Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Durchblick bei den Nebenkosten

15.04.2010
Umfangreiche Richtwerte für Wohnnebenkosten entwickelt - "Geislinger Konvention" sorgt für Transparenz

Die Kosten für Strom, Heizung, Wasser und Müll kennen nur eine Richtung: Nach oben. Die Experten sprechen daher auch längst von der "zweiten Miete", wenn es um die Nebenkosten geht.

Über 10 lange Jahre hinweg haben sich Experten aus der Wohnungswirtschaft und der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen Geislingen (HfWU) damit befasst, Richtwerte zu finden, um die tatsächlichen Nebenkosten von Wohnungen ermitteln zu können und transparent zu machen.

Die so genannte "Geislinger Konvention" sorgt nun für Klarheit. Der Arbeitskreis "Geislinger Konvention" hat eine Methode entwickelt, die einheitliche Vergleichswerte und Berechnungsmodelle für die Wohnnebenkosten bereitstellt. Für viele Mieter, Wohneigentümer und Wohnungsunternehmen ist häufig nicht klar, welche Positionen sich zu den Nebenkosten addieren, und wie sie im Laufe der Wohndauer zu Buche schlagen. Professor Dr. Hansjörg Bach, Mitautor der Geislinger Konvention und langjähriger Leiter des Studienganges Immobilienwirtschaft an der HfWU, geht bei einer vorsichtigen Schätzung davon aus, das pro Jahr in Deutschland 40 Milliarden Euro für Nebenkosten anfallen. Die Höhe der Nebenkosten ist inzwischen für Investoren, Unternehmen, Mieter und Eigentümer maßgeblich, ob sie sich für oder gegen ein Objekt entscheiden.

Das Ziel des Ganzen ist letztlich: Kostensenkung. Nur wenn für Mieter und Eigentümer klar ist, wo und wie Kosten entstehen, kommt man diesem Ziel näher. Die "Geislinger Konvention" soll Mietern aber auch der gesamten Wohnungswirtschaft helfen, Klarheit über den Umfang der Nebenkosten zu erhalten. Sie hilft zu zu erkennen, wo Nebenkosten anfallen und wie sie zwischen einzelnen Gebäudearten vergleichbar sind. Mit Hilfe der Geislinger Konvention lassen sich Strukturdaten für alle Gebäudearten erheben. Das Herzstück bilden allerdings 17 Kostenarten, die wiederum in einzelne Punkte unterteilt sind und sich zu über 120 Positionen addieren in die Geld fließt: Von Strom über Reinigung, Hausmeisterkosten bis hin zu den Gebühren für die Pflege von Spielplätzen.

Die deutsche Wohnungswirtschaft nutzt die Geislinger Konvention als betriebswirtschaftliche Methode, um die explodierenden Wohnnebenkosten besser in den Griff zu bekommen. Dr. Bach, inzwischen Prorektor der HfWU, spricht von einer "sensationellen Durchdringung" der Wohnungswirtschaft, die bereits dreieinhalb Millionen Wohnungen nach dem Regelwerk der Konvention bewirtschaftet. Die beteiligten Unternehmen verwenden dafür das Siegel der "Geislinger Konvention" als Qualitätsnachweis. Die Rechte an den Ergebnissen der Geislinger Konvention, dem Siegel und der Markenschutz liegen bei der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt. Die größten deutschen Verbände der Wohnungswirtschaft wenden die Regeln der Geislinger Konvention bereits an. Dr. Bach will mehr erreichen: "Unser Ziel muss es sein, dass in absehbarer Zeit der größte Teil des Wohnungsbestandes der Bundesrepublik sich einem Vergleich der Richtwerte, in der Fachsprache "Benchmarking", für die Wohnnebenkosten unterzieht".

Die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen würdigt nun die 10-jährige Arbeit an der Geislinger Konvention. Der 34. Tag der Immobilie widmet am 27. April widmet sich ausschließlich diesem Thema.

Gerhard Schmücker | idw
Weitere Informationen:
http://www.hfwu.de/de/geislinger-konvention/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Straturity Human Capital Self-Assessment - Neues Instrument zum Überprüfen der Zukunftsfähigkeit von Unternehmen
11.05.2020 | time4you GmbH

nachricht Jobbörsen vergleichen: Für Arbeitgeber und Arbeitnehmer immer wichtiger
11.03.2020 | PROFILO Rating-Agentur GmbH Lars Müller

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neuartiges Covid-19-Schnelltestverfahren auf Basis innovativer DNA-Polymerasen entwickelt

Eine Forschungskooperation der Universität Konstanz unter Federführung von Professor Dr. Christof Hauck (Fachbereich Biologie) mit Beteiligung des Klinikum Konstanz, eines Konstanzer Diagnostiklabors und des Konstanzer Unternehmens myPOLS Biotec, einer Ausgründung aus der Arbeitsgruppe für Organische Chemie / Zelluläre Chemie der Universität Konstanz, hat ein neuartiges Covid-19-Schnelltestverfahren entwickelt. Dieser Test ermöglicht es, Ergebnisse in der Hälfte der Zeit zu ermitteln – im Vergleich zur klassischen Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR).

Die frühe Identifikation von Patienten, die mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert sind, ist zentrale Voraussetzung bei der globalen Bewältigung...

Im Focus: Textilherstellung für Weltraumantennen startet in die Industrialisierungsphase

Im Rahmen des EU-Projekts LEA (Large European Antenna) hat das Fraunhofer-Anwendungszentrum für Textile Faserkeramiken TFK in Münchberg gemeinsam mit den Unternehmen HPS GmbH und Iprotex GmbH & Co. KG ein reflektierendes Metallnetz für Weltraumantennen entwickelt, das ab August 2020 in die Produktion gehen wird.

Beim Stichwort Raumfahrt werden zunächst Assoziationen zu Forschungen auf Mond und Mars sowie zur Beobachtung ferner Galaxien geweckt. Für unseren Alltag sind...

Im Focus: Biotechnologie: Enzym setzt durch Licht neuartige Reaktion in Gang

In lebenden Zellen treiben Enzyme biochemische Stoffwechselprozesse an. Auch in der Biotechnologie sind sie als Katalysatoren gefragt, um zum Beispiel chemische Produkte wie Arzneimittel herzustellen. Forscher haben nun ein Enzym identifiziert, das durch die Beleuchtung mit blauem Licht katalytisch aktiv wird und eine Reaktion in Gang setzt, die in der Enzymatik bisher unbekannt war. Die Studie ist in „Nature Communications“ erschienen.

Enzyme – in jeder lebenden Zelle sind sie die zentralen Antreiber für biochemische Stoffwechselprozesse und machen dort Reaktionen möglich. Genau diese...

Im Focus: Biotechnology: Triggered by light, a novel way to switch on an enzyme

In living cells, enzymes drive biochemical metabolic processes enabling reactions to take place efficiently. It is this very ability which allows them to be used as catalysts in biotechnology, for example to create chemical products such as pharmaceutics. Researchers now identified an enzyme that, when illuminated with blue light, becomes catalytically active and initiates a reaction that was previously unknown in enzymatics. The study was published in "Nature Communications".

Enzymes: they are the central drivers for biochemical metabolic processes in every living cell, enabling reactions to take place efficiently. It is this very...

Im Focus: Innovative Sensornetze aus Satelliten

In Würzburg werden vier Kleinst-Satelliten auf ihren Start vorbereitet. Sie sollen sich in einer Formation bewegen und weltweit erstmals ihre dreidimensionale Anordnung im Orbit selbstständig kontrollieren.

Wenn ein Gegenstand wie der Planet Erde komplett ohne tote Winkel erfasst werden soll, muss man ihn aus verschiedenen Richtungen ansehen und die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Gebäudewärme mit "grünem" Wasserstoff oder "grünem" Strom?

26.05.2020 | Veranstaltungen

Dresden Nexus Conference 2020 - Gleicher Termin, virtuelles Format, Anmeldung geöffnet

19.05.2020 | Veranstaltungen

Urban Transport Conference 2020 in digitaler Form

18.05.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Ein wichtiger Schritt zum Neuromorphen Rechnen: richtungsweisende Arbeit aus Dresden

28.05.2020 | Materialwissenschaften

Wieso Radium-Monofluorid den Blick ins Universum fundamental verändern kann

28.05.2020 | Physik Astronomie

Neuartiges Covid-19-Schnelltestverfahren auf Basis innovativer DNA-Polymerasen entwickelt

28.05.2020 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics