Biowissenschaften Chemie

Malariaerreger bleibt durch Täuschung unerkannt

Kontinuierliche Parasitenvariation verhindert Bildung von Antikörpern

Der wohl tödlichste Malariaerreger Plasmodium falciparum hat die Fähigkeit sich geschickt vor dem menschlichen Immunsystem zu verstecken, indem er permanent sein Erscheinungsbild ändert. Denn der Erreger variiert kontinuierlich ein bestimmtes Protein, das an die infizierten Zellen angebunden wird. Dadurch wird in weiterer Folge verhindert, dass das menschliche Immunsystem Antikörper produzieren kann. Zu diesem Ergebnis kommt eine US-amerikanische Studie des Howard Hughes Medical Institutes.

Jährlich infizieren sich mehr als 300 Mio. Menschen an der Krankheit und mindestens eine Mio. Erkrankte versterben jährlich daran. Der Plasmodium-falciparum-Erreger hat eine besonders lange Lebensdauer und kann sich sehr weit verbreiten, da er über Moskitos auf den Menschen übertragen werden kann. Ist der Mensch erst infiziert, ist vor allem das PfEMP1-Protein für das Fortschreiten der Krankheit verantwortlich, erklären die Forscher. Denn just wenn das Immunsystem das schädliche Protein erkannt hat und mit der Produktion von Antikörpern beginnt, ändert der Parasit diese Proteinform und der Suchprozess beginnt erneut.

Verantwortlich für die Produktion des PfEMP1-Proteins ist die Familie der var-Gene. Das Genom des Malariaparasiten enthält mindestens 50 dieser Var-Gene, von denen aber aktuell immer nur eines aktiv ist, welches eine einzige Version des PfEMP1-Proteins produziert. Die übrigen var-Gene agieren als Schläferzellen, die jedoch jederzeit aktiviert werden können.

Die Forscher konnten nun DNA-Unterschiede in den aktiven und schlafenden var-Genen entdecken. Wesentlich verantwortlich für die Mutation der DNA ist das SIR2-Gen. Durch die Entschlüsselung der zu Grunde liegenden Prozesse erhoffen sich die Forscher die Entwicklung neuer Malariamedikamente. “Möglicherweise liegt in dem kollektiven Aktivieren oder Ausschalten der var-Gene ein effektiver Weg die Krankheit zu kontrollieren, doch derzeit verstehen wir noch zu wenig von diesen Mechanismus”, resümierte Studienleiter Alan Cowman.



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