Eine Studie der Universität Bern und der Woods Hole Oceanographic Institution in den USA kommt zu dem Schluss, dass die ozeanische Zirkulation im Nordatlantik, zu der auch der Golfstrom gehört, in den letzten 60 Jahren nicht geschwächt wurde. Diese Ergebnisse widersprechen früheren Annahmen. Wir verdanken Europas mildes Klima der ozeanischen Zirkulation im Nordatlantik, die nicht nur Wärme vom Äquator nach Norden transportiert, sondern auch Sauerstoff und Nährstoffe im Ozean verteilt. Der Zusammenbruch dieses zentralen Elements des Klimasystems hätte ernsthafte Konsequenzen…
Sogenannte Foraminiferen sind in allen Weltmeeren zu finden. Nun hat eine internationale Studie unter der Leitung der Universität Hamburg gezeigt, dass die Mikroorganismen, von denen die meisten Schalen tragen, Phosphat aus dem Wasser, das die Ozeane verschmutzt, in bisher unbekanntem Ausmaß aufnehmen. Die Arbeit wurde in der wissenschaftlichen Zeitschrift „Nature“ veröffentlicht. Phosphatnutzung in der Landwirtschaft und ihre Umweltauswirkungen Phosphat ist einer der Hauptbestandteile vieler Düngemittel. Es fördert das Wachstum vieler Kulturen – wirkt jedoch nicht nur im Feld, sondern auch…
Die Regionen der Arktis sind besonders anfällig für den Klimawandel. Es mangelt jedoch an umfassenden wissenschaftlichen Informationen über die dortigen Umweltveränderungen. Forscher des Helmholtz-Zentrums Hereon haben nun an Fjordsystemen anorganische Kohlenstoffkomponenten, Nährstoffe und Spurenelemente untersucht. Das Ergebnis: Das schmelzende Gletschereis verändert die chemische Zusammensetzung des Wassers in den Fjorden, was zu einem Ungleichgewicht der Ökosysteme führt. Die Studie wurde kürzlich in der Zeitschrift “Global Biogeochemical Cycles” veröffentlicht. Auswirkungen des Süßwasserzuflusses aus Gletschern Die Fallstudie basiert auf einer Expedition zum Kongsfjorden…
Von den anhaltenden Dürren im südlichen Afrika und in Mittelamerika zu Beginn des Jahres bis hin zu den jüngsten verheerenden extremen Regenfällen in Spanien und dem tödlichen Hurrikan Helene an der Ostküste der USA war das Jahr 2024 von Klimaereignissen geprägt, die das Leben von Milliarden von Menschen beeinflussten. Eine „klimaresiliente“ Zukunft In einer kürzlich in Advances in Atmospheric Sciences veröffentlichten Arbeit gibt ein internationales Wissenschaftsteam unter der Leitung von Dr. Wenxia Zhang am Institute of Atmospheric Physics, Chinese Academy…
Die nächsten Verwandten des Menschen passen sich genetisch an Lebensräume und Infektionen an Überleben des am besten Angepassten: Genetische Anpassungen bei Schimpansen aufgedeckt Görlitz, 10.01.2025. Schimpansen verfügen über genetische Anpassungen, die ihnen das Überleben in verschiedenen Wald- und Savannenhabitaten ermöglichen. Zu diesem Ergebnis kommt eine heute in der renommierten Zeitschrift Science veröffentlichte Studie. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung von University College London (UCL) zeigt, dass einige dieser Anpassungen die Tiere möglicherweise auch vor Malaria schützen. Die Forschenden betonen, dass ihre…
Überfischung, illegaler Fischfang und der zunehmende Handel mit Haifleisch stellen laut einer neuen Studie erhebliche Bedrohungen für die mehr als 80 Hai- und Rochenarten dar, die im Mittelmeer leben. Aktuelle Gesetzgebung zum Schutz von Elasmobranchiern Die Forschung untersuchte den aktuellen Stand der Gesetzgebung zum Schutz von Elasmobranchier-Populationen (einschließlich Haie, Rochen und Sägefische) in den 22 Küstenstaaten der Mittelmeerregion. In diesen Ländern – von Spanien und Marokko im Westen bis Israel, Libanon und Syrien im Osten – identifizierten die Forscher über…
Mikroorganismen sind überall und beeinflussen die Umwelt der Erde seit über 3,5 Milliarden Jahren. Forschende aus Deutschland, Österreich und Taiwan haben nun erstmals die Rolle entschlüsselt, die Mikroorganismen bei der Kalkbildung spielen – nicht im Labor, sondern in der Tiefsee. Grundlage war ein fünf Meter langer Kalkkern, der während einer Expedition gewonnen wurde. Das Autorenteam hat seine Ergebnisse jetzt in der Fachzeitschrift Communications Earth & Environment veröffentlicht. Zusammenhang zwischen Mikroorganismen und Mineralbildung Mikroorganismen werden üblicherweise mit Abbau- und Zersetzungsprozessen in…
Analyse von drei Jahrzehnten Luftüberwachungsdaten zeigt bedeutende Veränderungen In der Arktis schmilzt das alte, mehrjährige Eis zunehmend, was zu einer dramatischen Verringerung der Häufigkeit und Größe von Pressrücken führt. Diese Rücken entstehen, wenn Eisschollen aufeinanderdrücken und sich stapeln. Sie sind ein charakteristisches Merkmal des arktischen Meereises, stellen zwar ein Hindernis für die Schifffahrt dar, sind jedoch auch ein wesentlicher Bestandteil des Ökosystems. In einer kürzlich in der Zeitschrift Nature Climate Change veröffentlichten Studie berichten Experten des Alfred-Wegener-Instituts über diesen Trend und…
Die längste jemals gesammelte natürliche Metagenom-Zeitreihe mit Mikroben offenbart ein verblüffendes evolutionäres Muster, das sich wiederholt. Ein mikrobielles „Murmeltiertagsjahr“ im Lake Mendota Ähnlich wie Bill Murray im Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ befinden sich Bakterienarten in einem See in Wisconsin in einer Art endlosem Kreislauf, aus dem sie scheinbar nicht ausbrechen können. In diesem Fall ist es jedoch eher ein „Murmeltiertagsjahr“. Laut einer neuen Studie in Nature Microbiology fanden Forscher heraus, dass sich die meisten einzelnen Bakterienarten im Lake…
Eine neue Studie untersucht die Schnittstelle zwischen industrieller Automatisierung und ökologischer Nachhaltigkeit, wobei der Schwerpunkt auf der Rolle industrieller Roboter bei der Reduzierung der Kohlenstoffintensität von Exporten aus der Fertigung liegt. Die Forschung zeigt, dass Roboter die CO₂-Emissionen im Fertigungsprozess erheblich senken können. Die Studie deckt jedoch auch eine komplexe U-förmige Beziehung auf, bei der die Emissionen zunächst sinken, dann jedoch stagnieren, was die Notwendigkeit einer sorgfältigen Integration von Robotik in Fertigungssysteme unterstreicht. Diese Ergebnisse liefern entscheidende Einblicke für Branchen,…
Rotorblätter von Offshore-Windparkanlagen unterliegen nach mehrjährigem Betrieb unter rauen Wetterbedingungen einer Degradation und Oberflächenerosion, was zu erheblichen Partikelemissionen in die Umwelt führt. Ein Forschungsteam unter Leitung des Alfred-Wegener-Instituts hat jetzt die Auswirkungen dieser Partikel auf Miesmuscheln untersucht – eine Art, die auch für Aquakulturen in Windparks in Betracht gezogen wird. Die Muscheln nahmen im Experiment Metalle aus den Beschichtungen auf, beschreibt das Team in einer Studie im Fachmagazin Science of the Total Environment und diskutiert mögliche physiologische Auswirkungen. In einer…
Steigende Wassertemperaturen zehren Erfolge bei der Nährstoffverringerung auf. Überdüngung und steigende Wassertemperaturen setzen der Ostsee immer mehr zu: Sie führen zu einem gefährlichen Sauerstoffmangel in den tieferen Wasserschichten, was viele Meeresbewohner bedroht. Trotz erfolgreicher Bemühungen, die Nährstoffbelastung zu verringern, verhindern steigende Temperaturen, dass sich das Ökosystem erholt. Forschende des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel haben anhand von Langzeitmessungen untersucht, wie sich die Umweltbedingungen in den letzten Jahrzehnten verändert haben. Ihre Ergebnisse wurden jetzt im Fachjournal Scientific Reports veröffentlicht. Die Ostsee…
Universität Jena an neuem Forschungsprojekt zur Verbesserung des Plastikrecyclings beteiligt. Bereits ein Blick in die Gelbe Tonne zeigt ein buntes Wirrwar unterschiedlicher Kunststoffe. Je reiner und einheitlicher Plastikabfall allerdings ist, umso besser lässt er sich recyceln. In einem neuen Forschungsvorhaben wollen die Universitäten Jena und Bayreuth zusammen mit den Firmen BASF, Endress + Hauser Digital Solutions und TechnoCompound GmbH den Recyclingprozess von Kunststoffen optimieren. Im Projekt SpecReK ist geplant, die Zusammensetzung von Kunststoffabfällen während des Recyclingprozesses zuverlässig und präzise zu…
Gletscherschmelze, Hitzewellen und veränderte Niederschlagsmuster erfordern strategisches und grenzüberschreitendes Wassermanagement Der stetige, intensive Ressourcengebrauch hat unsere Umwelt negativ beeinflusst – und das über nationale Grenzen hinaus. Der Klimawandel verändert die Alpenregion drastisch: Schmelzende Gletscher und veränderte Niederschlagsmuster gefährden Flüsse und Grundwasserreserven. Das von der EU kofinanzierte Projekt „Waterwise“, geleitet durch das Interreg-Programm Alpenraum, bringt die Hochschule Karlsruhe (HKA) und 11 weitere Partner aus sieben Alpenländern – Frankreich, Italien, Schweiz, Deutschland, Österreich und Slowenien – zusammen, um die Krise zu bewältigen…
Ein internationales Team von Forschenden unter Beteiligung der Universität Bern haben die Folgen der Abholzung und Degradierung von Tropenwäldern untersucht. Sie konnten zeigen, dass es «Gewinner»- und «Verlierer»-Arten gibt, wobei die Verdrängung der «Verlierer» zu einem Rückgang der ökologischen Funktionen in tropischen Wäldern führen kann. Tropische Wälder sind das wichtigste Reservoir der terrestrischen Biodiversität. Sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Aufnahme von Treibhausgasen und stellen wichtige Ökosystemdienstleistungen bereit. Dennoch sind sie Opfer einer rapiden Entwaldung und Waldfragmentierung mit einem…
Statt “Downcycling”: In Leichtbauanwendungen, bei denen eine hohe Festigkeit und Steifigkeit bei zugleich minimalem Gewicht entscheidend sind, werden zunehmend carbonfaserverstärkte Kunststoffe (CFK) eingesetzt. Jedoch gehen mit dem wachsenden Einsatz an CFK auch große Mengen an Carbonfaserabfällen einher. Herkömmliche Recyclingverfahren verringern signifikant die CFK-Eigenschaften und schränken die Einsatzbereiche ein. Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) haben hochorientierte Tapes aus recycelten Carbonfasern (rCF) entwickelt, die auch für Hochleistungsanwendungen wie Strukturbauteile im Automobil wiedereingesetzt werden können. Entwickelte „Infinity“ rCF-Tape-Variante mit…