Wie denkt die deutsche Bevölkerung über die Nutzung von Erdwärme? Dieser Frage ist die Universität Leipzig in einer Teilstudie eines von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) geleiteten Forschungsprojekts nachgegangen. Ziel der bundesweiten Befragung war es, den Status quo der öffentlichen Wahrnehmung und Akzeptanz der Oberflächennahen Geothermie zu erfassen – also jener Form der Erdwärmenutzung, bei der bis zu 400 Meter tiefe Sonden das thermische Potenzial des Erdreichs zum Heizen und Kühlen von Gebäuden nutzbar machen….
Mit KI zu grünem Zement Die Zementindustrie verursacht rund acht Prozent der globalen CO₂-Emissionen – das ist mehr als der gesamte weltweite Flugverkehr. Forschende am Paul Scherrer Institut PSI haben ein KI-gestütztes Modell entwickelt, mit dem sich neue Rezepturen für Zement schneller entdecken lassen – bei gleicher Materialqualität und einer besseren CO₂-Bilanz. Mit infernalischen 1400 Grad Celsius werden die Drehöfen in den Zementwerken eingeheizt, um aus gemahlenem Kalkstein Klinker zu brennen, der Grundstoff für baufertigen Zement. Wenig überraschend: Solche Temperaturen…
Das EU-Projekt „Reincarnate“ will den Bausektor umkrempeln – weg von der Ressourcenverschwendung, hin zu einer Kreislaufwirtschaft Bei dem schwedischen Unternehmen RAGN SELLS bauen Informatiker derzeit eine Datenbank auf, in der alle Rohmaterialien erfasst werden, die bei Abrissarbeiten anfallen. In Deutschland wiederum haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein KI-basiertes Werkzeug entwickelt, mit dessen Hilfe aus den Materialien, die dann in der Datenbank erfasst sind, neue Baustoffe kreiert werden. Das KI-basierte Tool ist eines von zehn digitalen Innovationen, die in dem EU-Forschungsprojekt „Reincarnate“…
In zahlreichen Bauteilen technischer Anwendungen sind Bindenähte nicht zu vermeiden und stellen besonders bei Rezyklaten aufgrund der Vorgeschichte des Matrixmaterials eine große Herausforderung dar. Zuverlässigkeitsexperten aus dem Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF möchten in dem Projekt »Design for Reliability – Bindenähte in technischen Bauteilen« gemeinsam mit Partnern grundlegende Zusammenhänge hinsichtlich der Zuverlässigkeit von Bindenähten untersuchen. Durch den verstärkten Einsatz von Rezyklaten aufgrund der ELV-Verordnung der EU, wird die Zuverlässigkeits- und Lebensdauerbewertung von Rezyklaten besonders herausfordernd. Die Vorgeschichte des Materialmix…
Im Projekt MONOCAB forscht die HSBI zusammen mit der TH OWL und weiteren Partnern an einem Einschienenfahrzeug, das künftig auf vorhandenen stillgelegten Gleisen den Individualverkehr im ländlichen Raum klimaschonend ergänzen könnte. Die HSBI hat maßgeblich das Fahrwerk entwickelt und arbeitet nun am Rahmen, der Kabine und an der Umsetzvorrichtung für den Spurwechsel. Bielefeld (hsbi). Es gibt viele Ideen für neue Mobilität. MONOCAB nutzt mit kleinen, leichten und autonomen Schienenfahrzeugen die vorhandene Infrastruktur stillgelegter eingleisiger Eisenbahnstrecken im ländlichen Raum – auf…
Eine neue Studie unter der Leitung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich beleuchtet, wie die Sichtbarkeit von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien – wie Windkraftanlagen und Solarmodule – die Akzeptanz in der Bevölkerung und die Kosten der Energiewende in Deutschland beeinflusst. Viele Menschen wollen in ihrem Alltag keine Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien sehen. Besonders Windkraftanlagen werden oft als „Verschandelung der Landschaft“ angesehen. Für eine klimaneutrale Zukunft sind sie jedoch unerlässlich. Die Forschenden haben sich daher zwei Faktoren für…
Wissenschaftliche Begleitung zeigt differenziertes Bild der Umgestaltung beider Verkehrsachsen, Verstetigung wird empfohlen Um den Rad- und Fußverkehr zu fördern sowie die Wohn- und Aufenthaltsqualität zu verbessern, führte die Stadt Frankfurt am Main ab 2022 Umgestaltungsmaßnahmen im Grüneburgweg sowie an der Achse Kettenhofweg/Robert-Mayer-Straße durch. Wie diese angenommen werden und was sie bewirken, haben Forscher*innen der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) untersucht und ziehen insgesamt eine positive Bilanz. Gemeinsam mit Vertreter*innen der Stadt Frankfurt stellten sie am 15. Mai 2025…
Schwärme aus Fahrerlosen Transportfahrzeugen, die miteinander kommunizieren und kooperieren, sollen in Zukunft den Materialtransport in Fabriken verbessern. An dieser innovativen Idee arbeiten Forschende aus Hannover und Nürnberg im Projekt „Orpheus“. Während das Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen IIS die kommunikationstechnische Umsetzung erforscht, untersucht das IPH – Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH anhand von Materialflusssimulationen, ob die dezentrale Steuerung effizienter ist als die zentrale Steuerung. Dafür sucht das IPH noch Unternehmen, die Interesse daran haben, am realen Beispiel ihrer Fabrik…
Wissenschaft und Industrie erproben gemeinsam eine neue Technologie zur CO2-Abscheidung in der Zementindustrie Stellen Sie sich eine riesige Waschmaschine vor, die nicht Schmutz aus Kleidung, sondern CO2 aus Rauchgasen wäscht. Diese Idee steckt hinter einem neuen Verfahren, das von der TU Berlin gemeinsam mit der thyssenkrupp Uhde GmbH und dem Baustoffkonzern Holcim erforscht wird. Das Ziel: eine energieeffiziente Lösung, um die CO2-Emissionen in der Zementindustrie zu reduzieren, denn sie ist für acht Prozent der weltweiten industriellen Emissionen verantwortlich. Bei der…
Universität Magdeburg öffnet Reallabor zur Erprobung neuer Mobilitätskonzepte Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg startet ein Reallabor zur Erforschung neuer Mobilitätskonzepte für Sachsen-Anhalt. Im Rahmen des von der EU und dem Land Sachsen-Anhalt geförderten Forschungsprojekts Intelligenter Mobilitätsraum im Quartier (IMIQ) wird im Magdeburger Wissenschaftshafen der Einsatz autonomer Fahrzeuge und einer digitalen Infrastruktur, der sich an den Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner orientiert, erprobt. Bereits ab 2027 soll ein autonom fahrender E-Shuttlebus der nächsten Generation den Wissenschaftshafen mit dem Uni-Campus und dem ÖPNV verbinden….
Ein Konsortium mit Beteiligung der TU Graz hat technische Methoden entwickelt, um bestehende Gründerzeitgebäude mittels modularer Holzkonstruktionen auf nachhaltige Weise aufzustocken. Das Vermeiden von weiterer Bodenversiegelung und der gleichzeitig steigende Bedarf an innerstädtischem Wohnraum lassen sich nur schwer unter einen Hut bringen. Im Projekt “HOT – Holz-on-Top” hat ein Konsortium rund um die holz.bau forschungs GmbH, das Institut für Holzbau und Holztechnologie, das Institut für Architekturtechnologie, das Institut für Bauphysik, Gebäudetechnik und Hochbau (alle TU Graz) sowie rosenfelder & höfler…
Machbarkeitsstudie: Wie aus Urin ein nachhaltiger Baustoff wirdForschende der Universität Stuttgart haben mittels mikrobieller Prozesse umweltfreundlichen Biobeton aus Urin als Teil einer Wertschöpfungskette „Abwasser-Biobeton-Düngemittel“ hergestellt. Nach der Projektverlängerung durch das baden-württembergische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst stehen jetzt Produktoptimierungen und ein Praxistest an. Beton boomt. Weltweit werden jedes Jahr rund 4 Milliarden Tonnen Zement zu Beton verarbeitet und verbaut. Mit gravierenden Folgen für die Umwelt. „Herkömmlicher Zement wird bei ca.1.450 Grad gebrannt. Das verschlingt viel Energie und setzt große…
Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Nachhaltige Materialien haben ein CO2-freies und energiesparendes Verfahren entwickelt, um Nickel für Batterien, Magnete und Edelstahl zu gewinnen. Ihre aktuellen Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht. Auf den Punkt gebracht• Global rasant wachsende Nickelnachfrage: Der Bedarf an Nickel wird sich bis 2040 voraussichtlich verdoppeln. Gleichzeitig werden bei der konventionellen Herstellung von einer Tonne Nickel, rund 20 Tonnen CO2 emittiert.• Nachhaltiges Verfahren: Wissenschaftler stellen Nickel aus minderwertigen Erzen mit Hilfe von Wasserstoffplasma her – CO2-frei, energieeffizient…
Möglicher Einsatz in der Solartechnologie, der medizinischen Diagnostik und im Quantencomputing Einem internationalen Team von Forschenden ist es gelungen, den Energiefluss in einem Molekül mit Hilfe des pH-Werts zu steuern. Die Studie unter Leitung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) könnte etwa zur Entwicklung neuartiger Sensoren für die medizinische Diagnostik beitragen. Auch für den Bau effizienterer Solarzellen und für das Quantencomputing sind die Erkenntnisse von Interesse. Die Ergebnisse sind in der Zeitschrift Nature Communications erschienen. Dort fand die Arbeit als Forschungs-Highlight besondere…
Das Chemnitzer Forschungsinstitut präsentiert ESiP Analyzer – ein Analyse-Tool für Energiespeicheranwendungen in der Produktion (ESiP): Das Tool ermöglicht es, Einsatzmöglichkeiten von Energiespeichersystemen in Fabriken technisch und wirtschaftlich zu bewerten. Ziel ist es, mit wenig Aufwand die Möglichkeiten von Energiespeichern aufzuzeigen, sowie die Auslegung und Integration von Energiespeichern zu vereinfachen. Zentrale Ansatzpunkte von ESiP Analyzer sind die Senkung von Leistungsspitzen auf Maschinen- und Fabrikebene sowie die Zwischenspeicherung von erneuerbaren Energien. Forschungsschwerpunkt Energiespeicher in der Produktion: Herausforderungen und Chancen Die Produktionsindustrie steht…
Das Fraunhofer IAF hat einen monolithischen bidirektionalen Schalter mit einer Sperrspannung von 1200 V mithilfe seiner GaN-on-Insulator-Technologie entwickelt. Der Schalter enthält zwei Freilauf-Dioden und kann in bidirektionalen Ladegeräten und Antriebsträngen elektrischer Fahrzeuge sowie in Systemen zur Erzeugung und Speicherung erneuerbarer Energien Leistungs- und Effizienzvorteile erzielen. Präsentiert werden die Ergebnisse zusammen mit weiteren Entwicklungen in der Leistungselektronik vom 6. bis 8. Mai 2025 auf der PCIM Europe in Nürnberg. Technologische Innovationen in der Leistungselektronik sind nicht nur eine wesentliche Voraussetzung für…
Die Herstellung von Türen für Passagierflugzeuge ist überwiegend Handarbeit. Besonders zeitaufwendig ist die Montage der Türstrukturen mit ihren Schraub- und Nietverbindungen. Viele Zwischenschritte sind erforderlich, um den direkten Kontakt unterschiedlicher Materialien zu vermeiden, der zu Korrosion führt. Werden statt Aluminium, Titan und Duroplasten hauptsächlich thermoplastische Kohlefaserverbundmaterialien (CFK) eingesetzt, die ohne Trennlagen automatisiert miteinander verschweißt werden können, geht es wesentlich schneller – die Fertigungszeit für die Türstruktur sinkt von 110 auf nur noch 4 Stunden. Dies zeigt das Forschungsprojekt »TAVieDA« von…