Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam (AIP) hat Licht in eine seit Jahrzehnten andauernde Debatte darüber gebracht, warum Galaxien sich schneller drehen als erwartet – und ob dieses Verhalten durch unsichtbare Dunkle Materie oder durch einen Zusammenbruch der Gravitation auf kosmischen Skalen verursacht wird. Unter der Leitung des AIP in Zusammenarbeit mit der University of Surrey, der University of Bath, der Nanjing University in China, der University of Porto in Portugal, der Leiden University in…
Ein Wissenschaftler-Team um Prof. Egbers arbeitet an Testläufen für den Raketenstart am 28. Februar 2022 in Nordschweden. EINLADUNG zum ONLINE-Gespräch mit dem Team vor Ort in Esrange Wer mit Prof. Christoph Egbers und seinen Wissenschaftlerkollegen Dr. Martin Meier und Dr. Vasyl Motuz online sprechen möchte, kann sich für ein Webex-Meeting mit ihnen, das am Montag, 21. Februar 2022, 11 – 12 Uhr, stattfindet, anmelden: presse(at)b-tu.de Nachts herrschen derzeit 24 Grad minus auf der Esrange Station bei Kiruna in Nordschweden und…
Routineaufgaben in der Pflege können im Forschungsprojekt TELESKOOP vom Telerobotik-Hersteller Devanthro, der Charité Berlin und dem FZI Forschungszentrum Informatik künftig aus der Ferne erledigt werden. Mittels intuitiver Virtual Reality-Steuerung steuern die Pfleger*innen Teleroboter. Dies ermöglicht den stetig steigenden Pflegebedarf besser zu decken und entlastet die Pflegekräfte im Alltag, ohne dass auf persönliche Bedürfnisse und das Menschliche verzichtet wird. Wie begegnet man dem fortschreitenden Pflegenotstand? Zum Beispiel mit menschenähnlichen Telerobotiksystemen – sogenannten Robodies. So lautet die Antwort des Forschungsprojekts „Roboter-Helfer in…
Neue rasante Wege ozonschädigender Substanzen in die Stratosphäre. Neue Ergebnisse belegen erstmals durch direkte Beobachtung, dass kurzlebige organische Chlorverbindungen, die hauptsächlich in Asien produziert und in die Atmosphäre abgegeben werden, im Sommer durch den asiatischen Monsun auf über 14 Kilometer Höhe katapultiert und dann global in der unteren Stratosphäre weiter verteilt werden, wo sie zum Abbau der Ozonschicht beitragen. Atmosphärenphysiker der Bergischen Universität Wuppertal haben während einer Messkampagne mit dem Forschungsflugzeug HALO stark erhöhte Konzentrationen ozonabbauender Substanzen in der unteren…
Das MATISSE-Instrument am Very Large Telescope Interferometer der Europäischen Südsternwarte beobachtete eine Wolke kosmischen Staubs im Zentrum der Galaxie NGC 1068 (auch unter der Bezeichnung Messier 77 oder M77 bekannt), in der sich ein supermassereiches Schwarzes Loch verbirgt. Die Forschungsergebnisse eines internationalen Teams von Astronomen, zu dem auch Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie in Bonn gehören, haben rund 30 Jahre alte Vorhersagen bestätigt, und geben den Astronomen neue Einblicke in die Mechanismen “aktiver galaktischer Kerne”, die zu den hellsten und…
Forschende der ETH Zürich haben einen neuen Algorithmus entwickelt, der es ihnen erlaubt, die Dynamik physikalischer Systeme aus Beobachtungen zu modellieren. In Zukunft könnte er auf das Entstehen von Turbulenz und Kipppunkte im Klima angewandt werden. Physikalische Systeme zu modellieren, die sich dynamisch entwickeln, ist ein zentraler Bestandteil von Wissenschaft und Technik. Ingenieur:innen müssen wissen, wie die Flügel eines neuen Flugzeugmodells unter bestimmten Flugbedingungen vibrieren, und Klimaforschende versuchen vorherzusagen, wie sich globale Temperaturen und Wettermuster in der Zukunft entwickeln. Das…
KATRIN-Experiment mit neuem Weltrekord bei Präzisionsmessungen. Das internationale KArlsruhe TRItium Neutrino Experiment, kurz KATRIN, am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat die Neutrinomasse erstmals auf unter ein Elektronenvolt (eV) eingegrenzt und damit eine “Barriere” in der Neutrinophysik durchbrochen. Aus den aktuell in der Fachzeitschrift Nature Physics veröffentlichten Daten lässt sich eine Obergrenze von 0,8 eV für die Masse des Neutrinos ableiten. Diese mit einer modell-unabhängigen Labormethode gewonnenen Ergebnisse ermöglichen es KATRIN, die Masse dieser “Leichtgewichte des Universums” mit bisher unerreichter…
Forschungsteam der Universität Tübingen stößt auf neuen Sterntyp mit ungewöhnlichen Eigenschaften – Verschmelzung zweier Weißer Zwerge vermutet. Astronomen der Universitäten Tübingen und Potsdam haben einen neuen Typ Sterne entdeckt: Auf der Jagd nach „heißen Sternen“ mit dem Large Binocular Telescope in Arizona stieß das Team auf Sterne mit ungewöhnlichen Eigenschaften. Während normale Sternoberflächen aus Wasserstoff und Helium bestehen, sind die Sterne, die unter Leitung von Professor Klaus Werner von der Universität Tübingen gefunden wurden, mit Kohlenstoff und Sauerstoff bedeckt, der…
Der digitale Zwilling ist eine Schlüsseltechnologie, um Produktionsprozesse und Bauteile zu optimieren und die Wirtschaftlichkeit der Fertigung zu erhöhen. Bei der Erzeugung eines vollständigen digitalen Zwillings kommen komplexe und rechenintensive Simulationsmodelle zum Einsatz, was den Einsatz in der industriellen Praxis sehr erschwert. Mit dem Forschungsprojekt »QUASIM« verfolgen das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen und ihre Konsortialpartner das Ziel, Fertigungssimulationen mithilfe unterschiedlicher Algorithmen und Technologien des recheneffizienten Quantencomputings zu beschleunigen und dadurch Hürden für den industriellen Einsatz abzubauen. Die Hochleistungszerspanung…
So lange dauert die Freisetzung eines Elektrons. Wenn Licht auf Material fällt, können daraus Elektronen freigesetzt werden – der photoelektrische Effekt. Auch wenn dieser Effekt bereits bei der Entwicklung der Quantentheorie eine wichtige Rolle spielte, birgt er immer noch einige Geheimnisse: Bislang war nicht klar, wie schnell diese Freisetzung in Molekülen vonstattengeht. Jonas Rist, Doktorand in einem internationalen Forschungsteam am Institut für Kernphysik der Goethe-Universität Frankfurt, konnte dieses Rätsel mithilfe eines sogenannten COLTRIMS-Reaktionsmikroskops – einer Frankfurter Entwicklung – nun lösen:…
Neu entdeckte Reaktion ermöglicht die Entstehung von Biomolekülen auf kosmischen Staubkörnern. Forscher der Universität Jena und des Max-Planck-Instituts für Astronomie haben eine ungewöhnliche neue Form von chemischer Reaktion nachgewiesen. Sie könnte ermöglichen, dass kleine Biomoleküle, genauer: Peptide, auf der eisigen Oberfläche von kosmischen Staubkörnern entstehen. Peptide sind einer der Grundbausteine des Lebens. Die neue Entdeckung stützt Szenarien, denen zufolge sich komplexe organische Moleküle, die sich auf Staubkörnern in Molekülwolken im Weltraum gebildet haben, anschließend von Meteoroiden, Asteroiden oder Kometen zur…
Auf dem Weg zu einer neuen Art von Supraleitung: Publikation in “Nature”. Auf dem Weg zu einer neuen Art von Supraleitung: Erst vor etwa vier Jahren haben Forschende herausgefunden, dass es Metalle gibt, in denen Atome wie in einem japanischem Flechtkorbmuster angeordnet sind – sogenannte Kagome-Metalle. Ein internationaler Forschungshype um die metallische Wunderwerkstoffklasse begann, der nun einen weiteren Meilenstein erreicht hat: Die Kagome-Struktur des Atomgitters führt zu einer außergewöhnlichen Kombination von herausragenden Quanteneigenschaften, die jetzt von einem internationalen Physikerteam erstmals…
Der Transport von Energie zwischen Atomen und Molekülen ist Grundlage allen Lebens. Er basiert auf zwischenatomaren Kräften, der sogenannte Dipol-Dipol-Wechselwirkung. Der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Herwig Ott an der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) ist es nun gelungen, einen solchen Transportmechanismus in einem ungeordneten System nachzubilden. Dazu haben die Forschenden die quantenmechanische Wechselwirkung zwischen verschiedenen Rydberg-Atomen experimentell beobachtet. So konnten sie den Einfluss der Unordnung auf Verteilung und Mobilität der Anregungsenergie zwischen den Atomen nachvollziehen. Die Fachzeitschrift „Nature Communications“ hat die…
Internationales Forschungprojekt bestätigt Angreifbarkeit von Touchscreens. Um eine Schadsoftware auf einem Smartphone zu installieren ist normalerweise eine Aktion des Benutzers oder der Benutzerin, wie z.B. das versehentliche Klicken auf einen Link, notwendig. Forschenden der TU Darmstadt und der Zhejiang-Universität ist es nun jedoch gelungen, Smartphones durch imitierte Berührungen auf dem Touchscreen fernzusteuern. In einem internationalen Forschungsprojekt ist es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am System Security Lab der TU Darmstadt und der Zhejiang-Universität in Hangzhou zum ersten Mal gelungen, gezielte Angriffe auf…
Europäisches Gemeinschaftsexperiment bereitet Übergang zum Großprojekt ITER vor. Auf dem Weg zur Energieerzeugung durch Fusionsplasmen haben europäische Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen einen wichtigen Erfolg erzielt: In der weltgrößten Fusionsanlage JET im britischen Culham bei Oxford erzeugten sie stabile Plasmen mit 59 Megajoule Energieausbeute. Das Team, zu dem auch Forschende des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik (IPP) gehören, nutzte dabei den Brennstoff künftiger Fusionskraftwerke. Es waren weltweit die ersten Experimente dieser Art seit mehr als 20 Jahren. Fusionskraftwerke sollen nach dem Vorbild der Sonne…
Wie ein primitiver Einzeller zeigt, dass aus Zufall intelligentes Verhalten entstehen kann. Physarum polycephalum ist ein wahrer Schlaumeier: Mit Experimenten, in denen der Schleimpilz das Schienennetz von Tokio rekonstruieren und Labyrinthe lösen konnte, landete er bereits in den Nachrichten. Nun hat ein Forschungsteam den Pilz als Vorbild herangezogen, um von dessen Anpassungsfähigkeit zu lernen. Das vom ihm inspirierte mathematische Modell ist so allgemein, dass es nicht nur für effizientere Transportnetzwerke sorgen, sondern auch die Künstliche Intelligenz voranbringen könnte. Ihre Studie…
Quantenoptik im Spiegel der Illusion. Wissenschaftlern der Universität Rostock ist es gelungen, das Verhalten von gepaarten Lichtteilchen in optischen Schaltkreisen zu steuern. Abhängig von der Beobachtungsperspektive konnten die Forscher ein fundamental widersprüchliches Verhalten der Lichtteilchen erzeugen. Die Forschungsergebnisse, die die Entwicklung zukünftiger Computergenerationen voranbringen können, wurden im renommierten Fachjournal „Nature Photonics“ veröffentlicht. „Die zersägte Jungfrau“, das Kaninchen aus dem Hut, und scheinbar schwebende Gegenstände — keiner dieser Klassiker darf im Zirkus-Repertoire eines Illusionisten fehlen, der etwas auf sich hält. Bekanntermaßen…