Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pflanzen führen Krieg um Stickstoff

08.07.2009
Invasive Arten entziehen den Konkurrenten die Nährstoffe

Eine spezielle Begabung, Stickstoff aufzunehmen und zu speichern, ist die wirksamste Waffe von invasiven Pflanzen, um in neue Lebensräume einzudringen und dabei ansässige Arten aus dem Weg zu räumen.

Das berichten Forscher der University of Nebraska im Wissenschaftsjournal Proceedings of the National Academy of Sciences. Sie untersuchten acht Jahre lang die Weymouths-Kiefer (pinus strobus), eine in der Prärie wuchernde Baumart, die auch im Böhmerwald in der Dreiländerregion Tschechien, Deutschland und Österreich beheimatet ist. Sichtbar wurde dabei erstmals, wie diese Kiefernart ihre Konkurrenten durch ihre Talente im Umgang mit Stickstoff besiegt.

Stickstoff ist einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe. Er liegt sowohl dem grünen Blattfarbstoff, allen Eiweißen als auch dem Wachstum zugrunde. Pflanzen können jedoch nicht den reichlich in der Luft enthaltenen Stickstoff verwenden, sondern sind auf die Vorkommen des Nährstoffes im Boden angewiesen. Bisher war bereits bekannt, dass der Kampf der Pflanzen um Lebensraum oft um die Ressource Stickstoff ausgetragen wird. Pflanzen, die Stickstoff besonders gut aufnehmen und speichern, setzen sich dabei am besten gegen Artgenossen durch. Wie dies bei invasiven Pflanzen genau vor sich geht, war jedoch bislang unbekannt.

Der Biologe Johannes Knops überprüfte mit seinem Team, wie sieben verschiedene Grasland- und Waldpflanzen Stickstoff aufnehmen und speichern, unter ihnen die Weymouths-Kiefer, eine invasive Baumart. Das Ergebnis überraschte die Forscher selbst: Die Kiefer hatte mehr als doppelt so viel Biomasse angesammelt als alle anderen untersuchten Bäume. "Die höhere Produktivität der Weymouths-Kiefer stammt vom höheren Stickstoffanteil in der Biomasse, dessen Ursache jedoch nicht gestiegene Stickstoffanteile im Ökosystems sind", so Knops. Das Kiefergewächs nehme Stickstoff länger auf und speichere es auch weitaus länger, wobei der Nährstoff dem Boden entzogen und in der Pflanze gespeichert werde. Diese erhalte somit Kraft, um auf Eroberung zu gehen.

Die längere Dauer der Stickstoff-Einwirkung aus der Umgebung sei der Schlüssel für den bedeutend höheren Stickstoffgehalt in dieser Pflanzenart und ihrer hohen Produktivität, schließt Knops. "Weymouth-Kiefern durchwühlen den Boden nach organischem Stickstoff, laugen ihn dabei aus und verwenden den Stickstoff selbst, um andere Arten aus dem Feld zu schlagen." Wichtig sei dieses Wissen für die Suche nach Methoden, um invasiven Pflanzenarten zu bekämpfen. In den USA sind dies vor allem die Baumsorten Virginischer Wachholder, Rotesche, Zürgelbaum oder chinesische Ulme wie auch exotische Gräser, die sich auf den Weidegebieten ausbreiten.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.unl.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Aus-Schalter für Nebenwirkungen
22.06.2018 | Max-Planck-Institut für Biochemie

nachricht Ein Fall von „Kiss and Tell“: Chromosomales Kissing wird fassbarer
22.06.2018 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics