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Finanzamt Annaberg ist von allen 575 Finanzämtern die unnachgiebigste Behörde / Schwerin und Mühlhausen (Thüringen) auf den weiteren Rängen / Finanzämter Stuttgart III, Hamburg (für Großunternehmen) und Backnang sind die drei Pragmatischsten / Ostdeutschlands Finanzbeamte im Schnitt deutlich schärfer als ihre westdeutschen Kollegen
Im sächsischen Annaberg arbeiten Deutschlands strengste Finanzbeamte. Dies ist eines der Ergebnisse der vom Mainzer Marktforschungsinstitut forum! und dem Unternehmermagazin ’impulse’ (Ausgabe 4/2005, EVT. 24. März) gemeinsam durchgeführten Studie, um Deutschlands strengste und pragmatischste Finanzämter zu ermitteln. Auf Rang zwei und drei der unnachgiebigsten Finanzbehörden folgen Schwerin sowie Mühlhausen in Thüringen. Am anderen Ende der Skala werden die Finanzämter Stuttgart III, Hamburg für Großunternehmen und das baden-württembergische Backnang als diejenigen Behörden geführt, die mit Unternehmern am pragmatischsten umgehen.
Für ’impulse’-Chefredakteur Dr. Klaus Schweinsberg kommt die Studie gerade zur rechten Zeit: "Zum 1. April rüstet der Steuerstaat weiter auf. Dann nämlich dürfen Finanzbeamte erstmals über eine einfache zentrale Abfrage sämtliche Konten-Daten eines Steuerzahlers bei den Banken einholen. Unsere Studie liefert erste Hinweise, wie Finanzämter ihre neuen Kontrollwerkzeuge voraussichtlich nutzen werden."
Zur Ermittlung des ’impulse’-Rankings befragte forum! für jede Behörde mindestens fünf Steuerberater aus insgesamt über 2.200 Steuerkanzleien nach ihren Erfahrungen mit den Finanzämtern ihrer Umgebung. Dadurch spiegelt das Ranking die Erfahrungen von rund 400.000 Unternehmen mit ihren Finanzämtern wider. Um ein differenziertes Bild von der Arbeitsweise jeder der 575 Finanzbehörden zu ermöglichen, haben die Berater zu den fünf Komplexen Steuererklärung, allgemeine Betriebsprüfung, Umsatzsteuer-Sonderprüfung, Kapitalerträge und Steuerfahndung insgesamt 20 Aussagen beurteilt. Bei 100 maximal möglichen Punkten pro Aussage - gleichbedeutend mit maximaler Strenge - konnte jedes Amt theoretisch bis zu 10.000 Punkte erreichen (20 Aussagen x 100 Punkte x 5 befragte Berater).
Wie unterschiedlich die Finanzämter von den Beratern empfunden werden, zeigt der Punkteabstand zwischen dem Ersten und Letzten. So erzielte Annaberg 7.507 Punkte, während Stuttgart III bei nur 2.199 landete.
Ostdeutsche Finanzbeamte schärfer als ihre westdeutschen Kollegen
Wie die ’impulse’-Studie weiter enthüllt, gehen die Mitarbeiter der Finanzbehörden in den neuen Bundesländern deutlich schärfer mit Unternehmen um als ihre westdeutschen Kollegen. Von den 15 unnachgiebigsten Finanzämtern haben laut ’impulse’-Studie allein zehn ihren Sitz in den neuen Bundesländern, darunter die ersten fünf. "Die Ergebnisse sprechen für einen klaren Standort-Nachteil der Unternehmen in Ostdeutschland und damit für schlechtere Perspektiven im Wettbewerb um Neuansiedlungen", kommentiert forum!-Chef Roman Becker den eindeutigen Trend.
Auf die Bundesländer bezogen sitzen die im Durchschnitt schärfsten Ämter in Mecklenburg-Vorpommern gefolgt von Sachsen und Thüringen. Auf Rang vier folgt mit Hessen das einzige westdeutsche Bundesland auf den vorderen Rängen. Auf den weiteren Plätzen liegen dann die beiden letzten Ost-Länder Sachsen-Anhalt und Brandenburg sowie Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Auf den weiteren Rängen folgen Berlin, Rheinland-Pfalz, Saarland, Niedersachsen und Bremen. In Hamburg, Bayern und Baden-Württemberg operieren die eher pragmatischen Finanzbeamten.
Reinhard Klimasch | Quelle: presseportal
Weitere Informationen: www.impulse.de/finanzamt
www.impulse.de/
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