiten an Assistenzrobotern für Krankenhäuser, um Pflegekräfte zu entlasten. Kleine, flexible Roboter sollen einfache Aufgaben übernehmen. In enger Zusammenarbeit mit Kliniken werden drei Einsatzszenarien getestet: Begrüßen und Begleiten, Patrouillieren und Transportieren von Proben. Die Roboter sollen eine freundliche und einladende Präsenz haben und interaktiv sein. Ein „Empfangs-Roboter“ begrüßt bereits in einer Kinderklinik in Odense die jungen Patienten, um Ängste zu nehmen und wertvolle Erkenntnisse für die weitere Entwicklung zu sammeln. Erste patrouillierende Roboter sollen im…
Prof. Dr. Diana Dudziak erforscht als neue Direktorin des Instituts für Immunologie am Universitätsklinikum Jena die Rolle der dendritischen Zellen in der Immunantwort. Die dendritischen Zellen sind nach den Verästelungen ihrer Zellmembran benannt, mit denen sie Gewebe abtasten und Krankheitserreger erkennen können. Die deshalb auch als Wächterzellen des Immunsystems bezeichneten Zellen binden solche körperfremde Strukturen oder auch Teile von Tumorzellen, verarbeiten sie und bewegen sich zum nächsten Lymphknoten. Dort alarmieren sie weitere Immunzellen wie zum Beispiel T-Zellen und lösen damit…
Forscher aus China und Regensburg kooperieren seit 12 Jahren, um gemeinsam die Rollen von sekretierten Peptiden während der Befruchtung zu entschlüsseln. In den beiden aktuellen Studien berichten sie über die Entdeckung eines Schloss und Schlüssel-Prinzips wie RALF-Peptide nur das Einwachsen eigener Pollenschläuche ermöglichen und über eine Doppelrolle als Zellwandkomponenten und extrazelluläre Sensoren der Zellwandintegrität von Pollenschläuchen. „Als Prof. Dr. Li-Jia Qu von der Peking Universität in China mich vor 12 Jahren angesprochen hat, um gemeinsam die Rolle von allen Cystein-reichen…
Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) werden bereits in zahlreichen Branchen eingesetzt. Im Hinblick auf das Gesundheitswesen ist die VR-Technologie besonders vielversprechend und soll die medizinische Versorgung grundlegend verändern. VR-Anwendungen können längst nicht mehr nur in der Ausbildung von Medizinstudenten eingesetzt werden, sondern sollen auch Chirurgen bei Operationen unterstützen können. Auf diese Weise definiert die VR-Technologie neue Standards in der medizinischen Versorgung. Dabei stellt sich die Frage, ob die Medizin durch Virtual Reality tatsächlich revolutioniert werden kann und inwiefern…
Unser menschliches Gehirn ist nicht nur größer und enthält mehr Nervenzellen als die Gehirne anderer Arten, sondern ist auf eine ganz besondere Weise vernetzt: Dicke Nervenbündel verbinden Gehirnregionen über weite Strecken, etwa die linke und die rechte Gehirnhälfte. Ein ForscherInnenteam des IMBA, rund um Catarina Martins-Costa, Nina Corsini und Jürgen Knoblich, präsentierte nun das erste Organoidmodell, in dem diese Informations-Autobahnen untersucht werden können. Die Ergebnisse erschienen am 7. Mai im Fachmagazin Cell Stem Cell. Unser Gehirn ähnelt dem Straßennetz: Wie…
Nachhaltig, flexibel, platzsparend… Der Wasserbedarf in Deutschland steigt und gebrauchtes Wasser wird nicht ausreichend genutzt. Dabei bietet vor allem das sogenannte Grauwasser, also das Abwasser aus Dusche, Badewanne und Handwaschbecken, großes Potenzial für eine weitere Verwendung. Es kann vor Ort auf Betriebswasserqualität gebracht werden und zum Beispiel für die Toilettenspülung oder zur Gartenbewässerung wiederverwendet werden. Dank flexibler 3D-Textilien sogar platzsparend in nahezu jedem Gebäude. Demonstrator in einem Mehrfamilienhaus in Berlin. Foto: ARIS/DITF Bei etwa 50 bis 80 Prozent aller häuslichen…
Zum Internationalen Tag des Lichts am 16.5.2024 weist die PTB auf ihre einmalige Ausstattung zur Leistungsmessung von Solarmodulen hin. Ein Sonnensimulator höchster Güte steht in der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig bereit, um Solarmodule auf Herz und Nieren zu prüfen: Wie viel Strom kann ein Modul unter verschiedensten Bedingungen erzeugen? Das sind wichtige Informationen für Herstellerfirmen und Käufer*innen, denn wenige Prozente bei der Effizienz machen einen riesigen Unterschied im langfristigen Einsatz. Dabei geht es um viel Geld, aber auch um…