Die langsam erweiterten Schritte, auf denen die Natur ihre immerwährenden Kreise beschreitet, um das Gleichgewicht zu erhalten, müssen vor einer eventuellen Umsetzung zunächst verstanden werden. Eine neue Studie soll die historische Wichtigkeit der Landschaftsnutzung einschätzen.
Ein durch die EU-Kommission unterstütztes Projekt, das die Auswirkungen der Fragmentierung und Verbreitung von Spezies untersuchen soll, liefert neue Ergebnisse, anhand derer man den Naturschutz neu anpassen muss.
Örtliche Lebensraumbedingungen wie auch die Dynamik der umgebenden Landschaft spielen eine wichtige Rolle bei den langfristigen wahrscheinlichen Überlebensraten von Spezies. Daher muss man wissen, wie diese mit der Fragmentierung durch die Gesellschaft zusammenwirken.
Dafür haben Wissenschaftler ein Modell entwickelt, um die Dynamik von Spezies innerhalb der Landschaft zu simulieren. Das Modell war ein reales, räumlich eindeutiges und dynamisches Metapopulationsmodell, das lang- und kurzstreckige Streuungsmuster berücksichtigte.
Zudem musste ein historischer Aspekt der Landschaftsnutzung einbezogen werden, um die Dynamik der Modellierung weiter zu verbessern. Die Ergebnisse zeigten, dass sowohl Kolonisierungs- als auch Ausrottungsmechanismen ein langsam entwickelter Prozess sind, wenn die Landschaften konstant bleiben. Dadurch konnte man die beteiligten demographischen Prozesse untersuchen.
Ein wichtiges Ergebnis ist die Feststellung, dass der Schutz die Streuungsmuster und Landschaftszusammenstellung in gleichem Maß wie die Bedingungen in den lokalen Lebensräumen berücksichtigen muss. Daraus ergibt sich weiter, dass die Schutzmaßnahmen den Strukturen der örtlichen Landschaften angepasst werden müssen.
Möglicherweise besteht der wichtigste Aspekt der Untersuchung aber darin, dass der Mensch sich eher der Natur anpassen muss als umgekehrt.

