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Damit ist eine reguläre diamorphingestützte Behandlung der Patienten und Patientinnen, die auch in den Niederlanden bisher nur im Rahmen klinischer Studien möglich war, langfristig gesichert. Zugelassen ist die Behandlung für schwer kranke therapie-resistente Patienten, die seit langem heroinabhängig sind und trotz regelmäßiger Teilnahme an einer Methadonsubstitution keine deutliche gesundheitliche Stabilisierung erfahren.
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, begrüßt die Entscheidung: "Die Niederlande haben die richtige Schlussfolgerung aus ihrem Modellprojekt gezogen. Die Zulassung ermöglicht es, eine Behandlung für schwer kranke Menschen bereitzustellen, die mit anderen Therapiemaßnahmen nicht ausreichend behandelt werden können".
Derzeit befinden sich in den Niederlanden ca. 350 Patienten und Patientinnen in acht Spezialambulanzen in diamorphingestützter Behandlung. Es wird erwartet, dass die Zahl im Verlauf des Jahres 2007 bereits auf 500 bis 600 steigen wird. Derzeit ist vorgesehen, die Behandlung auf bis zu 15 Städte auszuweiten und so langfristig 800-1000 Therapieplätze einzurichten.
Das deutsche Modellprojekt zur diamorphingestützten Behandlung mit über 1000 Patienten belegt, dass mit dieser Behandlung erstaunliche Erfolge bis hin zur Abstinenz und guter sozialer Stabilisierung bei schwerst abhängigen Patienten erreicht werden können. Die Diamorphintherapie ist dabei der Methadonbehandlung überlegen.
Bisher war die Schweiz das einzige Land, in dem die Behandlung mit Diamorphin Teil der Regelversorgung ist. In zahlreichen weiteren Ländern wie z.B. Spanien und Kanada werden Patienten und Patientinnen im Rahmen von Studien oder Modellprojekten behandelt. In der Schweiz führte das breite suchttherapeutische Angebot mit der diamorphingestützten Behandlung als wichtiger Baustein zu einem deutlichen Rückgang problematisch konsumierender Heroinabhängiger. Zudem hat durch die Medikalisierung Heroin als Drogen für Jugendliche erheblich an Attraktivität verloren.
"Für viele jahrelang abhängige Patienten ist diese Therapie die letzte Hoffnung, ihre Erkrankung dauerhaft und nachhaltig in den Griff zu bekommen und ihr Leben wieder selbstverantwortlich in die Hand zu nehmen. Ich setze mich deshalb unverändert dafür ein, dass auch in Deutschland die Diamorphinbehandlung in die Regelversorgung übernommen wird", betont Sabine Bätzing.
Hintergrund:
Die Ergebnisse im deutschen Modellprojekt hatten für die Patientengruppe der schwerst Opiatabhängigen eine signifikante Überlegenheit der diamorphingestützten Therapie gegenüber der Methadonbehandlung gezeigt. Ein Antrag auf Zulassung von Diamorphin als Arzneimittel liegt dem für Arzneimittelzulassungen zuständigen deutschen Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)vor. Das BfArM hat den Antrag fachlich positiv beurteilt, kann das Medikament jedoch erst zulassen, wenn zuvor eine Änderung des Betäubungsmittelgesetzes erfolgt, welches derzeit das Verschreiben von Diamorphin verbietet.
Die Patienten des deutschen Projekts werden noch bis zum 31. Juni 2007 weiter mit Diamorphin behandelt. Für eine geregelte Weiterbehandlung der Patienten in Deutschland ist es dringend erforderlich, in den nächsten Monaten eine entsprechende Gesetzesinitiative zur Änderung des Betäubungsmittelgesetzes zu starten. Zahlreiche Experten und eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe fordern für eine sehr kleine Gruppe schwerst Opiatabhängiger die diamorphingestützte Behandlung als Regelversorgung. Bisher lehnt die CDU/CSU auf Bundesebene dies ab und blockiert eine entsprechende Gesetzesinitiative der Bundesregierung.
Quelle: BMG News
Weitere Informationen: www.bmg.bund.de
www.heroinstudie.de
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