Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fahrplan gegen das Insektensterben

07.01.2020

Forschungsteam mit Göttinger Beteiligung stellt Maßnahmen vor

Immer mehr Studien zeigen, dass die Anzahl von Insekten und deren Artenvielfalt weltweit abnimmt. Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des Niederländischen Instituts für Ökologie und mit Beteiligung der Universität Göttingen hat einen Fahrplan zum Insektenschutz entwickelt.


Der Schutz von Insekten darf nicht weiter aufgeschoben werden, fordern internationale Forscherinnen und Forscher, darunter auch Göttinger.

J. Westphal


Prof. Dr. Catrin Westphal

Y. Schneider

Der Fahrplan umfasst Sofortmaßnahmen sowie langfristige Finanzierungspartnerschaften und globale Monitoringprogramme, die dazu beitragen können, das Insektensterben aufzuhalten, indem sie deren Lebensräume schützen. Die Studie ist in der Fachzeitschrift Nature Ecology & Evolution erschienen.

(pug) „Insekten übernehmen in natürlichen und landwirtschaftlich geprägten Ökosystemen zentrale Funktionen, wie beispielsweise Zersetzungsprozesse im Boden, die für die Bereitstellung von Nährstoffen von großer Bedeutung sind.

Die landwirtschaftliche Produktion profitiert zudem von Ökosystemleistungen der Insekten, dazu zählen die natürliche Schädlingskontrolle und Bestäubung“, sagt die Göttinger Agrarwissenschaftlerin Prof. Dr. Catrin Westphal. Um die vielfältigen Ursachen des Insektensterbens besser zu verstehen und Maßnahmen gezielt einzusetzen, schlagen die Forscherinnen und Forscher aus 21 Ländern ein zeitlich abgestuftes Vorgehen vor.

„Zu den Sofortmaßnahmen gehören Schutzkonzepte für bedrohte Arten, aber auch Agrarumwelt- und Naturschutzprogramme, um Lebensräume und strukturreichen Landschaften zu fördern und wiederherzustellen“, betont der Göttinger Agarökologe Prof. Dr. Teja Tscharntke. Mittelfristig sind Forschungsprogramme nötig, die vorhandene Daten zusammentragen und die komplexen Wechselwirkungen der verschiedenen Ursachen des Insektensterbens mit innovativen Ansätzen untersuchen.

Dabei sollen auch durch Menschen entstandene Ursachen wie z.B. Klimawandel und intensivere Landnutzung in den Blick genommen werden. Öffentlich-private Partnerschaften und nachhaltige Finanzierungsinitiativen können dazu beitragen, Lebensräume für Insekten zu schaffen, wiederherzustellen und langfristig zu sichern. Der Erfolg dieser Maßnahmen soll global mit standardisierten Methoden überprüft werden.

„Da das Insektensterben die Funktionsfähigkeit unserer Ökosysteme beeinträchtigen kann, dürfen Maßnahmen zum Insektenschutz nicht weiter aufgeschoben werden. Der vorgeschlagene Fahrplan sollte auch im deutschen Aktionsprogramm Insektenschutz berücksichtigt und von Interessensgruppen wie Politik, Landwirtschaft, Naturschutz, Gesellschaft und Wissenschaft umgesetzt werden“, schlussfolgern Tscharntke und Westphal.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Prof. Dr. Catrin Westphal
Georg-August-Universität Göttingen
Abteilung Funktionelle Agrobiodiversität
Grisebachstr. 6, 37077 Göttingen
Telefon: 0551 39 22257
E-Mail: cwestph@gwdg.de

www.agrobiodiversity.uni-goettingen.de 

Prof. Dr. Teja Tscharntke
Georg-August-Universität
Abteilung Agrarökologie
Grisebachstr. 6, 37077 Göttingen
Telefon: 0551 39 9209
E-Mail: ttschar@gwdg.de

www.uni-goettingen.de/de/92552.html

Originalpublikation:

Jeffrey A. Harvey et al. International scientists formulate a roadmap for insect conservation and recovery. Nature Ecology & Evolution (2020). DOI: http://dx.doi.org/10.1038/s41559-019-1079-8

Thomas Richter | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wo bleibt das Plastik im Ozean?
30.03.2020 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Tiefsee der Framstaße ist Endlager für Mikroplastik aus der Arktis und dem Nordatlantik
26.03.2020 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenimaging: Unsichtbares sichtbar machen

Verschränkte Lichtteilchen lassen sich nutzen, um Bildgebungs- und Messverfahren zu verbessern. Ein Forscherteam am Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena hat eine Quantenimaging-Lösung entwickelt, die in extremen Spektralbereichen und mit weniger Licht genaueste Einblicke in Gewebeproben ermöglichen kann.

Optische Analyseverfahren wie Mikroskopie und Spektroskopie sind in sichtbaren Wellenlängenbereichen schon äußerst effizient. Doch im Infrarot- oder...

Im Focus: Sensationsfund: Spuren eines Regenwaldes in der Westantarktis

90 Millionen Jahre alter Waldboden belegt unerwartet warmes Südpol-Klima in der Kreidezeit

Ein internationales Forscherteam unter Leitung von Geowissenschaftlern des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI)...

Im Focus: A sensational discovery: Traces of rainforests in West Antarctica

90 million-year-old forest soil provides unexpected evidence for exceptionally warm climate near the South Pole in the Cretaceous

An international team of researchers led by geoscientists from the Alfred Wegener Institute, Helmholtz Centre for Polar and Marine Research (AWI) have now...

Im Focus: Blockierung des Eisentransports könnte Tuberkulose stoppen

Tuberkulose-Bakterien brauchen Eisen zum Überleben. Wird der Eisentransport in den Bakterien gestoppt, so kann sich der Tuberkulose-Erreger nicht weiter vermehren. Nun haben Forscher der Universität Zürich die Struktur des Transportproteins ermittelt, das für die Eisenzufuhr zuständig ist. Dies eröffnet Möglichkeiten zur Entwicklung neuer Medikamente.

Einer der verheerendsten Erreger, der sich im Inneren menschlicher Zellen vermehren kann, ist Mycobacterium tuberculosis – der Bazillus, der Tuberkulose...

Im Focus: Blocking the Iron Transport Could Stop Tuberculosis

The bacteria that cause tuberculosis need iron to survive. Researchers at the University of Zurich have now solved the first detailed structure of the transport protein responsible for the iron supply. When the iron transport into the bacteria is inhibited, the pathogen can no longer grow. This opens novel ways to develop targeted tuberculosis drugs.

One of the most devastating pathogens that lives inside human cells is Mycobacterium tuberculosis, the bacillus that causes tuberculosis. According to the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

13. »AKL – International Laser Technology Congress«: 4.–6. Mai 2022 in Aachen – Lasertechnik Live bereits früher!

02.04.2020 | Veranstaltungen

Europäischer Rheumatologenkongress EULAR 2020 wird zum Online-Kongress

30.03.2020 | Veranstaltungen

“4th Hybrid Materials and Structures 2020” findet web-basiert statt

26.03.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Quantenimaging: Unsichtbares sichtbar machen

02.04.2020 | Physik Astronomie

Innovative Materialien und Bauelemente für die Terahertz-Elektronik

02.04.2020 | Materialwissenschaften

Besser gewappnet bei Überflutungen in der Stadt

02.04.2020 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics