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Experten warnen vor verfrühten Hoffnungen - Täglich sterben 25.000 Menschen an Hunger
Experten schätzen, dass das ehrgeizige Vorhaben im Kampf gegen den Welthunger, der bis 2015 halbiert werden soll, bei den jetzigen Gegebenheiten unerreicht bleibt. Wenn der Kampf gegen Hunger im gleichen Tempo weitergeht wie jetzt, wird es mindestens noch 100 Jahre dauern bis dieses Ziel erreicht werden kann, berichtet die Welternährungsorgansiation FAO in einem Bericht, der morgen, Mittwoch erscheinen wird.
Der Fortschritt im Kampf gegen den Hunger ist marginal. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht "The State of Food Insecurity in the World 2002" (SOFI) der FAO hervor. Im Zeitraum von 1998 bis 2000 litten 840 Mio. Menschen an Unterernährung, davon leben 799 Mio. in Entwicklungsländern, 30 Mio. in Schwellenländern und elf Mio. in Industriestaaten. Damit ist die Zahl seit Beginn der 90er Jahre nur um 2,5 Mio. Menschen jährlich zurückgegangen. Erfolgt keine drastische Trendumkehr, rückt das 1996 angestrebte Ziel, die Zahl der Hungernden bis 2015 zu halbieren, in weite Ferne. Das Ziel könnte nur dann erreicht werden, wenn von nun an die Zahl der Hungernden jedes Jahr um 24 Mio. reduziert wird.
Täglich sterben 25.000 Menschen an Hunger. Summiert auf ein Jahr bedeutet dies neun Mio. Hungertode, davon sechs Mio. Kinder unter fünf Jahren. Die Lebenserwartung ist niedrig. "In den am schlimmsten betroffenen Ländern erreicht ein Neugeborenes ein Durchschnittsalter von höchstens 38 Jahren, während in den 24 meist entwickelten Industriestaaten die Menschen durchschnittlich 70 Jahre alt werden. Zu den Regionen, die am Schlimmsten vom Hunger betroffen sind, zählt der Kongo mit mehr als 36 Mio. Hungerleidenden. Erfolgreich war der Kampf gegen den Hunger in China und den südostasiatischen Staaten Indonesien, Vietnam und Thailand.
Die UNO hat ein Anti-Hunger-Programm gestartet, das jährlich 24 Mrd. Dollar für Projekte in Entwicklungsländern vorsieht. Zu einem wachsenden Problem wird nach Ansicht der FAO aber auch der "versteckte Hunger", der zwar keine herkömmliche Unterernährung ist. Aber das Fehlen lebensnotwendiger Stoffe führt zu schweren körperlichen Problemen wie etwa Blindheit durch Vitamin-A-Mangel. Mehr als zwei Mrd. Menschen sind nach Ansicht der FAO davon betroffen. Am Schlimmsten trifft diese Art der Unterernährung Frauen und Kinder.
Wolfgang Weitlaner | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.fao.org
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