Eine Alpenpflanze könnte über den Schlüssel für ihr Fortbestehen in einem sich stetig erwärmenden Klima verfügen. Forschende der ETH Zürich haben nämlich den Ursprung von zwei uralten Genvarianten in der Pflanze geklärt. Diese Varianten steuern den Zeitpunkt des Blühens. Das Klima erwärmt sich immer schneller, besonders in den Alpen. Das fordert Organismen heraus. Wenn sie sich nicht in grössere Höhen ausbreiten, müssen sie sich an ihrem bisherigen Standort sehr rasch an höhere Temperaturen anpassen, oder ihre Populationen werden geschwächt und…
Ein Durchbruch in der Katalyse-Forschung macht es möglich: Eine neue Wandfarbe kann sich durch Sonneneinstrahlung selbst reinigen und Schadstoffe aus der Luft chemisch abbauen. Schöne weiße Wandfarbe bleibt meistens nicht für immer schön und weiß. Oft lagern sich verschiedene Substanzen aus der Luft an der Oberfläche an. Das kann durchaus ein gewünschter Effekt sein, weil dadurch die Luft kurzzeitig sauberer wird – doch im Lauf der Zeit verfärbt sich die Farbe und muss erneuert werden. Qaisar Maqbool und Günther Rupprechter…
Eine mögliche Alternative zu bromierten Flammschutzmitteln für Elektronik und E-Mobiliät sind phosphororganische Flammschutzmittel. Doch fehlen bisher vergleichende Lebenszyklusuntersuchungen. Welche Umweltauswirkungen phosphororganische Flammschutzmittel im Vergleich zu bromierten Flammschutzmitteln in Kunststoffbauteilen wie Ladesteckern für Elektroautos oder USB-C-Anschlüssen haben, untersuchte das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT nun erstmalig in einer vergleichenden Ökobilanzierung. Bromierte Flammschutzmittel sind derzeit am weitesten verbreitet, da sie schlicht sehr wirksam sind – effizient herzustellen, bei hohen Temperaturen stabil sind und kosteneffizient produziert werden können. Sie finden sich…
Erstmals globale Untersuchung von Küstenmeeren als Kohlendioxid-Speicher möglich. Küstenmeere bilden eine komplexe Übergangszone zwischen den beiden größten CO2-Senken des globalen Kohlenstoffkreislaufes: Land und Ozean. Ozeanforschenden ist es jetzt erstmals gelungen, die Rolle des Küstenozeans in einer lückenlosen Modelldarstellung zu untersuchen. Das Team um Dr. Moritz Mathis vom Exzellenzcluster für Klimaforschung CLICCS an der Universität Hamburg und dem Helmholtz-Zentrum Hereon konnte zeigen: Die Intensität der CO2-Aufnahme ist im Küstenmeer höher als im offenen Ozean. Dies belegt eine Studie, die im Fachjournal…
Spuren von Leben wären in einzelnen Eisteilchen von Monden im Sonnensystem nachweisbar. Die unterirdischen Ozeane einiger Eismonde von Saturn und Jupiter sind Kandidaten für die Suche nach außerirdischem Leben. Eine laborbasierte Studie, durchgeführt größtenteils von Wissenschaftlern von Freier Universität Berlin und University of Washington in Seattle, zeigt, dass Leben, wenn es dort welches gibt, nachweisbar ist. Und zwar in einzelnen ausgestoßenen Eisteilchen. „Wir konnten erstmals zeigen, dass Zellmaterial von Bakterien mit einem Massenspektrometer auf einer Raumsonde nachweisbar ist“, betont Dr….
Schmelzraten von 130 Metern pro Jahr unter dem 79° N Gletscher gemessen. Im hohen Nordosten Grönlands platzierte Messinstrumente und Flugzeugradar-Daten zeigen, wie viel Eis der 79° N-Gletscher verliert. Die Dicke des Gletschers nahm seit 1998 um mehr als 160 Meter ab, ergeben Messungen unter Leitung des Alfred-Wegener-Instituts. Dabei setzt warmes, unter die Gletscherzunge fließendes Ozeanwasser dem Eis von unten zu. Hohe Lufttemperaturen lassen auf der Oberfläche Seen entstehen, deren Wasser durch mächtige Kanäle im Eis bis in den Ozean fließt….
Winzlinge wie Bakterien und Pilze helfen Pflanzenwurzeln bei ihrer Arbeit und fördern ihre Gesundheit. Eine gängige Vorstellung ist, dass die Zusammensetzung dieser Mikroben von den Bodeneigenschaften abhängt. Jedoch hat nun ein internationales Forschungsteam unter Federführung der Universität Bonn an verschiedenen lokalen Maissorten herausgefunden, dass die Erbanlagen der Pflanze ebenfalls dazu beitragen, welche Mikroorganismen sich an der Wurzel tummeln. Die Ergebnisse, die nun in der renommierten Fachzeitschrift Nature Plants veröffentlicht sind, könnten künftig dabei helfen, besser an Dürre und Nährstoffmangel angepasste…
BTU-Experiment erneut für Einsatz im Weltraum in Vorbereitung. Mit einem einzigartigen Experiment, das ausschließlich in der Schwerelosigkeit durchgeführt werden kann, wollen BTU-Forschende die Auswirkungen der Klimaerwärmung auf die Polkappen der Erde und die damit verbundenen Veränderungen in Luft- und Meeresströmungen untersuchen. Im Februar 2024 startete die zweite Phase des DLR-Projekts „AtmoFlow“. AtmoFlow bezeichnet die wissenschaftlichen Untersuchungen der konvektiven Strömung in einem Kugelschalensystem, welches analog zu planetaren Strömungsfeldern ist“, erläutert Prof. Dr.-Ing. Christoph Egbers, der das Projekt leitet. Der Förderzeitraum umfasst…
Große Ansammlungen auch abseits sogenannter Müllstrudel. Gelangt Plastik ins Meer, verwittert es und zerfällt in kleine Bruchstücke. Wenn Meerestiere diese Plastikpartikel aufnehmen, kann dies ihre Gesundheit massiv beeinträchtigen. Große Plastikansammlungen können daher das biologische Gleichgewicht der Meeresökosysteme stören. In einer aktuellen Studie hat ein Forschungsteam des UFZ in Zusammenarbeit mit dem Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), in einem entlegenen Meeresschutzgebiet im Pazifischen Ozean nun ebenso große Mengen Plastikmüll und Mikroplastik nachgewiesen wie in einem der größten bekannten Müllstrudel….
Was passiert in Ostfriesland, wenn Sturmfluten und Starkregenereignisse gleichzeitig und über einen längeren Zeitraum auftreten? Welche Auswirkungen haben diese Ereignisse auf den Insel- und Küstenschutz, die Binnenentwässerung, die Süßwasserversorgung und damit auf das Leben auf dem Festland und den Ostfriesischen Inseln? Und: Welchen Einfluss hat der Klimawandel auf all diese Szenarien? Unter Beteiligung und Koordination des Helmholtz-Zentrums Hereon untersuchte das Verbundprojekt „Wasser an den Küsten Ostfrieslands: Basis für maßgeschneiderte Klimaservices für die Anpassung“ (WAKOS), wie sich derartige Ereignisbündel in der…
DBU: Wechsel zu Runderneuerten hat Umwelt-Vorteile. Der Frühling ist nicht mehr fern. Für viele Autos geht damit zugleich ein Wechsel auf Sommerreifen einher. Der Tipp der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU): Ein Umstieg auf runderneuerte Reifen ermöglicht einen umweltfreundlichen und kostengünstigen Start in die warme Jahreszeit. Qualität, Sicherheit und Laufleistung vergleichbar zu Neureifen Das hat die Allianz Zukunft Reifen (Azur) in einem jetzt abgeschlossenen DBU-geförderten Projekt ermittelt. Dazu passt der Global Recycling Day am 18. März. Ein entscheidendes Ergebnis: Runderneuerte Premium-…
Das Forschungsprojekt ARmEO (Augmented Reality meets Earth Observation) der BOKU University und der Fachhochschule St. Pölten macht satellitengestützte Daten für Landwirt*innen und andere Akteur*innen zugänglicher, nutzbarer und effektiver. Dank satellitengestützter Werkzeuge und dem Einsatz von Augmented-Reality-Technologien trägt das Projekt zu nachhaltigerer und effizienterer Landwirtschaft bei. Die Geschichte der Landwirtschaft ist geprägt von Wandel. Moderne Messtechniken wie Feld- und Maschinensensoren, Analysewerkzeuge zur Nutzung von großen Datensätzen und Satellitendaten stehen bereits zur Verfügung. Entscheidungen über den Einsatz von Dünge- oder Pflanzenschutzmitteln, den…
Nachhaltige Landwirtschaft: h_da-Forschende entwickeln KI-Systeme zur Optimierung des Agrarsektors in Europa. Wasserknappheit, intensiver Düngemitteleinsatz, steigende CO2- wie Methan-Emissionen: Die Landwirtschaft steht vor großen Herausforderungen. Im Rahmen des europäischen Horizon-Europe-Projekts „Farmwise“ arbeiten Forschende der Hochschule Darmstadt (h_da) an der Entwicklung innovativer KI-Systeme, um diese Probleme anzugehen. Sie sollen nicht nur Landwirtinnen und Landwirten, sondern auch politischen und zivilgesellschaftlichen Gruppen helfen, auf der Basis wissenschaftlicher Daten fundierte Entscheidungen zu treffen. An dem Projekt sind 20 Partner aus zwölf europäischen Ländern beteiligt. Die…
Forscher*innen der Universität Bayreuth ist mit der Entdeckung neuer Yttrium-Wasserstoff-Verbindungen ein bedeutender wissenschaftlicher Durchbruch gelungen, der für die Erforschung der Hochdrucksupraleitung von großer Bedeutung ist. Unter Hochdruck-Supraleitung versteht man die Eigenschaft von Materialien, unter bestimmten Druckbedingungen supraleitend zu werden, d.h. elektrischen Strom ohne Widerstand zu leiten. Die umfassende Hochdruckstudie der Bayreuther Forschenden, die die komplexe Natur von Yttriumhydriden unter extremen Bedingungen beleuchtet, wurde in der Zeitschrift “Science Advances” veröffentlicht. Mehrere Seltene Erden-Superhydride sind dafür bekannt, dass sie bei hohem Druck…
Ein Jahr Antarktis: Projekt zur Wolkenforschung an der deutschen Polarstation Neumayer III erfolgreich. Extrem saubere Luft am Boden, Warmlufteinbrüche und Sulfataerosol in großer Höhe – ein Leipziger Forschungsprojekt hat neue Erkenntnisse über die Wolken in der Antarktis gewonnen. Von Januar bis Dezember 2023 wurde erstmals die vertikale Verteilung von Aerosolpartikeln und Wolken in der Atmosphäre über der deutschen Neumayer-Station III des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) vom Boden aus untersucht. Die höhenaufgelösten Messungen waren die ersten dieser Art…
H-BRS-Projekt Garrulus startet in finale Projektphase. Ein Forschungsteam der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) arbeitet daran, zerstörte Waldgebiete mit Hilfe von Drohnen wieder aufzuforsten. In der ersten Projektphase konnten die Informatikerinnen und Informatiker zeigen, dass ihr Konzept in der Praxis funktionieren kann. Bis Ende 2026 soll nun der Prototyp fertiggestellt werden, mit dem die Aufforstung effizienter und kostengünstiger möglich werden soll – von der Vermessung eines Gebiets bis hin zur Aussaat der Bäume. Seit den 1970er-Jahren erinnert der Tag des Waldes am…
SLF-Klimatologe Christoph Marty erklärt im Interview, warum es auch in warmen Wintern schneien kann, erläutert den Unterschied zwischen der Saison 2022/23 und der Saison 2023/24 und wagt einen Blick in die Zukunft. Dr. Christoph Marty ist Schneeklimatologe am WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF in Davos, Schweiz. (c) Luzia Schär, Davos CC-BY Herr Marty, Ende November und Anfang Dezember herrschte in weiten Teilen der Alpen und des Alpenvorlands Schneechaos, im Tessin hatten wir erst vor ein paar Tagen drei Meter…