Schimpansen denken wie Menschen

Forscher des Yerkes National Primate Research Center an der Emory Universität in Atlanta haben völlig neue Wege in der Erforschung von Ähnlichkeiten und Unterschieden zwischen Menschen und Menschenaffen eingeschlagen. Mit Hilfe von Querschnittsbildern des Gehirns wurde die Gehirnaktivität von Schimpansen berechnet und mit der von Menschen verglichen. Die in der Early Edition der „Proceedings of the National Academy of Sciences“ veröffentlichten Forschungsergebnisse geben dabei einen interessanten Einblick in die geistigen Welten von Mensch und Schimpanse.

Es zeigt sich, so berichten die Forscher, dass die Denkprozesse von Schimpansen große Ähnlichkeit mit denen von Menschen im Ruhezustand aufweisen. Als Denken im Ruhezustand könne man etwa das intensive Nachdenken über Problemlösungen bezeichnen, veranschaulicht Jim Rilling, Forscher am Yerkes National Primate Research Center. Die Resultate der Studie bezeichnet der Wissenschaftler als besonders signifikant, da sie sowohl für die Einzigartigkeit des Menschen als auch für dessen Naheverhältnis zu seinem engsten lebenden Verwandten, dem Schimpansen, Zeugnis ablegen.

Man konnte unter anderem feststellen, dass die Gehirnaktivitäten in bestimmen Regionen bei beiden Versuchsgruppen ähnlichen Mustern folgen. Dies trifft insbesondere auf jene Bereiche zu, die für die Reflexion des eigenen sowie des Geisteszustandes anderer zuständig sind. Aber auch Unterschiede wurden gefunden. So finden sich jene Bereiche des Gehirns, die für Sprache und Bedeutungsverständnis zuständig sind, nur beim Menschen.

Das Forscherteam nutzte im Rahmen seiner Arbeit die Technik der Positron-Emissions-Tomographie (PET). Darunter versteht man ein bildgebendes Verfahren der Nuklearmedizin, das Schnittbilder von lebenden Organismen erzeugt, indem es die Verteilung einer schwach radioaktiv markierten Substanz (Radiopharmakon) im Organismus sichtbar macht und damit biochemische und physiologische Vorgänge abbildet.

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Markus Steiner pressetext.austria

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