Geowissenschaften

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Geophysik-Forschende installieren unterirdisches Messsystem am Strand

Bohrung auf Spiekeroog: An der dynamischen Nordseeküste vor Spiekeroog hat das Forschungsvorhaben DynaDeep mittels einer Bohrung das am Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG) entwickelte Salzwassermonitoringsystem SAMOS direkt an der Hochwasserlinie am Oststrand eingebaut. Ziel des Projektes ist es, ein unterirdisches Messfeld zu installieren, um die Übergangszonen zwischen den Grundwasseraquiferen an Hochenergiestränden und dem Meer zu untersuchen. In diesen Zonen verändern biogeochemische Reaktionen die Grundwasserzusammensetzung, was die Stoffflüsse in Richtung Meer wesentlich beeinflusst. Bislang ist darüber global nur wenig bekannt. Weitere…

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Klima: Ammoniak treibt Wolkenbildung an

Der vermehrte Einsatz von Kunstdünger und Mist aus der Tierhaltung bringen mehr Ammoniak in die Atmosphäre. Während des asiatischen Monsuns wird Ammoniak, das von landwirtschaftlich genutzten Gebieten stammt, verstärkt in die obere Troposphäre transportiert. Dort beschleunigt der Luftschadstoff die Bildung von Partikeln und damit die Entstehung von Wolken. Das zeigen Experimente eines internationalen Forschungsteams am CERN bei Genf, an dem der Ionenphysiker Armin Hansel von der Universität Innsbruck und der Aerosolphysiker Paul Winkler von der Universität Wien beteiligt waren. Ob…

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Wie wirkt sich Wiederaufforstung auf den Wasserkreislauf aus?

Wie würden sich Aufforstung und Renaturierung großer Flächen weltweit auf die Wasserströme auswirken? Eine neue Studie unter der Leitung der Wissenschaftlerin Anne Hoek van Dijke von der Universität Wageningen und unter Mitwirkung von Martin Herold vom GFZ liefert interessante Antworten. Die Auswirkungen auf die Niederschläge reichen demnach weit über Ländergrenzen und sogar Kontinente hinaus: So kann die Wiederaufforstung von Bäumen im Amazonasgebiet zum Beispiel Niederschläge in Europa und Ostasien beeinflussen. In der Studie, die am 11. Mai 2022 in Nature…

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Hochtechnologie-Metalle Germanium und Gallium aus der Tiefsee?

Forschung am Rohstoff-Dilemma: Germanium und Gallium sind zwei Metalle, die für moderne Hochtechnologien von großer Bedeutung sind. Beide sind wichtige Rohstoffe für die Halbleiterindustrie, für Glasfaserkabel und für die Photovoltaik. Sie sind damit essentielle Komponenten für die Gestaltung der Elektromobilität und Energiewende. Mit neuen Analysemethoden hat die Arbeitsgruppe „CritMET: Critical Metals for Enabling Technologies“ um Dr. Michael Bau, Professor für Geochemie an der Bremer Jacobs University, die Verteilung von Germanium und Gallium in Eisen-Mangan-Krusten der Tiefsee untersucht. Die Ergebnisse wurden…

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Aus der Vogelperspektive

– Überwachung der Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen mit Satelliten. Die Fähigkeit eines Ökosystems, Störungen zu widerstehen und sich davon zu erholen, kann aus dem Weltraum gemessen werden. Das zeigen Dr. Taylor Smith von der Universität Potsdam und seine Kollegen am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) sowie der Technischen Universität München (TUM) in einer empirischen Studie in „Nature Climate Change“. Ihre auf Satellitendaten basierende Methode könnte in den kommenden Jahrzehnten des Klima- und Landnutzungswandels an Bedeutung gewinnen Der Klimawandel beeinflusst den Charakter…

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Neue Erdbebenanalysen stärken die Katastrophenvorsorge in Europa

Im 20. Jh. haben Erdbeben in Europa mehr als 200’000 Todesopfer gefordert und Schäden von über 250 Mrd. Euro verursacht. Unter Beteiligung des Deutschen GeoForschungsZentrums Potsdam GFZ haben Expert:innen aus ganz Europa das Erdbebengefährdungsmodell für Europa aktualisiert sowie das erste Erdbebenrisikomodell für Europa erstellt – als Grundlage, um die Erdbebenprävention zu stärken und die Bevölkerung widerstandsfähiger zu machen. Die heute veröffentlichten Modelle verbessern das Verständnis darüber, wo starke Erschütterungen am ehesten auftreten und welche Auswirkungen künftige Erdbeben in Europa haben…

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Uralte Erdkruste in den Tiefen des Erdmantels entdeckt

Friedhof der Erdplatten: Die früheste, mehr als vier Milliarden Jahre alte Kruste der Erde hat in den Tiefen des Erdmantels überdauert / Es gibt noch heute Spuren der alten Erdkruste in Vulkangesteinen an der Erdoberfläche / Veröffentlichung in PNAS. Die Wissenschaftler Dr. Jonas Tusch und Professor Dr. Carsten Münker vom Institut für Geologie und Mineralogie der Universität zu Köln haben zusammen mit ihrem Kollegen Dr. Elis Hoffmann, Freie Universität Berlin, anhand chemischer Analysen magmatischer Gesteine den Nachweis erbracht, dass in…

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Unterseeische Glasfaserkabel zur Erfassung seismischer Ereignisse

Unterseeische Glasfaserkabel von Telecom Italia erstmals in Italien zur Erfassung seismischer Ereignisse eingesetzt. Die Glasfaserverbindung zwischen der Insel Vulcano und Milazzo auf Sizilien hat es dem italienischen Nationalen Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) und dem Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ) Potsdam ermöglicht, die seismische Aktivität vulkanischer Ereignisse in Echtzeit zu überwachen. Die Unterwasser-Glasfaserkabel der Telecom Italia (TIM) können von Forschung und Wissenschaft zur Überwachung seismischer Ereignisse im Zusammenhang mit aktivem Vulkanismus genutzt werden. Das haben Untersuchungen des italienischen Nationalen Instituts für…

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Wie nah ist der Kipp-Punkt?

Neue Untersuchungen zum atlantischen Strömungssystem. Mit einer Publikation im Fachmagazin Nature Climate Change tragen Kieler Forschende erneut zum Verständnis der Veränderungen in der Atlantischen Meridionalen Umwälzzirkulation bei – in der Öffentlichkeit als „Golfstromsystem“ bekannt. Sie ist für das globale Klima ebenso wichtig wie für das Klimageschehen in Europa. Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht die Frage, ob der menschengemachte Klimawandel die ozeanische Umwälzbewegung bereits verlangsamt. Der neuen Studie zufolge dominieren noch immer die natürlichen Schwankungen. Verbesserte Beobachtungssysteme könnten helfen, den menschlichen…

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Neues Verfahren ermittelt neotektonische Aktivität an verdeckten Verwerfungen

Bedeutung für Erdbebengefährdungskarten. Forschende des Leibniz-Instituts für Angewandte Geophysik (LIAG) und der Leibniz Universität Hannover (LUH) haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sie den Zusammenhang zwischen kleinen Deformationsstrukturen an der Oberfläche und der neotektonischen Aktivität verdeckter Verwerfungen im Untergrund nachweisen können. Selbst aseismische Kriechaktivitäten werden so ermittelt. Verdeckte Verwerfungen haben ein hohes seismisches Gefährdungspotenzial. Der Ansatz deckt den großen Bedarf an einem robusten geologischen Indikator und soll die Ausweisung in bestehenden Gefährdungskarten unterstützen. Das Journal Communications Earth & Environment aus…

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Weltweit erste fossile Knorpel von Tintenfischen entdeckt

Neue Forschungsergebnisse: Ein Forschungsteam des Naturhistorischen Museums Wien und der Universität Wien hat über 10.000 einzigartige Fossilien der alpinen Triaszeit (vor rund 233 Millionen Jahren) untersucht und bislang unbekannte Strukturen im Gestein entdeckt. Nun konnte das Rätsel um die fossilen Überreste gelöst werden: Es handelt sich um den weltweit ersten Nachweis von Tintenfisch-Knorpeln. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift PLOS ONE publiziert. Ein kleiner Graben beim Polzberg zwischen Gaming und Lunz am See (Niederösterreich) verbirgt eine der wichtigsten Fossil-Fundstellen Österreichs,…

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Passgenaue Geodaten für die Gesellschaft

Die Klaus Tschira Stiftung führt HeiGIT, das Heidelberg Institute for Geoinformation Technology, in die Zukunft. Geboten werden Geoinformationstechnologie und Geoinformatik, die ganz konkret helfen. Unterführungen, Treppen und hohe Bordsteinkanten sind für Menschen mit Gehbeeinträchtigungen eine große Herausforderung. Ein maßgeschneiderter Routenplaner kann aber ihre Mobilität erhöhen, indem er Wege mit möglichst wenigen Hindernissen berechnet. Dieses Beispiel zeigt, wie Geoinformationstechnologie und Geoinformatik speziellen Gruppen in der Gesellschaft ganz konkret helfen. HeiGIT, das Heidelberg Institute for Geoinformation Technology, entwickelt nicht nur passgenaue Routenplaner,…

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Kein eiszeitlicher Düngeeffekt im Antarktischen Ozean

Kann eisenhaltiger Staub den Ozean düngen, dort das Algenwachstum anregen und dadurch das Kohlendioxid in der Atmosphäre wegfangen? Ob diese hypothetische Treibhausgasbremse in Eiszeiten wirkte, hat ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Bonn anhand von Tiefsee-Sedimentkernen aus der Scotia-See untersucht. Obwohl der Staubeintrag in Eiszeiten hoch war, ließen sich keine Belege für einen Düngungseffekt im antarktischen Ozean finden. Vielmehr war die Produktion etwa von Algen und damit die Kohlendioxid-Festlegung lediglich in Warmzeiten hoch, wenn der Staubeintrag gering war. Die…

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Ein Schwarm von 85.000 Erdbeben am antarktischen Unterwasservulkan Orca

In der abgelegenen Gegend identifiziert ein Mix geophysikalischer Methoden Magmatransfer unter dem Meeresboden als Ursache. Auch vor der Küste der Antarktis gibt es Vulkane. Am Tiefseevulkan Orca, der seit langem inaktiv ist, wurde 2020 eine Folge von mehr als 85.000 Erdbeben registriert, ein Schwarmbeben, das bis dahin für diese Region nicht beobachtete Ausmaße erreichte. Dass solche Ereignisse auch in derart abgelegenen und daher schlecht instrumentierten Gebieten sehr detailliert untersucht und beschrieben werden können, zeigt nun die Studie eines internationalen Teams,…

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DFG-Forschungsgruppe zu Klimawandel und Schwerefeld der Erde verlängert

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Förderung der Forschungsgruppe „New Refined Observations of Climate Change from Spaceborne Gravity Missions (NEROGRAV)” um weitere drei Jahre verlängert. Die Forscher:innen um den Forschungsgruppensprecher Frank Flechtner (TU Berlin und Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ) entwickeln darin neuartige Methoden und Modellierungsansätze, um die durch Schwerefeldsatellitenmissionen gewonnenen Daten noch präziser auswerten zu können, Empfehlungen für die Planung von zukünftigen Schwerefeldmissionen abzuleiten und innovative geophysikalische Anwendungen von Massentransportzeitreihen zu etablieren. Die Fördersumme beträgt 2,3 Millionen Euro. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft…

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Trinkwasserversorgung fit machen für den Klimawandel

Forschungsverbund TrinkXtrem will die Prognosequalität von Grundwassermodellen bei Extremwetterereignissen verbessern. Die Trinkwasserversorgung bei Extremwetterereignissen wie langer Dürre oder Starkregen sicherstellen – dieses übergeordnete Ziel verfolgt ein neues Forschungsprojekt mit dem Namen TrinkXtrem. In dem Projekt, das mit einem Kickoff-Treffen am 12./13. April 2022 seine Arbeit aufnimmt, kooperieren Wasserversorgungsunternehmen aus diversen Regionen Deutschlands mit Forschungseinrichtungen und Einrichtungen des Bundes und der Länder. Das Institut für Wasser- und Umweltsystemmodellierung der Universität Stuttgart erforscht darin gemeinsam mit den Partnern am Beispiel des Donaurieds…

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