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Die australischen Ureinwohner erkranken deutlich häufiger an Krebs, als alle anderen Bewohner des Kontinents. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Cancer Council New South Wales, die beim Treffen der Clinical Oncological Society in Melbourne vorgestellt wurde. Demnach ist das Risiko als Aborigine an Krebs zu erkranken 62 Prozent größer als bei allen anderen ethnischen Gruppen, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist http://www.newscientist.com .
Erstmals hat Rajah Supramaniam vom Cancer Council New South Wales in seiner Studie Daten aus städtischen Gebieten und aus ländlichen Regionen miteinander kombiniert. "Aller Wahrscheinlichkeit nach, sehen die Ergebnisse in den anderen nicht untersuchten Regionen sehr ähnlich aus", meint der Forscher. Frauen der indigenen australischen Bevölkerung sterben doppelt so häufig an Lungenkrebs wie alle anderen Australierinnen. Ähnlich hoch sind auch die Mortalitätsraten unter den Männern. Die Sterberaten bei Eierstock- und Nierenkrebs sind unter den Ureinwohnern bis zu drei Mal höher als bei allen anderen Bevölkerungsschichten.
Dass die Aborigines eher an Lungenkrebs erkranken, liege nach Aussagen der Forscher daran, dass sie eher zu Zigaretten greifen. Allerdings gibt der Forscher zu bedenken, dass es offensichtlich auch andere Gründe gebe, warum die Ureinwohner häufiger an Krebs sterben, als die restliche australische Bevölkerung. "Wir müssen herausfinden, was den Unterschied zwischen diesen beiden Bevölkerungsgruppen ausmacht", meint der Forscher. Wenn es etwa daran liege, dass die Aborigines später ins Krankenhaus gehen, wenn sie an einer Erkrankung leiden, müsse dem entgegen gewirkt werden.
Auch bei der Lebenserwartung liegen die australischen Ureinwohner weit hinter dem landesweiten Mittelwert: Männer werden durchschnittlich nur 56, Frauen 65 Jahre alt. Im Vergleich dazu erreichen die anderen Australier ein Durchschnittsalter von 76 Jahren, Frauen werden durchschnittlich 85 Jahre alt. Diese Zahlen sehen seit 30 Jahren gleich aus, eine Verbesserung ist nicht feststellbar.
"In anderen Ländern ist die Gesundheitskluft zwischen der Urbevölkerung und den restlichen Einwohnern in den vergangenen Jahren kleiner geworden. In Australien ist allerdings genau das Gegenteil eingetreten", beklagt der Forscher. Krebs ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache der Aborigines.
Wolfgang Weitlaner | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.cancercouncil.com.au
www.cosa.org.au
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